Laufenn im Datencheck: Wo die 131 Bestnoten der Marke wirklich stecken
Laufenn gilt seit Jahren als die günstige Marke aus dem Hankook-Konzern — solide, unauffällig, ein paar Klassen unter der Hauptmarke. Diese Beschreibung stimmt so nicht mehr. Wir haben das komplette Laufenn-Regal ausgezählt: 595 Ausführungen, 17 Baureihen, dazu jede Label-Klasse, jeder Paarpreis gegen die Konzernmutter und jeder Auftritt der Marke in den ADAC-Reifentests. Das Ergebnis ist deutlicher, als wir erwartet hatten — und es lässt sich nicht in einem Satz über die Marke zusammenfassen, sondern nur in einem Satz über die Baureihen. Denn die guten Werte der Marke verteilen sich nicht gleichmäßig über das Programm. Sie ballen sich in einer Handvoll Reihen, während der Rest dort steht, wo Laufenn vor zehn Jahren gestartet ist. Wer das weiß, kauft bei dieser Marke deutlich besser ein als jemand, der nur auf den Markennamen schaut.
Alle Regalzahlen in diesem Beitrag stammen aus unserem eigenen Produktkatalog mit Stand 21. September 2026 (53.945 Reifenausführungen insgesamt, davon 48.463 für PKW, Offroad und Transporter). Preise ändern sich täglich; die genannten Einzelpreise sind Tagespreise.
Was 595 Ausführungen über die Marke verraten
Laufenn steht bei uns mit 595 Ausführungen in 17 Modellreihen im Regal, und zwar ausnahmslos lieferbar — keine einzige Bestellware. Der Schwerpunkt liegt eindeutig im Sommer: 349 Sommer-, 141 Winter- und 105 Ganzjahresausführungen. Nach Fahrzeugklasse verteilt sich das auf 492 PKW-Ausführungen, 56 für Transporter und 47 für Offroad-Fahrzeuge. Der Preis-Median über das ganze Programm liegt bei 86,91 Euro je Reifen.
Interessanter als die Summe ist die Verteilung über die Felgengrößen, weil sie die verbreitete Erzählung vom reinen Kleinwagenreifen nur zur Hälfte bestätigt. Die Hälfte des Laufenn-Regals ist tatsächlich 16 Zoll oder kleiner (50,1 Prozent), mit 21 Ausführungen sogar noch in 13 Zoll — eine Größenklasse, die viele Hersteller längst aufgegeben haben. Aber fast ein Drittel des Programms beginnt erst bei 18 Zoll (183 Ausführungen oder 30,8 Prozent), und die Marke reicht bis 20 Zoll, in einem Einzelfall bis 22 Zoll. Laufenn ist also nicht mehr nur die Marke für den Zweitwagen, sondern auch für Kompaktsportler und Mittelklasse-SUV.
Was dagegen weiterhin schmal bleibt, ist die Abdeckung selbst. Von den 906 Reifengrößen, die wir für PKW, Offroad und Transporter überhaupt führen, gibt es Laufenn in 187 — das sind 20,6 Prozent. Rechnet man nach Größe und Saison getrennt, bedient die Marke 355 von 1.819 Feldern (19,5 Prozent). Die Konzernmutter Hankook deckt mit 422 Größen und 906 Feldern jeweils rund die Hälfte ab, also etwa das Doppelte. Für Sie heißt das praktisch: Die Chance, Laufenn in Ihrer Größe zu finden, liegt bei ungefähr eins zu fünf. Wird man fündig, lohnt der genaue Blick — und zwar auf die Baureihe, nicht auf die Marke.
