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Ganzjahresreifen – Ratgeber im Magazin

Goodyear Vector 4Seasons Gen-3: Was der ADAC-Ganzjahres-Testsieger wirklich kann

· 16 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 28.09.2026
Ganzjahresreifen mit asymmetrischem Profil auf nasser Straße mit Herbstlaub (KI-generiert, OpenAI)
Ganzjahresreifen mit asymmetrischem Profil auf nasser Straße mit Herbstlaub (KI-generiert, OpenAI)

Ganzjahresreifen sparen den saisonalen Wechsel und die Einlagerung – aber nur, wenn sie sommers wie winters genug Sicherheit bieten. Der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 gilt seit Jahren als einer der Maßstäbe in dieser Klasse: Er war der erste Ganzjahresreifen überhaupt, der im ADAC-Test die Note „gut“ erreichte. Wir zeigen, was der Reifen technisch kann, wie er in den unabhängigen Tests abschneidet – und wo auch er an Grenzen stößt.

Der Vector 4Seasons Gen-3 im Überblick

Der Vector 4Seasons Gen-3 ist Goodyears aktueller Ganzjahresreifen für Pkw und Kompaktwagen – die dritte Generation der „Vector 4Seasons“-Baureihe, die Goodyear über die Jahre Schritt für Schritt weiterentwickelt hat. Er trägt das Alpine-Symbol (3PMSF, „Three Peak Mountain Snowflake“) und ist damit ein vollwertiger, wintertauglicher Reifen im Sinne der situativen Winterreifenpflicht – die reine „M+S“-Kennung allein reicht dafür seit Oktober 2024 nicht mehr aus. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu den technischen Unterschieden von Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen.

Goodyear positioniert den Reifen als Allrounder für Autofahrer, die das ganze Jahr mit einem Radsatz fahren wollen – also vor allem für Wenigfahrer und Pendler in Regionen mit mildem Winter. Der Reifen soll die typischen Kompromisse eines Allwetterreifens möglichst klein halten: ordentlicher Grip bei sommerlicher Hitze wie bei Schneematsch, ohne dass eine Seite deutlich abfällt. Wer dagegen viel Autobahn fährt oder regelmäßig in schneereichen Mittelgebirgs- und Alpenlagen unterwegs ist, fährt mit zwei spezialisierten Sätzen weiterhin sicherer.

Der Zusatz „Gen-3“ steht für die dritte Ausbaustufe der Vector-4Seasons-Reihe: Goodyear hat die Baureihe über die Generationen hinweg bei Nässe, Schnee und Laufleistung Schritt für Schritt nachgeschärft, statt sie komplett neu aufzulegen. Für den Kauf heißt das vor allem, auf die genaue Modellbezeichnung zu achten – ältere Restbestände der Vorgängergeneration (Gen-2) tauchen im Handel gelegentlich noch auf und schneiden in den aktuellen Tests nicht mehr zwangsläufig gleich gut ab. Für die Eckdaten der einzelnen Größen lohnt ein Blick auf den Modellüberblick: alle Größen des Goodyear Vector 4Seasons Gen-3.

Wie breit die Baureihe inzwischen aufgestellt ist, zeigt ein Blick in unser eigenes Sortiment. Am 2. September 2026 waren bei uns 139 lieferbare Angebote des Vector 4Seasons Gen-3 in 97 verschiedenen Größen gelistet – von 175/65 R14 bis hinauf in den 22-Zoll-Bereich. Der Schwerpunkt liegt dabei längst nicht mehr beim Kleinwagen: 23 Größen entfallen auf 18 Zoll, 20 auf 19 Zoll, 16 auf 17 Zoll und 15 auf 20 Zoll, während 14 und 15 Zoll zusammen nur neun Größen beisteuern. Dazu kommen rund 30 Angebote der eigenständigen SUV-Ausführung. Für einen Ganzjahresreifen ist das ein ungewöhnlich breites Programm – und es erklärt, warum der Goodyear in so unterschiedlichen Testdimensionen überhaupt antreten kann.

