Continentals Umbau: 650 neue Größen ab 18 Zoll — und zwei Zweitmarken im Rückstand
Als Continental am 4. Juli 2026 den Verkauf seiner Industriesparte ContiTech meldete, war das eine Ankündigung — kein vollzogener Schritt. Zweieinhalb Monate später lohnt der zweite Blick, denn inzwischen gibt es Zahlen statt Absichtserklärungen. Im August legte der Konzern eine Quartalsbilanz vor, in der das Reifengeschäft praktisch ohne das übrige Konzerngerüst dasteht, und Mitte September folgte eine Produktansage, die sehr genau verrät, wohin der neue Continental zielt: mehr als 650 zusätzliche Reifengrößen bis Ende 2027, ausdrücklich auch für die Zweitmarken.
Solche Meldungen lassen sich schwer einordnen, solange sie nur aus Prozentzahlen und Strategiebegriffen bestehen. Wir haben deshalb beides gegen unser eigenes Regal gerechnet: 53.696 lieferbare Reifen von 118 Marken, davon 5.746 aus dem Continental-Konzern, ausgezählt nach Marke, Felgengröße und Preis. Das Ergebnis erklärt den Umbau konkreter als jede Pressemitteilung — und es zeigt, dass der Hersteller in seiner Ankündigung genau die beiden Marken nennt, bei denen unser Regal die größte Lücke ausweist. Dieser Beitrag fasst den Stand vom 21. September 2026 zusammen: was beschlossen ist, was noch aussteht und was davon im Reifenkauf ankommt.
Der Stand am 21. September 2026: angekündigt, nicht vollzogen
Zuerst die Korrektur an der Lesart, die im Sommer überall zu lesen war. Continental ist noch kein reiner Reifenhersteller. Der Konzern hat am 4. Juli 2026 die Veräußerung von ContiTech an eine Tochtergesellschaft von Lone Star Funds für 4,0 Milliarden Euro bekannt gegeben, zuzüglich erfolgsabhängiger Komponenten von bis zu 250 Millionen Euro in den Folgejahren. Der entscheidende Satz der Mitteilung steht am Ende und wird gern überlesen: „Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen“ (Pressemitteilung von Continental zum ContiTech-Verkauf, 04.07.2026).
Diese Genehmigungen liegen bis heute nicht vollständig vor. In der Quartalsmitteilung vom 4. August 2026 nennt Continental den Abschluss der Transaktion für das Jahresende als Erwartung — nicht als Termin. Bilanziell hat der Konzern ContiTech bereits abgetrennt und weist die Sparte als nicht fortgeführte Aktivität aus. Für Sie als Reifenkäufer ist das eine reine Formalie, für die Einordnung der Meldung aber wesentlich: Zwischen einer unterschriebenen Vereinbarung und einem vollzogenen Verkauf liegen Kartellbehörden mehrerer Länder, und in dieser Zeit ändert sich am Produkt nichts.
Zur Erinnerung die Größenordnung des abgegebenen Teils: ContiTech erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 4,4 Milliarden Euro und beschäftigt rund 22.000 Menschen. Der Bereich stellt technische Gummi- und Kunststoffprodukte her — Schläuche, Antriebsriemen, Fördergurte, Luftfedern —, also alles, was Continental außer Reifen aus Gummi fertigt. Aus dem Verkauf erwartet der Konzern einen Barmittelzufluss von rund 3,1 Milliarden Euro, wovon voraussichtlich rund 2,5 Milliarden Euro als Sonderdividende oder als Kombination aus Sonderdividende und Aktienrückkäufen an die Aktionäre gehen sollen. Der erste Schritt des Umbaus lag noch früher: Am 18. September 2025 war das Automobil-Zuliefergeschäft unter dem Namen Aumovio an die Börse gebracht worden.
Die erste Bilanz, in der nur noch Reifen zählen
Am 4. August 2026 legte Continental die Zahlen zum zweiten Quartal vor — und sie sind der eigentliche Grund, warum dieser Umbau überhaupt stattfindet. Der Konzernumsatz lag bei 4,4 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis stieg um 35,1 Prozent auf 570 Millionen Euro, die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich von 9,6 auf 12,9 Prozent (Halbjahresbericht von Continental, 04.08.2026; deutsche Zusammenfassung bei Gummibereifung, 04.08.2026).
