225/45 R17: Der ADAC hat genau diese Größe getestet – 14 der 16 Reifen stehen noch im Regal
Bei den meisten Reifengrößen muss man Testergebnisse übertragen: Getestet wird in einer gängigen Dimension, gefahren wird etwas anderes. Bei 225/45 R17 ist das anders. Der ADAC hat genau diese Dimension geprüft – 16 Ganzjahresreifen, montiert auf einem VW Golf, auf trockener, nasser, schnee- und eisbedeckter Fahrbahn. Das Ergebnis ist unbequem: Die Hälfte des Testfeldes ist nicht empfehlenswert.
Für diesen Ratgeber haben wir zwei Dinge getan, die ein Testbericht allein nicht leistet. Erstens haben wir jedes der 16 getesteten Modelle einzeln gegen unser Regal geprüft: 14 davon stehen noch unter ihrem Testnamen in dieser Größe bei uns – zwei sind verschwunden. Zweitens haben wir die Größe am 2. Oktober 2026 vollständig ausgezählt statt sie wie früher nur zu stichproben: 580 lieferbare Pkw-Ausführungen von 358 Profillinien aus 84 Marken. Beides zusammen ergibt eine Kaufgrundlage, die auf gemessenen Zahlen steht und nicht auf Schätzungen.
Was 225/45 R17 bedeutet und welche Autos die Größe fahren
Die Bezeichnung steht auf der Reifenflanke und beschreibt die Maße: 225 ist die Reifenbreite in Millimetern, 45 das Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent – die Flanke ist also rund 101 mm hoch –, R steht für die heute übliche Radialbauweise und 17 für den Felgendurchmesser in Zoll. Alles unter 50 gilt als Niederquerschnitt: Die Flanke federt weniger, das Lenkgefühl wird direkter, Schlaglöcher spüren Sie deutlicher. Das ist der Preis für die Präzision, die diese Größe ausmacht.
Dahinter folgen Lastindex und Geschwindigkeitsindex. In dieser Dimension sind das fast immer 91 für 615 kg je Reifen oder 94 für 670 kg, meist als XL beziehungsweise verstärkt ausgewiesen, kombiniert mit V für 240 km/h, W für 270 km/h, Y für 300 km/h oder – überwiegend bei Winterreifen – H für 210 km/h. Was Ihr Fahrzeug mindestens braucht, steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I in den Feldern 15.1 und 15.2; wie Sie diese Angabe sicher auslesen, erklärt unser Ratgeber zu der Frage, welche Reifengröße für Ihr Fahrzeug zugelassen ist. Höher dürfen Sie beim Lastindex immer gehen, niedriger nie. Die Systematik hinter den Zahlen und Buchstaben finden Sie ausführlich unter Lastindex und Geschwindigkeitsindex.
Welche Autos auf dieser Dimension unterwegs sind, muss man nicht schätzen – der ADAC nennt sie im Testbericht selbst: Das Spektrum reicht von der Mercedes A-Klasse über Hyundai i30, Peugeot 308 und Seat Leon bis zu Opel Meriva, Škoda Octavia und Toyota Corolla. Getestet wurde auf einem VW Golf, für den die Größe ebenfalls freigegeben ist. Es ist damit die typische Bereifung der Kompaktklasse und der unteren Mittelklasse in ihren besser ausgestatteten Varianten – und entsprechend gefragt: In der Beliebtheitsauswertung unseres Sortiments liegt 225/45 R17 auf Platz drei aller Pkw-Größen – häufiger aufgerufen und gekauft werden nur die Größe 205/55 R16 und 195/65 R15.
Der ADAC hat 16 Ganzjahresreifen in genau dieser Dimension geprüft
Der ADAC Ganzjahresreifentest in 225/45 R17 wurde am 24. Juni 2025 veröffentlicht. Bewertet wurden Fahrsicherheit auf trockener und nasser Fahrbahn sowie auf Schnee und Eis und daneben die Umweltbilanz aus Laufleistung, Kraftstoffverbrauch, Geräusch und Abrieb. Ein Teil der Prüfungen lief auf dem Contidrom bei Hannover, die Eisprüfungen auf einer Eisteststrecke von Continental.