Bemerkenswert ist gerade die kleine Seite dieses Programms. Der ADAC merkte in seinem Ganzjahresreifentest 2026 ausdrücklich an, dass in der Kleinwagendimension 185/65 R15 nicht alle Premiumhersteller ihre neuesten Modelle anbieten: Bei Bridgestone stand nur der Vorgänger Weather Control A005-Evo zur Verfügung, bei Michelin der CrossClimate 2 statt des aktuellen CrossClimate 3. Goodyear liefert dort die aktuelle Generation. Das ist ein Pluspunkt für die Verfügbarkeit – auch wenn ihn das Testergebnis in genau dieser Größe nicht belohnt hat.

Was die ADAC-Tests sagen

Der entscheidende Maßstab sind unabhängige Tests. Der Vector 4Seasons Gen-3 hat hier eine bemerkenswerte, aber nicht makellose Bilanz:

  • ADAC-Ganzjahresreifentest 2024 (205/55 R16): Der Vector 4Seasons Gen-3 wurde mit der Note 2,4 Testsieger – und war damit der erste Ganzjahresreifen überhaupt, der ein „gut“ erreichte (veröffentlicht 15.07.2024).
  • ADAC-Ganzjahresreifentest 2025 (225/45 R17): Hier holte er sich gemeinsam mit dem Continental AllSeasonContact 2 den Co-Testsieg mit der Note 2,3. Der ADAC bescheinigte ihm eine sehr hohe Laufleistung von rund 68.000 Kilometern (veröffentlicht 24.06.2025).
  • ADAC-Ganzjahresreifentest 2026 (185/65 R15): In der kleinen Kleinwagen-Dimension reichte es nur für ein „befriedigend“ (Note 3,1) – Teilnoten 3,4 für die Fahrsicherheit und 2,5 für die Umweltbilanz. Einziger „gut“-Reifen im 16er-Feld war der Continental AllSeasonContact 2 (2,3). Sieben Reifen kamen auf ein „befriedigend“, acht Modelle erhielten gar keine Kaufempfehlung – fünf davon mit der Note „mangelhaft“ (veröffentlicht 23.06.2026).

Der ADAC gewichtet seine Gesamtnote zu 70 Prozent nach der Fahrsicherheit und zu 30 Prozent nach der Umweltbilanz – und innerhalb der Fahrsicherheit wiegt beim Ganzjahresreifen die nasse Fahrbahn mit 45 Prozent am schwersten, die trockene mit 35 und die winterliche mit 20 Prozent. Die Umweltbilanz speist sich zu 40 Prozent aus der Laufleistung, dazu kommen Reifenabrieb, Effizienz, Geräusch und Nachhaltigkeit. Wer diese Gewichtung kennt, liest die Noten des Goodyear anders.

Denn über alle drei Jahrgänge hinweg zeigt sich ein bemerkenswert stabiles Muster: Die Umweltbilanz war jedes Mal deutlich besser als die Fahrsicherheit – 1,8 zu 2,7 im Jahr 2024, 1,6 zu 2,6 im Jahr 2025 und 2,5 zu 3,4 im Jahr 2026. In den Tests 2024 und 2025 war das der beste beziehungsweise ein geteilt bester Umweltbilanz-Wert des ganzen Feldes. Die beste Fahrsicherheitsnote hatte der Vector 4Seasons Gen-3 dagegen in keinem der drei Tests: 2024 lag der Pirelli Cinturato All Season SF2 mit 2,3 vorn, 2025 der Continental AllSeasonContact 2 mit 2,4, 2026 derselbe Continental mit 2,1.