Die Bestnoten stecken in drei von 17 Baureihen
Über das ganze Programm gerechnet sieht das EU-Reifenlabel von Laufenn zunächst mittelmäßig aus. Von 580 Ausführungen mit echter Label-Angabe (15 Einträge tragen einen Platzhalter und bleiben außen vor) tragen 131 die Nasshaftungsklasse A, das sind 22,6 Prozent. Hankook kommt in derselben Rechnung auf 35,8 Prozent. Bei der Kraftstoffeffizienz ist der Abstand dramatisch: Laufenn hat in 580 Ausführungen ganze vier A (0,7 Prozent) und 255 E-Einträge (44,0 Prozent), Hankook dagegen 177 A (8,1 Prozent) bei nur 14,4 Prozent E. Beim Rollgeräusch gibt es praktisch keinen Unterschied: Median 72 Dezibel bei Laufenn, 71 bei Hankook.
Der eigentliche Befund entsteht erst, wenn man diese 131 Bestnoten auf die Baureihen aufteilt — und er ist so eindeutig, dass er die ganze Kaufentscheidung verändert. 125 der 131 Nasshaftungs-A stecken in genau drei Reihen:
- LK12 S FIT2 — der neue Sommerreifen: 55 von 66 Ausführungen mit Nasshaftung A.
- LK03 Z FIT EQ — die UHP-Reihe für breite Dimensionen: 52 von 52, also ausnahmslos A.
- LK12A S FIT2 SUV — die SUV-Variante des neuen Sommerreifens: 18 von 18, ebenfalls ausnahmslos A.
Die restlichen sechs verteilen sich auf die beiden älteren S-Fit-Reihen. Und die vier einzigen Effizienz-A der ganzen Marke sitzen ebenfalls in den beiden jüngsten Reihen: dreimal im S FIT2, einmal im G FIT2. Umgekehrt heißt das: In den 141 Winter- und 105 Ganzjahresausführungen gibt es kein einziges Nasshaftungs-A — nicht eines. Die gesamte Label-Oberkante der Marke ist ein reines Sommerphänomen der jüngsten Produktgeneration.
Für die Suche im Shop folgt daraus eine einfache Regel: Der Markenname Laufenn sagt Ihnen über die Nasshaftung praktisch nichts, das Kürzel vor dem Namen dagegen alles. Steht LK12 oder LK03 auf dem Reifen, bekommen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Bestklasse bei Nässe. Steht LK01, LK41, LW31 oder LH71 davor, bekommen Sie sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Was die Buchstaben auf dem EU-Reifenlabel im Bremsweg bedeuten und warum die Nasshaftungsklasse die sicherheitsrelevanteste von dreien ist, erklären wir getrennt.
Der Generationswechsel ist im Regal messbar
Der Sprung zwischen den Generationen lässt sich sauber nachrechnen, weil beide noch nebeneinander im Regal stehen. Die Vorgängerreihe S Fit EQ+ führt 86 Ausführungen, davon 5 mit Nasshaftung A und 81 mit B, bei einem Preis-Median von 89,82 Euro. Der Nachfolger kommt auf 55 A bei 66 gelabelten Ausführungen — und auf einen Preis-Median von 78,83 Euro. Der neue Reifen ist also besser eingestuft und trotzdem billiger.
Um auszuschließen, dass dieser Eindruck nur aus einer anderen Größenmischung entsteht, haben wir beide Reihen paarweise verglichen: 45-mal gibt es exakt dieselbe Größe mit demselben Last- und Geschwindigkeitsindex in beiden Generationen. In diesen 45 direkten Paarungen ist die neue Generation in 31 Fällen günstiger (Median der Differenz: 9,52 Euro weniger) und in 35 Fällen in der besseren Nasshaftungsklasse. Ein Beispiel aus dieser Liste: In 245/45 R18 100Y kostet der alte Reifen 148,60 Euro bei Nasshaftung B, der neue 103,63 Euro bei Nasshaftung A.
Das ist deshalb bemerkenswert, weil es dem Muster widerspricht, das wir bei anderen Herstellern über das EU-Produktregister gefunden haben: Dort holt der Nachfolger die eine Bestklasse meist genau dann, wenn er die andere aufgibt — was Hersteller beim Modellwechsel tauschen, haben wir an vier Ganzjahres-Generationen durchgerechnet. Beim S FIT2 gibt es diesen Tausch nicht: Die Reihe gewinnt die Nasshaftungsklasse A und stellt zugleich die einzigen Effizienz-A der ganzen Marke.