Die 16 Noten verteilen sich auffällig sauber auf vier Vierergruppen: viermal „gut“, viermal „befriedigend“, viermal „ausreichend“ und viermal „mangelhaft“. Anders gesagt: Genau die Hälfte des Feldes ist nach ADAC-Maßstab nicht zu empfehlen, denn der Club zählt „ausreichend“ bereits nicht mehr zu den Empfehlungen. Die Notenskala des ADAC reicht dabei von „sehr gut“ für 0,6 bis 1,5 über „gut“ für 1,6 bis 2,5, „befriedigend“ für 2,6 bis 3,5 und „ausreichend“ für 3,6 bis 4,5 bis „mangelhaft“ für 4,6 bis 5,5.
An der Spitze stehen mit der Note 2,3 gleichauf der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 und der Continental AllSeasonContact 2, dahinter mit 2,5 der Pirelli Cinturato All Season SF 3 und der Bridgestone Turanza All Season 6. Der Goodyear holt in der Umweltbilanz die Note 1,6 und hält mit rund 68.000 Kilometern die mit Abstand höchste prognostizierte Laufleistung des Testfelds – für dieselbe Strecke bräuchte man laut ADAC zwei Sätze des billigsten Kandidaten. Als „befriedigend“ und damit ebenfalls empfehlenswert bewertet der Club den Michelin CrossClimate 2 mit 2,7, den Dunlop All Season 2 und den BFGoodrich Advantage All-Season mit jeweils 2,9 sowie den Viking FourTech Plus mit 3,0.
Nur „ausreichend“ gab es für Vredestein Quatrac Pro+ mit 3,8 sowie Barum Quartaris 5, Nexen N blue 4Season 2 und Superia Ecoblue2 4S mit jeweils 3,9. Durchgefallen sind CST Medallion All Season ACP1 mit 4,8, APlus AS909 mit 4,9 sowie Arivo Carlorful A/S und Petlas Multi Action PT565 mit jeweils 5,5. Bemerkenswert ist eine Fußnote, die in der Ergebnistabelle leicht übersehen wird: Bei acht der sechzehn Reifen hat eine Einzelnote zur Abwertung der Gesamtnote geführt. Die schlechten Platzierungen in der unteren Tabellenhälfte sind also nicht das Ergebnis eines knappen Punkteabstands, sondern einer gezielten Sicherheitsbremse des Testverfahrens.
Wie groß der Abstand praktisch ist, macht der Bremsweg deutlich. Aus 80 km/h bis zum Stillstand liegen zwischen dem besten Reifen, dem Continental, und dem schlechtesten, dem Arivo, 11,3 Meter. Steht das eine Auto bereits, prallt das andere an derselben Stelle noch mit 41 km/h auf ein Hindernis. Der Preis sagt dabei im unteren Feld nichts vorher: Der Petlas kostete zum Testzeitpunkt 97 Euro und bekam eine 5,5, der deutlich billigere Superia mit 83 Euro immerhin eine 3,9. Eine Einordnung des gesamten Testfelds mit allen Einzelnoten finden Sie in unserer ausführlichen Auswertung des ADAC-Ganzjahresreifentests, und wie belastbar Testnoten überhaupt sind, wenn Ihre Wunschgröße gerade nicht geprüft wurde, ordnet der Beitrag über die Übertragbarkeit von Reifentests auf andere Dimensionen ein.
Wichtig für die Einordnung: Dieser Test von 2025 ist bis heute der einzige ADAC-Ganzjahresreifentest in 225/45 R17. Die Ausgabe des Jahres 2026 lief in der Kleinwagengröße 185/65 R15 und sagt über diese Dimension nichts. Einen zweiten, neueren Blick auf dieselbe Größe gibt es dennoch: Die Auto Zeitung hat zehn Allwetterreifen in 225/45 R17 geprüft – nachzulesen in unserer Auswertung, wonach sieben von zehn Ganzjahresreifen als sehr empfehlenswert gelten.
Vierzehn der sechzehn Testreifen stehen noch im Regal
Ein Test nützt nur, solange man die getesteten Reifen auch kaufen kann. Wir haben deshalb jedes der 16 Modelle einzeln in genau dieser Größe gegen unseren lieferbaren Bestand geprüft. Ergebnis: 14 Modelle sind lieferbar, zwei fehlen. Verschwunden sind der Letztplatzierte Arivo Carlorful A/S und der mit 4,9 bewertete APlus AS909 – beide aus der durchgefallenen Gruppe. Dass der Markt zuerst die Reifen aussortiert, die der ADAC als mangelhaft einstuft, ist für Sie als Käufer die angenehmste Art von Bestandsveränderung.