Der Reifenbereich für sich betrachtet: 3,3 Milliarden Euro Umsatz bei einer bereinigten EBIT-Marge von 15,3 Prozent — nach 12,1 Prozent im Vorjahresquartal. Damit lag die Reifensparte über der eigenen Jahresprognose, die für 2026 eine Marge zwischen 13,0 und 14,5 Prozent vorsieht. Ein zweiter Zahlenvergleich macht die neue Konzernstruktur noch deutlicher sichtbar als jede Erklärung: Die Umsatzprognose für die fortgeführten Aktivitäten des Gesamtkonzerns und die Umsatzprognose für die Reifensparte sind identisch — beide nennen 13,2 bis 14,2 Milliarden Euro für 2026. Was übrig bleibt, wenn man ContiTech und Aumovio herausrechnet, ist also rechnerisch bereits das Reifengeschäft; die Margenbandbreiten unterscheiden sich lediglich um rund einen Prozentpunkt, weil auf Konzernebene noch Holdingkosten dazukommen.
Interessant ist die Begründung, die Finanzvorstand Roland Welzbacher für den Ergebnissprung gibt. Er nennt neben Kostendisziplin und Rohstoffeffekten ausdrücklich einen höheren Anteil von Reifen ab 18 Zoll. Damit ist der Übergang zur nächsten Meldung vorgezeichnet — und zu der Frage, die sich aus dem Regal heraus beantworten lässt.
Die Ansage vom 16. September: 650 neue Größen bis Ende 2027
Sechs Wochen nach den Quartalszahlen wurde Continental konkret. Am 16. September 2026 kündigte der Hersteller an: „Bis Ende 2027 kommen mehr als 650 neue Reifendimensionen über alle Reifenlinien hinweg dazu.“ Gemeint sind Ultra-High-Performance-Reifen, und Continental definiert diese Gattung in derselben Mitteilung unmissverständlich über eine einzige Zahl: „sogenannten Ultra-High-Performance-Reifen (UHP-Reifen, Reifen ab 18 Zoll)“ (Pressemitteilung von Continental zum UHP-Ausbau, 16.09.2026).
Warum dieser Ausbau, belegt der Hersteller mit seiner eigenen Umsatzentwicklung. Über alle Marken hinweg stieg der UHP-Anteil am weltweiten Pkw-Reifenumsatz zwischen 2020 und 2025 von 41 auf 55 Prozent; bei der Kernmarke Continental allein von rund 49 auf rund 62 Prozent. Regional ist das Bild sehr ungleich: In Asien-Pazifik liegt der Anteil bei 70 Prozent, in den Americas bei 66 Prozent — in der Region EMEA, zu der Deutschland gehört, dagegen erst bei 43 Prozent. Europa ist damit der Nachzügler, und genau deshalb ist hier der größte Zuwachs zu erwarten. Edwin Goudswaard, Leiter Forschung und Entwicklung im Reifenbereich, ordnet die Entwicklung so ein: „Je größer, schwerer und leistungsstärker moderne Fahrzeuge werden, desto mehr rückt der Reifen in den Fokus.“
Der aus unserer Sicht wichtigste Satz der Mitteilung betrifft jedoch nicht die Kernmarke: „Dazu zählen neben der Kernmarke Continental auch die Zweitmarken wie beispielsweise Semperit und Uniroyal.“ Die Offensive gilt also ausdrücklich auch für die günstigeren Konzernmarken. Ob das nur eine freundliche Nebenbemerkung ist oder eine belastbare Ansage, lässt sich erstaunlich genau prüfen — indem man nachzählt, wie diese Marken heute im Regal stehen.
Was „reiner Reifenhersteller“ im Regal tatsächlich bedeutet
Unser offener Produktkatalog enthielt am 20. September 2026 insgesamt 53.696 lieferbare Reifen von 118 Marken. Davon gehören 5.746 Ausführungen zum Continental-Konzern, verteilt auf acht Markennamen — das sind 10,7 Prozent des gesamten lieferbaren Reifenbestands. Anders gesagt: Jeder zehnte Reifen, den Sie bei uns kaufen können, stammt aus Hannover oder aus einem Werk, das zu diesem Konzern gehört.
Die Aufteilung zeigt, wie unterschiedlich groß die Konzernmarken tatsächlich sind:
- Continental — 3.436 Ausführungen, 136 Profile, Preismedian 162,85 Euro
- Uniroyal — 593 Ausführungen, 17 Profile, Median 106,12 Euro
- Barum — 590 Ausführungen, 15 Profile, Median 96,78 Euro
- Semperit — 487 Ausführungen, 13 Profile, Median 108,86 Euro
- Matador — 397 Ausführungen, 15 Profile, Median 89,96 Euro
- Viking — 231 Ausführungen, 12 Profile, Median 91,44 Euro
- Sportiva — 8 Ausführungen, Gislaved — 4 Ausführungen
Die beiden letzten Namen existieren im deutschen Ersatzgeschäft praktisch nicht mehr; real sind es sechs Marken. Bemerkenswert ist die Position der Kernmarke: Mit 3.436 lieferbaren Ausführungen ist Continental die größte Einzelmarke in unserem gesamten Sortiment — vor Pirelli mit 3.208 und Michelin mit 3.063. Welche Marke zu welchem Konzern gehört und warum das beim Preisvergleich hilft, haben wir in der Übersicht Reifenmarken: Wer gehört zu wem? aufgeschlüsselt; das Porträt der Kernmarke selbst steht im Markencheck zu Continental.