Angekündigt wurde der Reifen im März 2026 mit 94 Größen von 15 bis 20 Zoll sowie einer SUV-Ausführung von 16 bis 20 Zoll (Reifenpresse.de zum Marktstart des S Fit 2, 12.03.2026). Bei uns stehen davon inzwischen 79 Ausführungen in 62 Größen sowie 20 SUV-Ausführungen; die Reihe ist also gut zwei Drittel ausgerollt, aber noch nicht vollständig. Alle Größen der S-FIT2-Reihe finden Sie gebündelt auf der Modellseite.
Vom Regal ins Werk: was die Erstausrüstung verrät
Parallel zum Produktwechsel hat sich die Rolle der Marke verschoben. Im April 2026 meldete der Konzern die erste Laufenn-Erstausrüstung überhaupt — den S Fit 2 auf dem Škoda Octavia in 205/55 R17 91V. Im September folgte der Schritt darüber hinaus: Der Reifen wird auch auf dem Seat Leon und dem Leon Sportstourer ab Werk montiert, in 205/55 R16 und 225/40 R18. Bemerkenswert ist dabei die Sprachregelung: Hankook spricht bei Laufenn inzwischen bewusst nicht mehr von einer Zweitmarke, sondern von einer Schwestermarke (Reifenpresse.de zur Laufenn-Erstausrüstung bei Volkswagen, 10.09.2026). Die Einordnung dieser Meldung in das Marktgeschehen der Woche steht in unserem Wochenrückblick zur KW 37/2026.
Das ist zunächst eine Pressemeldung. Interessant wird sie, wenn man sie gegen das eigene Regal hält — und dort bestätigt sie sich auffällig präzise. Genau die drei Größen, die ab Werk verbaut werden, tragen die besten Etiketten des gesamten Laufenn-Programms: 205/55 R16 91V mit A/A/68, 205/55 R17 91V mit B/A/68 und 225/40 R18 92Y mit B/A/69. Drei von vier Effizienz-A der Marke und die einzigen beiden Ausführungen mit der Doppel-A-Wertung stecken in diesem kleinen Größenkreis.
Diese Beobachtung sollte man nicht überdehnen — sie belegt keine Zwei-Klassen-Fertigung, und die Zahl der Fälle ist klein. Sie zeigt aber, wo ein Hersteller seine Entwicklungsarbeit zuerst sichtbar macht: in den Dimensionen, die ein Autohersteller prüft. Wer heute einen Laufenn kauft und zufällig eine dieser Größen fährt, bekommt die technisch aktuellste Auslegung der Marke. Konkret ist das der Laufenn LK12 S FIT2 205/55 R16 91V, der derzeit 56,61 Euro kostet — in der Größe 205/55 R16, der meistgefragten des deutschen Marktes. Für den Kompaktsportler ist es der Laufenn LK12 S FIT2 225/40 R18 92Y mit 78,83 Euro.
Der Preisabstand existiert nur nach innen
Die Standardbegründung für eine Zweitmarke lautet: gleiche Technik, kleinerer Preis. Der erste Teil dieser Rechnung lässt sich prüfen, indem man für jede Größe und Saison, in der beide Marken vertreten sind, die jeweils günstigste Ausführung gegenüberstellt. Das ergibt 341 direkt vergleichbare Felder zwischen Laufenn und Hankook — und ein sehr klares Bild: Hankook ist in 319 davon teurer, also in 93,5 Prozent der Fälle, im Median um 15,41 Euro je Reifen. Dieser Abstand hält auch der strengeren Kontrolle stand: Vergleicht man nur die 113 Paare, in denen beide Reifen dieselbe Effizienz- und dieselbe Nasshaftungsklasse tragen, bleiben 14,97 Euro Unterschied. Der Markenaufschlag ist also kein Etikettenunterschied, sondern ein Namensunterschied.