Bei der vorigen Erhebung dieses Ratgebers waren es noch 15 von 16 Modellen; der APlus ist seitdem ausgelaufen. Ein gut ein Jahr alter Test ist in dieser Dimension damit weiterhin praktisch vollständig handelbar, was ihn zu einer belastbaren Kaufgrundlage macht. Die vier bestbewerteten Modelle stehen alle noch, und zwar nicht als Restposten, sondern in mehreren Kennungen.
Preislich hat sich seit dem Test spürbar etwas bewegt. Der ADAC nennt zu jedem Kandidaten einen Preis zum Testzeitpunkt im Juni 2025; unsere Zahlen sind Stückpreise unseres Regals vom 2. Oktober 2026. Beide Werte sind unterschiedlich erhoben und ergeben deshalb keinen exakten Preisverlauf – die Richtung ist aber eindeutig:
- Note 2,3, Testpreis 135 Euro, heute ab 90,49 Euro: Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 in 94W
- Note 2,3, Testpreis 135 Euro, heute ab 98,43 Euro: Continental AllSeasonContact 2 in 94V
- Note 2,5, Testpreis 126 Euro, heute ab 89,89 Euro: Bridgestone Turanza All Season 6 in 94V
- Note 2,5, Testpreis 127 Euro, heute ab 90,25 Euro: Pirelli Cinturato All Season SF 3 in 94W
- Note 2,7, Testpreis 145 Euro, heute ab 104,89 Euro: Michelin CrossClimate 2 in 94Y
Alle fünf sind heute günstiger zu haben als zum Testzeitpunkt – und liegen damit preislich in derselben Region wie viele Modelle aus der unteren Tabellenhälfte. Das ist das eigentliche Argument gegen den Billigkauf in dieser Größe: Sie sparen beim Griff zum Durchgefallenen kaum noch Geld. Wer es noch preiswerter braucht, findet mit dem BFGoodrich Advantage All-Season in 94Y einen mit 2,9 bewerteten Reifen deutlich unter der Marke von 80 Euro. Zu zwei der Spitzenmodelle haben wir eigene Porträts geschrieben: eines zum Bridgestone Turanza All Season 6 und seinem Etikett, eines zur Label-Bilanz des Pirelli Cinturato All Season SF 3.
Drei Namensfallen: Generation, Notlauf und ein angehängtes FR
Alle drei Fallen in dieser Größe entstehen dadurch, dass ein Reifenname im Regal anders aussieht als im Testbericht. Wer nur den Modellnamen vergleicht, vergleicht unbemerkt verschiedene Produkte.
Erstens der Generationswechsel. Neben dem getesteten Michelin CrossClimate 2 steht längst der Nachfolger im Sortiment. Der Michelin CrossClimate 3 ist ein anderer Reifen – er war nicht im Testfeld und erbt die Note 2,7 nicht. Was der neue Jahrgang technisch anders macht, beschreibt unser Modellporträt zum CrossClimate 3 als Nachfolgegeneration. Dasselbe Muster finden Sie bei Goodyear, wo neben dem getesteten Vector 4Seasons Gen-3 auch noch der ältere Gen-2 im Regal steht, und bei Continental, wo der AllSeasonContact ohne Ziffer der Vorgänger des getesteten AllSeasonContact 2 ist.
Zweitens die Notlaufvariante. Der Bridgestone Turanza All Season 6 existiert zusätzlich als DRIVEGUARD-Ausführung mit Notlaufeigenschaften. Das ist bauartlich ein eigener Reifen, der ebenfalls nicht getestet wurde – und er kostet in unserem Regal rund 17 Euro mehr als die getestete Normalausführung.
Drittens, und das ist die unauffälligste Falle: ein angehängtes FR. Der vom ADAC mit 3,0 bewertete Viking FourTech Plus steht bei uns als Viking FOURTECH PLUS FR in 94W – mit zwei Buchstaben mehr im Namen. Hier lohnt der genaue Blick, denn anders als bei Generation und Notlauf handelt es sich nicht um einen anderen Reifen: FR steht für die Felgenrippe, einen umlaufenden Gummiwulst, der die Felgenkante vor Bordsteinschäden schützt. Belegen lässt sich das an der Verteilung im Sortiment. Die Linie führt 50 Größen, 23 ohne und 27 mit dem Zusatz – und keine einzige Größe gibt es in beiden Schreibweisen. Ohne FR reicht das Angebot von 13 bis 16 Zoll, mit FR von 16 bis 19 Zoll. Die Kennzeichnung folgt also der Größe und nicht dem Produkt: Je breiter und flacher der Reifen, desto eher bekommt er den Felgenschutz. Der im Test gefahrene FourTech Plus ist in 225/45 R17 damit verfügbar, er heißt hier nur vollständiger.