Die 18-Zoll-Schwelle, im eigenen Regal nachgezählt
Jetzt die Probe aufs Exempel. Continental definiert UHP als Reifen ab 18 Zoll — also lässt sich exakt auszählen, wo die Konzernmarken heute stehen. Basis sind alle lieferbaren Pkw-, SUV- und Offroad-Reifen der acht Konzernmarken, zusammen 4.800 Ausführungen.
Das Ergebnis ist eindeutig:
- Continental: 2.832 Ausführungen, davon 1.916 ab 18 Zoll = 67,7 Prozent
- Semperit: 427 Ausführungen, davon 173 ab 18 Zoll = 40,5 Prozent
- Uniroyal: 520 Ausführungen, davon 206 ab 18 Zoll = 39,6 Prozent
- Barum: 515 Ausführungen, davon 186 ab 18 Zoll = 36,1 Prozent
- Viking: 178 Ausführungen, davon 53 ab 18 Zoll = 29,8 Prozent
- Matador: 319 Ausführungen, davon 84 ab 18 Zoll = 26,3 Prozent
Zum Vergleich: Über unser gesamtes Pkw- und SUV-Regal hinweg — 43.703 lieferbare Ausführungen aller 118 Marken — liegt der Anteil ab 18 Zoll bei 50,1 Prozent. Die Kernmarke Continental liegt also gut 17 Prozentpunkte über dem Marktdurchschnitt im Regal, ihre Zweitmarken dagegen 10 bis 24 Punkte darunter.
Und damit schließt sich der Kreis zur Pressemitteilung. Continental nennt dort als Beispiele für den UHP-Ausbau ausgerechnet Semperit und Uniroyal — also genau die beiden Zweitmarken, die mit 40,5 und 39,6 Prozent rund 27 bis 28 Prozentpunkte hinter der Kernmarke zurückliegen. Die 650 neuen Dimensionen zielen nicht in eine beliebige Lücke, sondern in genau jene, die unser Regal heute sichtbar macht. Matador und Viking, die mit 26,3 und 29,8 Prozent noch weiter zurückliegen, werden in der Mitteilung übrigens nicht genannt.
Wie viel Geld an dieser Schwelle hängt, zeigt derselbe Datensatz. Ein Continental-Pkw-Reifen ab 18 Zoll kostet bei uns im Median 207,78 Euro, ein Continental unter 18 Zoll 129,23 Euro — ein Aufschlag von 60,8 Prozent. Bei Semperit liegen die Mediane bei 132,49 gegenüber 90,81 Euro, bei Uniroyal bei 132,78 gegenüber 88,81 Euro. Das ist die Mechanik hinter der gestiegenen Marge, in Euro und Cent nachvollziehbar.
Zur Ehrlichkeit gehört die Gegenrechnung: Ein größerer Reifen ist nicht automatisch ein besserer. Der höhere Median entsteht ganz überwiegend daraus, dass ein 19- oder 21-Zoll-Reifen schlicht mehr Material, mehr Entwicklungsaufwand und eine kleinere Stückzahl bedeutet. Für Sie heißt „ab 18 Zoll“ deshalb zuerst einmal: teurer. Ob der Reifen auch besser bremst, entscheidet weiterhin das einzelne Modell — und nicht der Felgendurchmesser. Warum breitere und größere Reifen nicht in jeder Hinsicht gewinnen, haben wir in Breit oder schmal: Was die Reifenbreite wirklich kostet durchgerechnet.
Wo die neuen Größen landen werden: die Zollkurve der Kernmarke
Die Verteilung des Continental-Pkw- und SUV-Bestands über die Felgengrößen zeigt, wo noch Platz ist. Auf 13 Zoll entfallen 12 Ausführungen, auf 14 Zoll 53, auf 15 Zoll 136, auf 16 Zoll 287 und auf 17 Zoll 428. Dann folgt der dicke Block: 548 Ausführungen in 18 Zoll, 526 in 19 Zoll, 420 in 20 Zoll und 281 in 21 Zoll. Nach oben hin wird es schlagartig dünn — 122 Ausführungen in 22 Zoll, und in 23 und 24 Zoll zusammen gerade einmal 19 Ausführungen.