Daraus folgt eine praktische Lesart der Testsiege. Der Goodyear gewinnt, wenn das Feld bei der Fahrsicherheit eng beieinanderliegt und ihn seine Laufleistung nach vorn trägt – 2024 war genau das der Fall: Der Pirelli fuhr die bessere Fahrsicherheit ein, verlor den Gesamtsieg aber über eine Umweltbilanz von 3,3. Zieht ein Wettbewerber bei der Sicherheit dagegen deutlich davon, reicht die starke Umweltbilanz nicht mehr. 2026 ordnete der ADAC den Reifen deshalb ins Mittelfeld ein: Fünf Modelle, darunter der Goodyear, zeigten „mindestens auf einer Fahrbahnart Schwächen, etwa bei Nässe, auf trockener oder winterlicher Strecke“. Bei der Umweltbilanz gehörte er zugleich zu den drei Reifen dieser Gruppe, die dort noch gute Werte erreichten.

Bei der Laufleistung drehte sich das Bild in den größeren Dimensionen um: Dort bescheinigte der ADAC dem Goodyear 2025 rund 68.000 prognostizierte Kilometer und damit einen Spitzenwert im Feld. Wie weit ein Reifen trägt, hängt aber immer von der konkreten Größe, der Beladung und dem Fahrstil ab – eine Testnote lässt sich deshalb nie eins zu eins von einer Dimension auf die andere übertragen.

Die Lehre daraus: Der Vector 4Seasons Gen-3 ist in den gängigen Kompakt- und Mittelklassegrößen stark, in der ganz kleinen Kleinwagen-Dimension liegt er aber hinter der Spitze. Das ist typisch für Reifentests – jede Dimension hat ihre eigene Konstruktion, ihr eigenes Wettbewerbsumfeld und wird einzeln geprüft. Testergebnisse gelten deshalb immer nur für die exakt geprüfte Größe – nicht pauschal für jede Dimension. Die Details lesen Sie im ausführlichen Ratgeber zum ADAC-Ganzjahresreifentest 2025.

Wie diese Laufleistungsangabe zustande kommt, ist dabei wichtiger, als es zunächst klingt. Der ADAC lässt die Reifen in Konvoifahrten über rund 15.000 Kilometer laufen und vermisst die Profiltiefe alle 2.500 Kilometer lasergestützt; ergänzend simuliert ein Prüfstand weitere 5.000 Kilometer mit Messungen alle 1.250 Kilometer. Aus dem gemessenen Abrieb rechnet der Club dann hoch, wie weit der Reifen bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern käme. Die 68.000 Kilometer sind also eine sauber hergeleitete Prognose – aber eben eine Prognose unter Testbedingungen und für eine einzige Größe, kein Versprechen für Ihren Alltag. Dass es auch ganz anders ausgehen kann, zeigte der Test 2026: In der Kleinwagengröße fand der ADAC keinen einzigen Dauerläufer, der Testsieger kam dort auf prognostizierte 41.300 Kilometer.

Quellen: ADAC-Ganzjahresreifentests 205/55 R16 (2024), 225/45 R17 (2025) und 185/65 R15 (2026). Gesamtnoten, Teilnoten für Fahrsicherheit und Umweltbilanz sowie die Testmethodik wurden am 2. September 2026 an den Originalseiten geprüft.

Die Technik: Snow Grip, Aqua Control und mehr

Goodyear setzt beim Vector 4Seasons Gen-3 auf ein asymmetrisches Profil mit mehreren aufeinander abgestimmten Technologien. Laut Hersteller sind das:

  • Snow Grip Technology: zusätzliche Lamellen in der Laufflächenmitte für mehr Grip auf Schnee.
  • Aqua Control Technology: Rillen, die das Wasser ableiten und so das Aquaplaning-Risiko bei Nässe senken.
  • Verstärkte Schulterblöcke: für mehr Stabilität und Haftung auf trockener Fahrbahn.
  • EV-Ready-Kennzeichnung: Goodyear versieht nach eigenen Angaben alle neuen Ersatzreifen seit Anfang 2024 mit dieser Markierung an der Seitenwand – sie steht dafür, dass der Reifen auf das höhere Gewicht und das sofort anliegende Drehmoment von Elektroautos ausgelegt ist.