Diese Lehre gilt über den Viking hinaus. Ein Namenszusatz kann dreierlei bedeuten: eine neue Generation, eine andere Bauart oder bloß ein Ausstattungsmerkmal. Nur die ersten beiden ändern, was Sie fahren – und nur bei den ersten beiden verfällt eine Testnote. Wie viele Kürzel in Reifenbezeichnungen stecken und welche davon wirklich etwas aussagen, ist ein eigenes Thema, das wir für die Größe 195/65 R15 an einem ähnlich gelagerten Fall gezeigt haben.
Was 580 lieferbare Ausführungen über das Angebot verraten
Für diesen Ratgeber haben wir das Sortiment in 225/45 R17 am 2. Oktober 2026 nicht mehr stichprobenartig, sondern vollständig ausgezählt. Gezählt wurde nach einem klar benannten Kriterium: Reifen, Rubrik Pkw, lieferbar, Größe exakt 225/45 R17. Das Ergebnis sind 580 Ausführungen von 358 Profillinien aus 84 Marken. Weil frühere Fassungen dieses Ratgebers nur bis zur Sättigung erhoben haben, vergleichen wir die neue Zahl bewusst nicht mit der alten – das Kriterium hat sich geändert, und über einen Methodenwechsel hinweg sind Zahlen nicht vergleichbar.
Zwei Abgrenzungen gehören dazu, weil sie in anderen Größen regelmäßig für falsche Zählungen sorgen. Erstens gibt es keine C-Ausführung dieser Dimension: Transporterreifen in der Schreibweise 225/45 R17C existieren in unserem Sortiment nicht, sie können die Pkw-Zählung hier also nicht verfälschen. Zweitens steht genau ein Reifen dieser Größe in einer anderen Rubrik und ist deshalb nicht mitgezählt – ein Offroad-Sommerreifen. Wer die Größenseite aufruft, sieht ihn mit und bekommt einen Treffer mehr als unsere 580.
Die Saisonverteilung zeigt, wie stark die Größe im Sommer verankert ist: 275 Sommerreifen, 168 Winterreifen und 129 Ganzjahresreifen. Dazu kommen acht ausgewiesene Sportreifen, und die sind eine Falle für jeden, der im Shop nur über die Saison filtert: Bei ihnen ist kein Saisonwert hinterlegt, sie laufen in der Rubrik Sportreifen für Pkw und fallen aus jeder Sommer-Winter-Auswahl heraus. Es sind durchweg semislickartige Reifen für den sportlichen Einsatz, preislich deutlich über dem Rest der Größe.
Die Preise liegen bei einem Median von 80,92 Euro, ein Satz zu vier Reifen also bei rund 324 Euro. Das untere Viertel beginnt bei 67,03 Euro, das obere bei 98,67 Euro; zehn Prozent der Ausführungen kosten weniger als 57,32 Euro und zehn Prozent mehr als 124,16 Euro. Knapp die Hälfte des Angebots, nämlich 273 der 580 Ausführungen, bleibt unter 80 Euro, 80 Ausführungen sogar unter 60 Euro. Nach oben hin wird die Luft schnell dünn: Nur 27 der 580 Ausführungen kosten mehr als 150 Euro, lediglich zwölf mehr als 200 Euro. Diese Schwellenzählung sagen wir Ihnen bewusst anstelle eines Höchstpreises, denn in jeder großen Größe stehen einzelne Auslauf- und Restposten zu Preisen, die über das Modell nichts aussagen und eine Spanne unbrauchbar machen. Vergleichen Sie deshalb immer innerhalb desselben Modells und derselben Kennung.