Und genau hier wird es unbequem für die freundliche Lesart. Denn dieselbe Rechnung gegen die beiden anderen koreanischen Anbieter fällt völlig anders aus. Gegen Kumho (321 gemeinsame Felder) ist Laufenn im Median sogar 85 Cent teurer, bei labelgleichen Paaren 2,30 Euro; gegen Nexen (330 Felder) liegt der Median bei 56 Cent zugunsten von Laufenn, labelgleich bei 36 Cent. Das sind Beträge, die im Rauschen verschwinden. Laufenn ist günstig gegenüber der eigenen Konzernmutter — gegenüber dem direkten Wettbewerb ist es ein Gleichstand. Wer Laufenn kauft, weil es billig ist, vergleicht in Wahrheit mit Hankook, nicht mit dem Markt. Die Einordnung der übrigen koreanischen Anbieter finden Sie in unseren Auswertungen zu Nexen im Markencheck und Kumho im Markencheck, die Konzernzugehörigkeiten insgesamt im Überblick zu den Reifenmarken und ihren Konzernen.
Wie stark der Namensaufschlag im Einzelfall kippen kann, zeigt ein Paar in der meistgefragten Größe. Der bereits genannte S FIT2 in 205/55 R16 91V trägt A/A/68 und kostet 56,61 Euro. Der Hankook K135 Ventus Prime 4 205/55 R16 91V trägt in derselben Größe und mit demselben Index C/A/69 und kostet 61,92 Euro. Hier ist der Reifen der Schwestermarke sowohl besser eingestuft als auch billiger als der der Hauptmarke. Ein Einzelfall, gewiss — aber einer, der die alte Faustregel vom technisch schwächeren Zweitmarkenreifen für diese Baureihe nicht mehr trägt. Was der Markenname im Konzernvergleich sonst kostet, haben wir am Winterreifen durchgerechnet: was der Markenname beim Winterreifen kostet.
Vier Auftritte in 21 ADAC-Testseiten
Für die Testlage haben wir alle 21 aktuell geführten ADAC-Reifentestseiten durchsucht. Laufenn taucht in vier davon auf — dreimal im Sommer, einmal im Winter, kein einziges Mal im Ganzjahrestest. Das ist die vollständige Testbiografie der Marke beim größten deutschen Prüfer:
- Sommer 235/55 R17 (2020): Laufenn S-Fit EQ, 103 Euro, Gesamturteil 5,0 (mangelhaft) und damit Schlusslicht eines zwölf Reifen starken Feldes. Die Einzelnoten zeigen sehr genau, woran es lag: Trocken 2,1, Geräusch und Komfort 2,3, Kraftstoffverbrauch 2,5, Verschleiß 2,0 — und Nass 5,0. Eine einzige Disziplin riss das Urteil nach unten. Die prognostizierte Laufleistung lag bei 37.000 Kilometern; nur zwei Reifen des Feldes kamen auf weniger (ADAC-Sommerreifentest 235/55 R17).
- Sommer 225/50 R17 (2021): Laufenn S-Fit EQ+ LK01, 90 Euro, Gesamturteil 3,3. Trocken 2,5, Nass 3,3, Geräusch 2,9, Kraftstoff 2,2, Verschleiß 2,5. Der ADAC ordnete den Reifen ausdrücklich in die Gruppe der Zweitmarken ein, die wegen schwächerer Nässe-Leistung hinter den Hauptmarken liegen, aber insgesamt befriedigend abschneiden.
- Winter 195/65 R15 (2021): Laufenn i FIT+ LW31, 58 Euro, Gesamturteil 3,0 — und damit das beste Testergebnis der Marke überhaupt (ADAC-Winterreifentest 195/65 R15).
- Sommer 205/55 R16 (2023): Laufenn S Fit EQ+, 75 Euro, Gesamturteil 3,9 bei einem Feld von 50 Reifen. Fahrsicherheit 2,9, Umweltbilanz 3,9.