Zwei weitere Goodyear-Technologien werden im Zusammenhang mit dem Vector 4Seasons Gen-3 häufig genannt, gehören aber nicht zu seiner Grundausstattung: die selbstdichtende Schicht, wie wir sie bei den selbstdichtenden Reifen erklären, und die Schaumstoffeinlage der SoundComfort-Technologie, die die Innenraumgeräusche laut Hersteller um bis zu 50 Prozent senken kann – das Prinzip hinter den leisen Silent-Reifen. Auf seiner Produktseite zum Vector 4Seasons Gen-3 führt Goodyear beides nicht als Merkmal dieses Reifens auf, und in unserem Sortiment trug am 2. September 2026 keines der 169 Angebote der Baureihe einen entsprechenden Zusatz in der Bezeichnung. Wer eine dieser Ausstattungen sucht, prüft sie deshalb an der konkreten Größe – und verlässt sich nicht auf den Modellnamen allein.

Das asymmetrische Profil teilt die Lauffläche in Zonen mit unterschiedlichen Aufgaben: Die kräftigen Außenschultern sorgen für Stabilität und Grip in schnell gefahrenen Kurven und auf trockener Straße, während die feiner verrillte Innenseite Wasser und Schneematsch aus der Aufstandsfläche schafft. Das Alpine-Symbol wiederum vergibt der Gesetzgeber nur, wenn ein Reifen in einem genormten Brems- und Traktionstest auf Schnee ein festgelegtes Mindestniveau erreicht – es ist also kein reines Werbezeichen, sondern eine geprüfte Wintereignung, die anders als das größenabhängige EU-Label für die gesamte Baureihe gilt. Goodyear beschreibt das Verfahren für Pkw-Reifen konkret als Messung des Bremswegs ab 25 km/h auf verdichtetem Schnee beziehungsweise als Haftungsmessung – ein eng gefasster, aber klar definierter Prüfrahmen. Über das Verhalten auf Eis, in tiefem Schnee oder bei sehr niedrigen Temperaturen sagt das Symbol nichts aus. Genau deshalb können zwei Reifen, die beide die Schneeflocke tragen, im Wintertest weit auseinanderliegen – im ADAC-Feld 2026 reichte die Spanne bis hinunter zu Modellen, die auf winterlicher Fahrbahn kaum zu gebrauchen waren.

Ein Ganzjahresreifen ist und bleibt ein Kompromiss: Er kann den spezialisierten Sommer- bzw. Winterreifen in den jeweiligen Extrembereichen nicht ganz ersetzen. Auf nasser Fahrbahn und bei Schneematsch spielt der Vector 4Seasons Gen-3 seine Stärken aus; bei sehr viel Schnee, Eis oder sportlicher Fahrweise sind zwei Sätze weiterhin im Vorteil. Der Grund liegt in der Gummimischung: Ein Sommerreifen wird bei Kälte hart und verliert Grip, ein Winterreifen bei Hitze zu weich und verschleißt schneller – die Allwettermischung muss beide Extreme abdecken und liegt in jedem Einzelbereich zwangsläufig zwischen den Spezialisten. Ob sich Allwetterreifen für Sie rechnen, klärt unser Ratgeber Ganzjahresreifen oder zwei Sätze?.

Quelle der Technik-Angaben: Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 (Herstellerseite).

Stärken und Schwächen auf einen Blick

Stärken:

  • Mehrfacher ADAC-Testsieger in gängigen Größen (2024 und 2025)
  • Sehr hohe Laufleistung – im ADAC-Test 2025 rund 68.000 km
  • Ausgewogenes Verhalten bei Nässe und auf trockener Straße
  • Beste bzw. geteilt beste Umweltbilanz des Feldes in den ADAC-Tests 2024 und 2025
  • 3PMSF-zertifiziert (wintertauglich)

Schwächen / Grenzen:

  • In der kleinen Größe 185/65 R15 nur „befriedigend“ (ADAC 2026)
  • Beste Fahrsicherheitsnote in keinem der drei ADAC-Tests 2024 bis 2026
  • EU-Label nicht einheitlich: Nasshaftung je nach Ausführung „B“ oder „C“
  • Wie jeder Ganzjahresreifen ein Kompromiss bei Extrem-Wetter

Beim EU-Reifenlabel lohnt ein genauer Blick, denn die Werte schwanken innerhalb der Baureihe erheblich. Wir haben dafür am 2. September 2026 alle 139 lieferbaren Angebote des Vector 4Seasons Gen-3 in unserem Sortiment ausgezählt. Bei der Kraftstoffeffizienz verteilen sie sich auf 15-mal „A“, 33-mal „B“, 85-mal „C“ und 6-mal „D“. Bei der Nasshaftung stehen 122 Angeboten der Klasse „B“ immerhin 17 Angebote der Klasse „C“ gegenüber, und das externe Rollgeräusch reicht von 69 bis 73 Dezibel. Von einem durchgängigen Labelwert kann also keine Rede sein.

Wie tief das ins Einzelne geht, zeigen zwei Beispiele aus demselben Regal. Die Größe 205/55 R16 94V führen wir doppelt: einmal mit Effizienz „C“ und 70 dB für 84,57 Euro, einmal mit Effizienz „A“ und 72 dB für 88,91 Euro – gleiche Größe, gleiche Tragfähigkeit, gleicher Geschwindigkeitsindex, unterschiedliches Label. Und Preis und Label laufen nicht parallel: Das günstigste Angebot der Baureihe, die 175/65 R14 86H für 63,99 Euro, trägt Nasshaftung „B“; das teuerste, eine 205/45 R17 88W für 290,60 Euro, nur „C“. Wer also das Label als Qualitätsmaßstab benutzt, darf keinesfalls vom Preis auf die Klasse schließen.

Der ADAC zieht daraus in seinen Kaufempfehlungen einen bemerkenswert deutlichen Schluss: „Verlassen Sie sich beim Kauf nicht auf das Label – die Tests zeigen, dass das Label nicht die Gesamtperformance auf Nässe widerspiegeln muss.“ Nützlich bleibt es trotzdem, weil es die einzige verpflichtende und damit über alle Hersteller vergleichbare Angabe ist. Man muss nur wissen, dass es je Ausführung und Größe vergeben wird und nicht für die Baureihe. Was die Klassen bedeuten, erklären wir im Ratgeber zum EU-Reifenlabel. Achten Sie deshalb immer auf das Label Ihrer konkreten Größe: Zwischen der besten Klasse „A“ und der schlechtesten bei Pkw-Reifen zugelassenen Klasse „E“ liegen laut ADAC aus 80 km/h bis zu rund 18 Meter Bremsweg – mehr als eine Fahrzeuglänge.

Ein Ganzjahresreifen rollt dabei tendenziell etwas schwerer als ein reiner Sommerreifen, weil seine Mischung auch bei Kälte griffig bleiben muss. Der Mehrverbrauch fällt im Alltag aber gering aus und wird durch den gesparten zweiten Radsatz meist mehr als aufgewogen – zumal die Spitzenwerte der Baureihe zeigen, dass ein Allwetterreifen die Effizienzklasse „A“ durchaus erreichen kann.

Für wen lohnt sich der Vector 4Seasons Gen-3?

Der Goodyear ist eine gute Wahl, wenn Sie:

  • überwiegend in Regionen mit mildem Winter unterwegs sind,
  • eine moderate Jahresfahrleistung haben und sich den Saisonwechsel sparen möchten,
  • Wert auf hohe Laufleistung und ausgewogenes Fahrverhalten legen.

Als Faustregel gilt: Je geringer die Jahresfahrleistung und je milder der Winter am Wohnort, desto eher spielt ein guter Ganzjahresreifen seine Vorteile aus – ein Radsatz, kein Wechseltermin, keine Einlagerung. Wer viel und schnell fährt oder echten Winter erlebt, sollte dagegen die Mehrkosten für getrennte Sommer- und Winterreifen einplanen.