Nach Saison getrennt liegt der Median bei 78,85 Euro für Sommerreifen, 90,15 Euro für Winterreifen und 76,88 Euro für Ganzjahresreifen. Winterreifen sind in dieser Dimension also spürbar die teuerste Saison, Ganzjahresreifen die günstigste – was die Rechnung für den Allwetterreifen hier besser aussehen lässt als in vielen anderen Größen. Beim Geschwindigkeitsindex trennen sich die Saisons deutlich: Sommerreifen kommen überwiegend als Y mit 132 und W mit 113 Ausführungen, Winterreifen dagegen als V mit 95 und H mit 67. Das ist rechtlich unproblematisch, denn Winterreifen dürfen einen niedrigeren Index tragen als in den Papieren gefordert, solange Sie die niedrigere Höchstgeschwindigkeit kennen und ein entsprechender Hinweis im Sichtfeld des Fahrers angebracht ist. Den kompletten, tagesaktuellen Bestand sehen Sie auf der Größenseite 225/45 R17.
Mehr als die Hälfte der Sommerreifen trägt bei Nässe die Bestklasse
Das EU-Reifenlabel fällt in dieser Größe ungewöhnlich gut aus, und zwar genau in der Disziplin, die beim Bremsen zählt. Über alle 580 Ausführungen tragen 160 die Nasshaftungsklasse A, weitere 267 ein B; nur 27 liegen bei D oder E. Interessant wird es bei der Aufteilung nach Saison: Bei den Sommerreifen erreichen 148 von 275 Ausführungen die Bestklasse A – das sind 53,8 Prozent und damit mehr als die Hälfte. Verteilt sind sie auf 80 Profillinien von 41 Marken, es handelt sich also nicht um ein paar Premiummodelle, sondern um ein breites Feld. Wer in dieser Größe einen Sommerreifen mit der besten Nasshaftungsklasse sucht, muss praktisch nicht suchen.
Was das kostet, ist die eigentliche Überraschung: Der Median der A-Sommerreifen liegt bei 81,91 Euro, der der B-Klasse bei 78,56 Euro. Die Bestklasse kostet also rund drei Euro Aufpreis je Reifen – zwölf Euro auf den Satz, für den kürzeren Bremsweg auf nassem Asphalt. Nach unten dagegen lohnt das Sparen kaum: Die 25 Sommerreifen der Klasse C liegen im Median bei 67,13 Euro, kosten also etwa 15 Euro weniger als ein A-Reifen, und das bei messbar schlechterer Nasshaftung. Günstige A-Ausführungen gibt es durchaus, etwa den Sailun ATREZZO ZSR2 in 94Y als eine der preiswertesten.
Bei der Kraftstoffeffizienz sieht es anders aus: Klasse C dominiert mit 347 von 580 Ausführungen, nur 18 erreichen ein A – und alle 18 sind Sommerreifen. Sieben Ausführungen tragen sogar in beiden Klassen ein A, darunter als preiswerteste der Falken Azenis FK520 in 94W und mit dem Bridgestone Turanza T005 in 94Y ein Klassiker der Dimension. Das Rollgeräusch liegt zwischen 66 und 79 dB bei einem Median von 71 dB, aber 566 der 580 Ausführungen drängen sich im Band zwischen 67 und 73 dB – als Unterscheidungsmerkmal beim Kauf ist der Wert damit praktisch untauglich. Was die drei Piktogramme genau bedeuten, lesen Sie auf unserer Infoseite zum EU-Reifenlabel; wie Sie die Klassen beim Kauf gegeneinander abwägen, zeigt der Ratgeber zu Nasshaftung, Effizienz und Geräusch. Der ADAC weist im Testbericht ausdrücklich darauf hin, sich beim Kauf nicht allein auf das Label zu verlassen: Die Tests zeigten, dass die Label-Klasse die Gesamtperformance auf Nässe nicht zwingend abbildet.
Beim Winterreifen endet die Skala früher
So komfortabel die Lage beim Sommerreifen ist, so eng wird sie in der kalten Jahreshälfte – und das ist der wichtigste Befund dieser Erhebung für alle, die jetzt kaufen. Von den 168 Winterreifen der Größe tragen nur sechs die Nasshaftungsklasse A, also 3,6 Prozent. Die Bestklasse ist hier keine Auswahl, sondern eine Handvoll. Der Normalfall ist B mit 84 Ausführungen und damit genau der Hälfte des Winterangebots, dicht gefolgt von C mit 63. Immerhin 15 Winterreifen liegen bei D oder E.