Genau dort, am oberen Ende, hat eine Ankündigung über 650 zusätzliche Dimensionen den größten Hebel. Und dass Continental die Spanne bis 24 Zoll ernst meint, lässt sich am Aushängeschild überprüfen: Vom SportContact 7 führen wir 145 Ausführungen, und die decken die vom Hersteller genannte Spanne lückenlos ab — 11 in 18 Zoll, 37 in 19, 34 in 20, 40 in 21, 16 in 22, 5 in 23 und 2 in 24 Zoll. Die Preise reichen von 98,07 bis 523,76 Euro bei einem Median von 256,37 Euro. Die Herstellerangabe hält der Gegenprobe im Regal also stand, was keineswegs selbstverständlich ist.
Der Einstieg in die Reihe ist der Continental SportContact 7 225/40 R18 92Y für 98,07 Euro; alle lieferbaren Dimensionen stehen in der Modellübersicht zum SportContact 7, die getestete Dimension selbst auf der Größenseite 225/40 R18. Was diesen Reifen technisch auszeichnet und wo die Werksversionen vom Ersatzreifen abweichen, steht im Modellbeitrag zum SportContact 7; was die Gattung UHP insgesamt ausmacht, erklären wir im Ratgeber Sportreifen und Semislicks.
Die Kehrseite dieser Strategie sollten Kleinwagenfahrer kennen: Mit 12 Ausführungen in 13 Zoll und 53 in 14 Zoll ist die Kernmarke im unteren Größenbereich dünn besetzt, und dort wird sie durch diese Offensive auch nicht dichter. Dass die Auswahl in kleinen Dimensionen generell schrumpft, ist kein Continental-Problem, sondern ein Markttrend — nachgerechnet haben wir ihn in Kleine Reifengröße, kleine Auswahl. Auch die Felgenseite folgt dieser Bewegung, wie unser Beitrag Warum es Stahlfelgen fast nur bis 16 Zoll gibt zeigt.
Nicht nur Pkw: was ein reiner Reifenhersteller sonst noch führt
„Reiner Reifenhersteller“ klingt nach Schrumpfung, meint aber ein erstaunlich breites Programm. Die 3.436 lieferbaren Continental-Ausführungen in unserem Regal verteilen sich auf 136 Profile und auf deutlich mehr als das Pkw-Geschäft: 1.450 Pkw-Sommerreifen, 617 Pkw-Winterreifen, 374 Offroad-Sommerreifen, 303 Pkw-Ganzjahresreifen, 156 Motorrad-Straßenreifen, 119 Sommerreifen für Transporter, 107 Reifen für Mofa, Moped und Roller, je 88 Offroad-Winterreifen und Transporter-Ganzjahresreifen, 84 Motorrad-Enduroreifen sowie 50 Winterreifen für Transporter.
Dass dieses Programm gepflegt wird und nicht nur verwaltet, zeigte der September gleich mehrfach. Am 10. September stellte Continental den ContiMotion EVO vor, den Nachfolger des ContiMotion im Sport-Touring-Segment, mit drei Größen ab September 2026 und einer vierten ab November — die Einzelheiten stehen in unserem Wochenrückblick zur KW 37. In unserem Sortiment ist der Nachfolger noch nicht gelistet; der Vorgänger steht in elf Ausführungen bereit, etwa als Continental ContiMotion M 180/55ZR17 73W. Bereits Anfang September war Continental als Erstausrüster des neuen Audi Q3 bestätigt worden, nachzulesen im Beitrag zur Erstausrüstung des Audi Q3.
Für den Transporterbereich lohnt sich der Blick in unseren Vergleich der VanContact-Linien; die gesamte Auswahl finden Sie bei den Reifen für Van und Transporter und — für Motorradfahrer — bei den Straßenreifen fürs Motorrad.
Was sich für Sie als Käufer ändert — und was nicht
Das Wichtigste zuerst, und daran hat sich seit Juli nichts geändert: Für den Kauf und die Nutzung von Continental-Reifen ändert der Konzernumbau unmittelbar nichts. Modelle, Größen, Freigaben und Garantien bleiben, wie sie sind. Ein Reifen wird weder besser noch schlechter, weil das Unternehmen dahinter eine Industriesparte verkauft.