Der letzte dieser vier Auftritte verdient eine genauere Betrachtung, weil er dem vertrauten Bild widerspricht. Hier war nämlich nicht die Nässe die Bremse, sondern die Umweltbilanz. In der Gesamtwertung landete der Laufenn auf Rang 38 von 50. In der Fahrsicherheit — dem Block, der Nass- und Trockenbremsen, Handling und Aquaplaning zusammenfasst — stand er auf Rang 22 von 50, also genau im Mittelfeld. 14 Reifen desselben Feldes fuhren eine schlechtere Fahrsicherheitsnote als der Laufenn und bekamen trotzdem ein besseres Gesamturteil, darunter der Barum Bravuris 5HM, der Uniroyal RainSport 5 und der Giti GitiSynercy H2.
Das schönste Gegenbeispiel steht in derselben Tabelle direkt über dem Laufenn: Der Michelin e.Primacy erhielt für 124 Euro ebenfalls die Gesamtnote 3,9 — aber aus dem exakt umgekehrten Grund, mit Fahrsicherheit 3,9 und einer Umweltbilanz von 1,3. Zwei Reifen, dieselbe Endnote, gegensätzliche Ursachen, 49 Euro Preisunterschied (ADAC-Sommerreifentest 205/55 R16). Eine Gesamtnote allein sagt Ihnen also nicht, worin ein Reifen schwach ist — dafür müssen Sie die Teilnoten lesen. Wie stark sich Ergebnisse allein durch die Gewichtung verschieben, zeigt unser Vergleich, wie unterschiedlich die Testhäuser gewichten.
Wichtig für die Einordnung: Alle vier Testauftritte betreffen die alten Baureihen. Der S FIT2, der im Regal die Bestnoten stellt, ist von keinem der großen Prüfer bisher getestet worden. Was er auf der Straße leistet, ist damit offen — die Label-Werte sind eine Messung unter genormten Bedingungen, kein Testurteil.
Drei Befunde, die gegen die freundliche Lesart sprechen
Der Aufstieg der Marke ist real, aber er ist eng begrenzt, und drei Zahlen aus derselben Erhebung machen das deutlich.
Erstens bleibt der Preisvorteil ein reines Konzernphänomen. Gegenüber Kumho ist Laufenn im paarweisen Vergleich nicht günstiger, sondern minimal teurer. Die Marke ist im Wettbewerbsumfeld also normal bepreist; billig wirkt sie nur, weil Hankook daneben steht.
Zweitens profitiert bisher ausschließlich das Sommerprogramm. In den 246 Winter- und Ganzjahresausführungen gibt es kein einziges Nasshaftungs-A und kein einziges Effizienz-A. Die Winterreihe i FIT+ steht überwiegend bei Effizienz E und Nasshaftung C — der Laufenn LW31 i FIT+ 195/65 R15 91T für 50,12 Euro ist dafür ein typischer Vertreter. Die Ganzjahresreihe G fit 4S kommt in 86 Ausführungen auf 81-mal Nasshaftung B und kein A, etwa der Laufenn LH71 G fit 4S 195/65 R15 91H für 49,87 Euro. Beide Reihen sind für ihren Preis in Ordnung, aber sie haben den Sprung der Sommerlinie nicht mitgemacht.
Drittens bleibt die Abdeckung dünn. Ein Fünftel aller Größen ist eine schmale Basis, und in den Dimensionen, die Laufenn nicht führt, hilft die beste Baureihe nichts. Dazu kommt ein struktureller Punkt, der leicht übersehen wird: Die UHP-Reihe mit der perfekten Nasshaftungsbilanz trägt fast durchgehend die Effizienzklasse E — der Laufenn LK03 Z FIT EQ 275/30 R19 96Y mit E/A/73 ist dafür kennzeichnend. Bestnote bei Nässe und schlechteste Klasse beim Verbrauch schließen sich bei breiten Sportdimensionen eben nicht aus.