Bei der Kraftstoffeffizienz ist die Lage noch deutlicher: Kein einziger Winterreifen dieser Größe erreicht ein A, und nur zwei Ausführungen schaffen ein B. 92 liegen bei C, 46 bei D und 28 bei E. Das ist kein Mangel unseres Sortiments, sondern Physik: Eine weiche Winterlaufmischung mit vielen Lamellen bringt mehr Rollwiderstand mit als eine harte Sommermischung. Wer das Etikett eines Winterreifens mit dem eines Sommerreifens vergleicht, vergleicht zwei verschiedene Aufgaben. Bei den Ganzjahresreifen liegt die Sache dazwischen, aber näher am Winter: fünf A-Ausführungen bei der Nasshaftung, kein A bei der Effizienz.
Praktisch heißt das: Verlangen Sie beim Winterreifen nicht dieselben Buchstaben wie beim Sommerreifen, sondern vergleichen Sie innerhalb der Saison. Ein B bei Nässe ist am Winterreifen dieser Größe ein guter Wert, und die sechs A-Ausführungen reichen preislich von etwa 67 bis 131 Euro – die Bestklasse ist hier also nicht gleichbedeutend mit dem Spitzenpreis. Zu den A-Reifen zählt der Bridgestone Blizzak LM005 in 91H, ein in mehreren Größen auffällig stark etikettierter Winterreifen. Eine gut sortierte Alternative in der Normalklasse ist der Hankook W462 in 94H, eine der meistgefragten Winterausführungen dieser Dimension. Den vollständigen Bestand je Saison finden Sie unter Sommerreifen für Pkw, Winterreifen für Pkw und Ganzjahresreifen für Pkw.
Wenn Sie ohnehin zwischen Allwetterreifen und zwei Sätzen abwägen, hilft die Preisstruktur dieser Größe bei der Entscheidung mehr als jede Grundsatzdebatte: Der Ganzjahresreifen ist hier die günstigste Saison, der Winterreifen die teuerste. Die Abwägung im Detail steht in den Beiträgen Ganzjahresreifen oder zwei Sätze und zu den technischen Unterschieden zwischen Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen. Mit dem Vredestein QUATRAC PRO 2 in 94Y steht zudem ein Ganzjahresreifen mit Nasshaftungsklasse A im Regal, der im Test nicht dabei war und sich deshalb eigenständig beurteilen lässt.
Die Kennung 91 gegen 94: Die stärkere Stufe ist hier die günstigere
Es ist eine verbreitete Annahme, dass die verstärkte Ausführung eines Reifens systematisch teurer ist. In 225/45 R17 stimmt das nicht – und das Gegenteil ist inzwischen deutlicher messbar als bei der letzten Erhebung. Wir haben alle Fälle herausgesucht, in denen dasselbe Modell mit demselben Geschwindigkeitsindex in derselben Rubrik einmal als 91 und einmal als 94 angeboten wird: 69 saubere Paare. Der Medianaufschlag der 94er gegenüber der 91er beträgt 1,0 Prozent – praktisch nichts. In 24 dieser 69 Paare ist die stärkere Kennung sogar günstiger, in einem weiteren kostet sie exakt dasselbe.
Über das gesamte Regal gerechnet dreht sich das Bild vollständig um: Der Median aller 179 Ausführungen mit der 91 liegt bei 89,45 Euro, der aller 401 mit der 94 bei 77,79 Euro. Die schwächere Kennung ist im Mittel also fast zwölf Euro teurer. Die Erklärung liegt nicht im Reifen, sondern im Angebot: Von 358 erfassten Profillinien bieten nur 92 beide Kennungen an, 223 ausschließlich die 94 und lediglich 43 ausschließlich die 91. Wo das günstige Massenfeld nur noch verstärkt gebaut wird, bleibt im Restregal der schwächeren Stufe überwiegend Premium- und Auslaufware übrig, und die zieht den Median nach oben.
Einzelne Belegfälle bestätigen das Muster in maßvoller Höhe. Beim Falken Azenis FK520 kostet die 94Y rund 7,50 Euro weniger als die 91Y, beim Hankook K135 Ventus Prime 4 etwa 5,30 Euro, beim Vredestein ULTRAC+ gut 4,40 Euro – jeweils dasselbe Modell, derselbe Geschwindigkeitsindex, nur die höhere Tragfähigkeit. Auffälliger, aber mit Vorsicht zu lesen ist der Michelin CrossClimate 2, bei dem zwischen 91Y und 94Y rund 47 Euro liegen; solche großen Abstände entstehen meist dann, wenn eine der beiden Ausführungen als Restposten im Regal steht, und taugen deshalb nicht als Regelfall.