Der ADAC formuliert dieselbe Abgrenzung entlang des Fahrprofils, und zwar erfreulich konkret. Wer „häufig und viel auf der Autobahn und/oder bei hohen Temperaturen und hoher Beladung“ unterwegs ist – der Club nennt ausdrücklich den Sommerurlaub als Beispiel –, ist mit Sommer- und Winterreifen besser beraten. Wer dagegen „hauptsächlich auf Bundesstraßen und nur gelegentlich Autobahn“ fährt und „nicht allergrößten Wert auf Präzision und Rückmeldung am Lenkrad“ legt, findet unter den Ganzjahresreifen geeignete und empfehlenswerte Modelle. Diese Beschreibung ist im Alltag brauchbarer als eine reine Kilometergrenze, weil sie benennt, wo der Kompromiss tatsächlich weh tut: bei hoher Dauerbelastung und beim letzten Prozent Lenkpräzision.

Zur Profiltiefe wird der Club in den Kaufempfehlungen zu seinem Ganzjahresreifentest ebenfalls deutlich: Winterreifen – und ein Ganzjahresreifen ist im Winterhalbjahr genau das – „sollten ab einer Profiltiefe von weniger als 4 Millimeter zugunsten der Fahrsicherheit getauscht werden, damit Sie im Falle von Aquaplaning noch eine Sicherheitsreserve haben“. Das sind 2,4 Millimeter mehr, als der Gesetzgeber mit seinen 1,6 Millimetern verlangt. Die gesetzliche Grenze markiert eben, ab wann ein Reifen nicht mehr verkehrssicher ist – nicht, ab wann er noch gut ist. Wie viel Profil Ihre Reifen haben, prüfen Sie mit wenigen Handgriffen selbst; wie das geht, zeigt unser Ratgeber zum Profil richtig messen.

Drei weitere Punkte aus derselben Empfehlungsliste passen zum Vector 4Seasons Gen-3 besonders gut. Erstens rät der ADAC, immer vier Reifen des gleichen Modells und Typs zu verwenden – angesichts der Label-Unterschiede innerhalb ein und derselben Größe heißt das auch, beim Nachkauf einzelner Reifen auf dieselbe Ausführung zu achten. Zweitens gehören bei unterschiedlicher Profiltiefe die besseren Reifen auf die Hinterachse, weil deren Seitenführungspotenzial die Fahrstabilität in der Kurve bestimmt. Und drittens sollte man keine neuen Reifen kaufen, die älter als drei Jahre sind – gerade bei einer so breiten Baureihe, in der einzelne Größen länger im Lager liegen können.

Für höhere und schwerere Fahrzeuge bietet Goodyear mit dem Vector 4Seasons Gen-3 SUV eine eigenständige Ausführung mit angepasster Konstruktion und höheren Tragfähigkeiten. Achten Sie hier – wie bei jedem Reifenkauf – auf den vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Last- und Geschwindigkeitsindex und prüfen Sie bei länger lagernder Ware das Reifenalter über die DOT-Nummer.

Seine direkten Konkurrenten an der Spitze sind der Continental AllSeasonContact 2 – der in den letzten Tests besonders konstant abschnitt – und der Michelin CrossClimate 3. Welcher Hersteller zu welchem Konzern gehört und wie sich Premium-, Zweit- und Budgetmarken unterscheiden, lesen Sie im Überblick Reifenmarken: Wer gehört zu wem?. Grundsätzliches zur Frage, für wen sich Allwetterreifen wirklich lohnen, haben wir separat zusammengefasst.

Unsere lieferbaren Größen

Eine kleine Auswahl gut nachgefragter, lieferbarer Größen (Preise und Verfügbarkeit sind tagesaktuell im Shop; die hier genannten Werte stammen vom 2. September 2026):

Das komplette Sortiment finden Sie in unserer Kategorie Ganzjahresreifen für PKW sowie nach Größe sortiert, etwa in 205/55 R16 oder 225/45 R17.