Für wen sich Laufenn heute lohnt
Die Empfehlung lässt sich nach diesen Zahlen sehr viel genauer fassen als mit dem üblichen Hinweis auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Klar empfehlenswert ist Laufenn im Sommer, wenn Sie die neue Baureihe bekommen. Ein S FIT2 mit Nasshaftung A für unter 80 Euro ist in der Kombination aus Etikett und Preis schwer zu schlagen, und in mehreren Größen liegt er sogar unter dem entsprechenden Hankook. Prüfen Sie deshalb bei der Auswahl unter den PKW-Sommerreifen gezielt das Kürzel LK12.
Vertretbar, aber ohne Label-Vorsprung ist die Marke bei Winter- und Ganzjahresreifen. Wer dort kauft, kauft einen soliden Budgetreifen mit durchschnittlichen Werten — legitim für Zweitwagen, Wenigfahrer und kleine Größen, aber ohne den Vorteil, der die Sommerlinie interessant macht. Vergleichen Sie hier besonders sorgfältig innerhalb der Winterreifen für PKW und der Ganzjahresreifen fürs Auto, denn in diesen Segmenten entscheidet der konkrete Preis, nicht die Marke.
Zurückhaltung ist angebracht, wenn Sie ein schweres, stark motorisiertes Fahrzeug bewegen oder viel bei hohem Tempo im Regen fahren. Dort zählen Reserven, die sich weder aus dem Etikett noch aus einem fehlenden Testergebnis ableiten lassen, und die getesteten Laufenn-Generationen haben genau in dieser Disziplin geschwächelt. Wie Sie günstige Marken generell einordnen und woran Sie eine belastbare Empfehlung erkennen, zeigt unser Ratgeber zum Thema Billigreifen und unbekannte Marken einschätzen; was der Aufpreis zur Premiumklasse messbar bringt, haben wir an Premium gegen Budget über 362 getestete Reifen durchgerechnet.
Fazit
Laufenn ist heute nicht mehr die Marke, als die sie vor zehn Jahren gestartet ist — aber der Fortschritt verteilt sich nicht über das Programm, sondern konzentriert sich in wenigen Reihen. Drei von 17 Baureihen tragen 125 der 131 Nasshaftungs-A, die jüngsten zwei alle vier Effizienz-A, und genau diese Generation hat den Sprung in die Erstausrüstung geschafft. Gleichzeitig bleibt der Preisvorteil auf den Vergleich mit Hankook beschränkt, das Winter- und Ganzjahresprogramm steht unverändert auf Budget-Niveau, und ein unabhängiges Testergebnis für die neue Reihe gibt es bisher nicht. Wer bei dieser Marke auf das Kürzel vor dem Namen achtet, kauft gut. Wer nur auf den Markennamen schaut, kauft zufällig. Die passende Größe finden Sie über unsere Suche, die Einordnung der Konzernmutter im Markenporträt zu Hankook.
Häufige Fragen
Ist Laufenn noch eine Zweitmarke von Hankook?
Die Marke gehört unverändert zum Hankook-Konzern, der sie 2014 eingeführt hat. Hankook selbst vermeidet inzwischen allerdings den Begriff Zweitmarke und spricht von einer Schwestermarke — seit der S Fit 2 bei Volkswagen-Konzernmodellen ab Werk montiert wird, also in derselben Rolle wie eine Hauptmarke.
Welche Laufenn-Reihe hat die besten Label-Werte?
Die Sommerreihen LK12 S FIT2, LK12A S FIT2 SUV und LK03 Z FIT EQ. Auf sie entfallen 125 der 131 Ausführungen mit Nasshaftung A, und im S FIT2 stecken zusätzlich drei der vier Ausführungen mit Effizienzklasse A. Bei allen Winter- und Ganzjahresreihen der Marke gibt es kein Nasshaftungs-A.
Warum steht die Marke in ADAC-Tests im hinteren Drittel?
In den drei Sommertests lag es an der Nässe, im jüngsten Test von 2023 dagegen an der Umweltbilanz: Dort stand der Reifen in der Fahrsicherheit auf Rang 22 von 50 und damit im Mittelfeld. Alle vier Testauftritte betreffen zudem ältere Baureihen; die aktuelle Sommerreihe ist noch nicht getestet.