Aufschlussreich ist, dass die Standardkennung nicht gleichmäßig verschwindet, sondern nach Saison gestaffelt. Die 91 tragen noch 41,5 Prozent der Sommerreifen, aber nur 31,5 Prozent der Winterreifen und ganze 8,5 Prozent der Ganzjahresreifen. Wer in dieser Größe einen Allwetterreifen sucht und auf der 91 besteht, sucht faktisch in einem Zwölftel des Angebots. Praktisch heißt das: Fordern Ihre Fahrzeugpapiere mindestens 91, greifen Sie ruhig zur 94 – sie ist zulässig, kostet im Median nichts und öffnet Ihnen das volle Sortiment. Was hinter der XL-Kennzeichnung technisch steckt und warum sie einen höheren Luftdruck verlangt, erklärt der Beitrag über verstärkte Reifen und ihre Tragfähigkeitsreserve.
Runflat in 225/45 R17: 30 Ausführungen und ein messbarer Aufpreis
225/45 R17 ist eine der Größen, in denen Notlaufreifen eine echte Rolle spielen – vor allem an BMW-Modellen, die ab Werk ohne Ersatzrad ausgeliefert werden. In unserem Sortiment sind für diese Dimension 30 Ausführungen mit Notlaufeigenschaften hinterlegt, also gut fünf Prozent des Angebots: 19 Sommerreifen, acht Winterreifen und drei Ganzjahresreifen. Die Auswahl ist damit vorhanden, aber schmal – und im Winter besonders.
Was der Notlauf kostet, lässt sich in dieser Größe erstmals sauber beziffern: Der Median der Runflat-Ausführungen liegt bei 108,93 Euro gegenüber 80,16 Euro bei den übrigen Reifen – ein Aufschlag von rund 29 Euro je Reifen oder etwa 115 Euro je Satz. Das ist kein Nebeneffekt, sondern ein Posten, den Sie einplanen müssen. War Ihr Fahrzeug ab Werk auf Runflat ausgelegt, sollten Sie dabei bleiben oder den Wechsel auf Standardreifen fachkundig prüfen lassen: Ohne Notlaufeigenschaften und ohne Ersatzrad stehen Sie im Pannenfall.
Heikel ist die Kennzeichnung, denn die Hersteller markieren Notlaufeigenschaften höchst unterschiedlich. Continental nutzt SSR, Bridgestone DriveGuard beziehungsweise RFT, Goodyear und Dunlop ROF, BMW-Erstausrüstung trägt zusätzlich ein Sternchen, und Hankook hängt schlicht ein B an die Typbezeichnung. Genau daran zeigt sich die Falle in dieser Größe besonders deutlich: Der Hankook W462 und der Hankook W462B als Notlaufausführung unterscheiden sich im Namen um einen einzigen Buchstaben – und der Zusatz steht nicht für eine Variante desselben Reifens, sondern für eine andere Bauart. Wer beim Vergleich nur auf den Modellnamen schaut, vergleicht unbemerkt zwei verschiedene Produkte. Prüfen Sie deshalb bei Runflat immer die vollständige Bezeichnung auf der Produktseite und nicht nur den Modellnamen in der Trefferliste.
Wie hoch der Aufpreis für Notlaufeigenschaften je nach Dimension ausfällt, haben wir für mehrere Größen ausgewertet – nachzulesen in der Analyse zum Runflat-Aufpreis im Größenvergleich. Wie stark die Auswahl schrumpft, wenn Sie auf Notlauf bestehen, zeigt der Beitrag darüber, warum Notlaufreifen die Auswahl auf ein Zehntel reduzieren.
So wählen Sie in dieser Größe richtig
Die Datenlage in 225/45 R17 ist ungewöhnlich gut: ein ADAC-Test in exakt dieser Dimension, ein zu 14 von 16 Modellen verfügbares Testfeld, ein zweiter Test der Auto Zeitung in derselben Größe und ein vollständig ausgezähltes Angebot von 580 Ausführungen. Daraus lässt sich eine klare Reihenfolge ableiten.
- Zuerst die Papiere. Lastindex und Geschwindigkeitsindex aus der Zulassungsbescheinigung Teil I sind Mindestwerte. Höher ist erlaubt, niedriger nicht – bei Winterreifen gilt für den Geschwindigkeitsindex die bekannte Ausnahme mit Hinweis im Sichtfeld.