Ein Preisvergleich mit den Testberichten lohnt sich dabei ausdrücklich. Der ADAC nannte für den Vector 4Seasons Gen-3 im Test 2024 einen Reifenpreis von 120 Euro (205/55 R16) und 2025 von 135 Euro (225/45 R17). Bei uns lagen dieselben Größen am 2. September 2026 bei 84,57 beziehungsweise 91,63 Euro je Reifen – jeweils in der vom ADAC geprüften Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsklasse. Über die gesamte Baureihe reicht die Spanne von 63,99 Euro für die 175/65 R14 bis 290,60 Euro für eine 17-Zoll-Sportgröße; der Median liegt bei rund 143 Euro – was vor allem daran liegt, dass der Schwerpunkt des Programms bei 18 bis 20 Zoll liegt und nicht bei den günstigen Kleinwagenmaßen.

Auch die im ADAC-Test 2026 schwächer bewertete Größe 185/65 R15 führen wir, ab 68,09 Euro je Reifen. Getestet wurde dort übrigens die Ausführung 88H beziehungsweise 92V – wer in dieser Dimension kauft, sollte das Testergebnis kennen und bewusst abwägen, statt sich auf die Testsiege in anderen Dimensionen zu verlassen. Für Kleinwagen ist der Continental AllSeasonContact 2 nach aktueller Datenlage die stärkere Wahl; ab der Kompaktklasse dreht sich das Bild.

Häufige Fragen

Ist der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 wintertauglich?

Ja. Er trägt das Alpine-Symbol (3PMSF) und erfüllt damit die Anforderungen der situativen Winterreifenpflicht in Deutschland. Das Symbol gilt für die Baureihe und damit für jede Größe – anders als das EU-Label, das je Ausführung vergeben wird. Es belegt allerdings nur, dass der Reifen eine genormte Mindestleistung auf verdichtetem Schnee erreicht; über Eis, tiefen Schnee und sehr tiefe Temperaturen sagt es nichts aus. Bei viel Schnee und Eis bleibt ein spezialisierter Winterreifen deshalb im Vorteil.

Wie hoch ist die Laufleistung?

Der ADAC ermittelte im Test 2025 eine prognostizierte Laufleistung von rund 68.000 Kilometern – ein sehr guter Wert für einen Ganzjahresreifen. Der Wert stammt aus Konvoifahrten über rund 15.000 Kilometer mit laufender Laser-Profilmessung und wird bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern hochgerechnet. Er gilt für die getestete Größe 225/45 R17 und lässt sich nicht auf jede andere Dimension übertragen: Im Test 2026 fand der ADAC in der Größe 185/65 R15 im ganzen Feld keinen Dauerläufer. Die tatsächliche Laufleistung hängt zusätzlich von Fahrweise, Beladung und Luftdruck ab.

Ist ein Ganzjahresreifen so gut wie zwei Sätze?

Ein Ganzjahresreifen ist immer ein Kompromiss. Für Wenigfahrer in milden Regionen ist er eine bequeme und sichere Lösung; bei hoher Fahrleistung, Autobahn-Vielfahrten oder echten Winterregionen sind getrennte Sommer- und Winterreifen weiterhin sicherer. Eine gute Orientierung ist die Abgrenzung des ADAC: Viel Autobahn, hohe Temperaturen und hohe Beladung sprechen für zwei Sätze, überwiegend Bundesstraße und moderate Ansprüche an Lenkpräzision für den Ganzjahresreifen. Wichtig ist außerdem, dass der Kompromiss mit der Profiltiefe wächst – unter vier Millimetern verliert ein Allwetterreifen im Winterhalbjahr schneller an Reserve, als viele erwarten.

Schlagwörter: Goodyear Ganzjahresreifen Vector 4Seasons ADAC Test Allwetterreifen

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