Mittelbar lassen sich aus den Zahlen aber zwei Erwartungen ableiten, die über Werbeversprechen hinausgehen. Erstens: Das Größenangebot wächst oben, nicht unten. Wer ein Fahrzeug mit 19, 20 oder 21 Zoll fährt, wird in den kommenden anderthalb Jahren mehr Auswahl vorfinden — bei der Kernmarke wie bei Semperit und Uniroyal. Wer einen Kleinwagen mit 14 oder 15 Zoll bewegt, profitiert von dieser Offensive nicht. Zweitens: Die Zweitmarken rücken nach. Genau das ist für preisbewusste Käufer die interessantere Nachricht, denn der Preisabstand innerhalb des Konzerns ist erheblich — bei Winterreifen haben wir ihn in Derselbe Konzern, 112 Euro Unterschied nachgerechnet.
Was die Zweitmarken heute leisten, haben wir jeweils einzeln geprüft: Semperit im Datencheck, Uniroyal im Datencheck und, als günstigste Marke des Konzerns, Matador. Konkret im Regal stehen beispielsweise der Semperit Speed-Grip 5 205/55 R16 91H für 77,23 Euro und der Uniroyal RainSport 5 255/35 R19 96Y für 120,89 Euro — letzterer bereits eine 19-Zoll-Größe und damit ein Beispiel dafür, dass die Zweitmarken im großen Segment durchaus schon vertreten sind.
Aus dem Continental-Programm selbst sind die meistgefragten Vertreter der Continental PremiumContact 7 205/55 R16 91V für 79,84 Euro im Sommer und der Continental WinterContact TS 870 205/55 R16 91T für 92,38 Euro im Winter. Zu beiden gibt es ausführliche Modellbeiträge: PremiumContact 7 im Detail sowie WinterContact TS 870 und TS 870 P im Direktvergleich. Die komplette Auswahl finden Sie bei den Sommerreifen für den Pkw, den Winterreifen für den Pkw und — für das wachsende große Segment — bei den Sportreifen.
Häufige Fragen
Gehört ContiTech inzwischen nicht mehr zu Continental?
Rechtlich noch schon. Der Verkauf an Lone Star Funds wurde am 4. Juli 2026 vereinbart, steht aber unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Continental erwartet den Abschluss zum Jahresende 2026 und weist die Sparte bilanziell bereits als nicht fortgeführte Aktivität aus.
Werden Continental-Reifen durch den Konzernumbau teurer?
Dafür gibt es keinen Beleg. Preise entstehen aus Rohstoffkosten, Wettbewerb und Größensegment. Sichtbar ist lediglich, dass das Angebot in den teureren großen Dimensionen ab 18 Zoll wächst — der Durchschnittspreis eines Continental steigt dadurch, der einzelne Reifen aber nicht.
Bekommen auch Semperit und Uniroyal neue große Größen?
Ja. Continental nennt beide Zweitmarken in der Mitteilung vom 16. September ausdrücklich als Teil des UHP-Ausbaus. In unserem Regal liegen sie mit 40,5 beziehungsweise 39,6 Prozent Anteil ab 18 Zoll heute deutlich hinter der Kernmarke mit 67,7 Prozent.
Fazit
Der Umbau ist beschlossen, aber noch nicht vollzogen — und er ist für Reifenkäufer trotzdem schon sichtbar. Die Quartalszahlen zeigen, warum Continental diesen Weg geht: Die Reifensparte erreichte im zweiten Quartal 2026 eine bereinigte EBIT-Marge von 15,3 Prozent und lag damit über der eigenen Jahresprognose. Die Ansage über 650 neue Dimensionen bis Ende 2027 zeigt, wo dieses Geschäft wachsen soll: ab 18 Zoll. Und unser eigenes Regal zeigt, wo die Lücke dafür liegt — bei den Zweitmarken Semperit und Uniroyal, die heute rund 28 Prozentpunkte hinter der Kernmarke zurückliegen. Für Sie ändert sich am einzelnen Reifen nichts; für die Auswahl in den kommenden Jahren aber einiges. Passende Reifen aller Konzernmarken finden Sie jederzeit in unserer Übersicht der PKW-Reifen.
Quellen: Pressemitteilungen der Continental AG vom 04.07.2026 (ContiTech-Verkauf), 04.08.2026 (Ergebnis erstes Halbjahr) und 16.09.2026 (UHP-Ausbau); Zusammenfassung der Quartalszahlen bei Gummibereifung vom 04.08.2026. Die Bestands-, Größen- und Preisangaben aus unserem Sortiment stammen aus dem offenen Produktkatalog von reifentiefpreis.live mit Stand 20.09.2026 und ändern sich laufend.