- Dann die Saisonfrage. Fahren Sie viel Autobahn, bei Hitze oder mit hoher Beladung, empfiehlt der ADAC ausdrücklich das klassische Duo aus Sommer- und Winterreifen. Für überwiegend Bundesstraße und milde Winter sind gute Ganzjahresreifen hier eine tragfähige Alternative, zumal sie in dieser Größe die günstigste Saison sind. Wie sich Allwetterreifen im Hochsommer schlagen, haben wir gesondert betrachtet: Ganzjahresreifen bei sommerlichen Temperaturen.
- Dann das Modell, nicht die Marke. Der Test zeigt es deutlich: Mit dem Barum Quartaris 5 landet die Zweitmarke eines Premiumherstellers nur bei „ausreichend“, während günstigere Modelle anderer Hersteller besser abschneiden. Ein bekanntes Logo ist kein Qualitätsbeleg.
- Dann das Label, aber saisonrichtig. Beim Sommerreifen ist die Nasshaftungsklasse A in dieser Größe der Normalfall und kostet rund drei Euro Aufpreis – nehmen Sie sie mit. Beim Winterreifen ist B der gute Wert; ein A zu verlangen schränkt Sie auf sechs Ausführungen ein.
- Zum Schluss die Ausführung. Kennung, Notlaufvariante und Generation prüfen – und beim Preisvergleich innerhalb desselben Modells und derselben Kennung bleiben.
Ein letzter Punkt, den der ADAC im selben Bericht betont: Winter- und Ganzjahresreifen sollten Sie ab einer Profiltiefe unter 4 Millimetern ersetzen, obwohl gesetzlich 1,6 mm genügen – die Reserve brauchen Sie bei Aquaplaning und Schneematsch. Und kaufen Sie keine Neureifen, die schon mehrere Jahre im Lager gelegen haben; das Herstellungsdatum verrät die DOT-Nummer, deren Aufbau wir im Beitrag über das Reifenalter und seine praktische Bedeutung erklären.
Häufige Fragen
Welche Tragfähigkeitskennung sollte ich in 225/45 R17 nehmen?
Maßgeblich ist der Wert in Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I. Verlangt Ihr Fahrzeug 91, dürfen Sie problemlos 94 montieren – umgekehrt nicht. Da die 94er in unserer Erhebung im Median sogar fast zwölf Euro günstiger ist als die 91er und mit 223 von 358 Profillinien deutlich mehr Modelle in dieser Kennung angeboten werden, spricht in dieser Größe wenig dagegen, die stärkere Variante zu wählen. Beachten Sie nur den höheren Luftdruck, den verstärkte Reifen brauchen.
Ist der Michelin CrossClimate 3 genauso gut bewertet wie der CrossClimate 2?
Nein – der CrossClimate 3 war im ADAC-Test von Juni 2025 nicht dabei. Getestet und mit 2,7 bewertet wurde ausschließlich der CrossClimate 2. Eine Nachfolgegeneration erbt keine Testnote, auch wenn der Name fast identisch klingt. Beurteilen Sie den neuen Jahrgang deshalb eigenständig oder warten Sie auf einen Test, der ihn tatsächlich enthält.
Warum finde ich den Viking FourTech Plus nur mit dem Zusatz FR?
Weil FR kein anderer Reifen ist, sondern ein Ausstattungsmerkmal: die Felgenrippe, die die Felgenkante vor Bordsteinschäden schützt. In unserem Sortiment führt die Linie 50 Größen, und keine davon gibt es in beiden Schreibweisen – ohne FR reicht das Angebot von 13 bis 16 Zoll, mit FR von 16 bis 19 Zoll. Der Zusatz folgt also der Größe. In 225/45 R17 kaufen Sie mit der FR-Ausführung den Reifen, den der ADAC als FourTech Plus geprüft hat.
Hat der ADAC die Größe 225/45 R17 erneut getestet?
Nein. Der Ganzjahresreifentest vom 24. Juni 2025 ist bis heute der einzige ADAC-Test in dieser Dimension; die Ausgabe 2026 lief in der Kleinwagengröße 185/65 R15. Einen zweiten, neueren Blick auf 225/45 R17 liefert aber die Auto Zeitung mit einem eigenen Ganzjahresreifentest in genau dieser Größe, den wir separat ausgewertet haben.