165/70 R14: 242 von 253 Reifen tragen denselben Geschwindigkeitsindex
Wer in 165/70 R14 sucht, sucht Reifen für einen Kleinwagen – und stößt zuerst auf eine sehr lange Trefferliste. 253 lieferbare Ausführungen von 73 Marken stehen in dieser Dimension bei uns im Regal. Das klingt nach einer anstrengenden Entscheidung. Tatsächlich ist sie in dieser Größe einfacher als in fast jeder anderen, denn eines der vier Kriterien, nach denen man einen Reifen üblicherweise sortiert, fällt hier praktisch weg.
Wir haben die Dimension vollständig ausgezählt. Grundlage ist unser offener Produktkatalog mit Stand vom 23. September 2026, erzeugt um 17:10 Uhr, mit 57.539 Artikeln. Aus den 255 Datensätzen in 165/70 R14 haben wir zwei Preisausreißer herausgerechnet, die mehr als das Dreieinhalbfache des Größenmedians kosten und die Statistik verzerren würden. Übrig bleiben die 253 Ausführungen, über die dieser Beitrag spricht. Alle Zahlen beschreiben unser lieferbares Sortiment an diesem Stichtag, nicht den Weltmarkt.
Was in dieser Größe tatsächlich im Regal steht
Die 253 Ausführungen verteilen sich erstaunlich gleichmäßig über die drei Reifenarten: 102 Sommerreifen, 79 Ganzjahresreifen und 72 Winterreifen. Das ist ein anderes Bild als in den großen, flachen Dimensionen, in denen der Sommerreifen das Regal dominiert und das Winterangebot auf einen Bruchteil zusammenschmilzt. In 165/70 R14 bekommen Sie zu jeder Jahreszeit eine ernstzunehmende Auswahl – und beim Ganzjahresreifen sogar eine etwas größere als beim reinen Winterreifen.
Preislich bewegt sich die Größe im unteren Bereich dessen, was Pkw-Reifen kosten. Die Spanne reicht von 31,40 bis 162,40 Euro je Reifen, der Median liegt bei 49,33 Euro. Ein kompletter Satz aus vier Reifen beginnt damit bei 125,60 Euro, der Satz zum Medianpreis kostet 197,32 Euro. Das Rollgeräusch liegt zwischen 66 und 79 Dezibel bei einem Median von 70 Dezibel.
Auffällig ist die Breite des Angebots gemessen an seiner Tiefe: Auf die 253 Ausführungen kommen 204 verschiedene Reifenmodelle. Im Schnitt steht also hinter jedem Modell nur eine gute Ausführung, und wo es zwei sind, unterscheiden sie sich meist nur in der Tragfähigkeitszahl. Sie vergleichen hier keine Baureihen, sondern Einzelprodukte. Die vollständige, tagesaktuelle Liste finden Sie auf der Größenseite 165/70 R14.
242 von 253 Reifen tragen denselben Geschwindigkeitsindex
Hier liegt der eigentliche Befund dieser Auszählung. Der Geschwindigkeitsindex ist der Buchstabe am Ende der Reifenkennzeichnung und gibt an, bis zu welchem Tempo der Reifen freigegeben ist. In 165/70 R14 tragen 242 der 253 Ausführungen den Index T, also eine Freigabe bis 190 km/h. Das sind 95,7 Prozent. Konkret verteilt sich das auf 170 Einträge mit der Kennung 81T und 72 mit 85T; der Unterschied zwischen beiden liegt allein in der Tragfähigkeit, nicht im Tempo.
Wir haben das gegen alle 80 Pkw-Größen gehalten, in denen mindestens 150 Ausführungen lieferbar sind. Nur eine einzige Dimension ist noch einheitlicher: 175/70 R14 kommt auf 96,3 Prozent. 165/70 R14 liegt damit auf Rang zwei von 80. Zum Vergleich der direkte Nachbar, der ähnlich stark nachgefragt wird: In 175/65 R14 tragen nur 76,4 Prozent der Reifen ein T, dort sind höhere Freigaben regelmäßig vertreten. Was diese Nachbargröße sonst auszeichnet, steht in unserem Porträt der Kleinwagen-Größe 175/65 R14.
Für Sie als Käufer heißt das etwas sehr Praktisches. Normalerweise gehört der Index zu den vier Punkten, an denen ein Reifenkauf hängt: Preis, EU-Label, Marke – und eben die Freigabe. In 165/70 R14 ist dieser vierte Punkt in neunzehn von zwanzig Fällen identisch. Sie können ihn beim Sortieren schlicht ausblenden und Ihre Aufmerksamkeit auf das Label und den Preis legen. Wie Index und Tragzahl grundsätzlich zusammenhängen und welcher Wert für Ihr Fahrzeug mindestens gefordert ist, erklärt der Ratgeber zu Lastindex und Geschwindigkeitsindex.
Die elf Ausnahmen, und warum eine davon knapp wird
Die restlichen elf Ausführungen sind trotzdem einen Blick wert, weil sie in zwei völlig unterschiedliche Richtungen abweichen.
Sieben Reifen gehen über das T hinaus und tragen ein H, also eine Freigabe bis 210 km/h. Es sind fünf Einträge mit 81H und zwei mit 85H, verteilt auf Sommer- und Ganzjahresprofile von Aplus, Compasal, Giti und GT-Radial. Der günstigste davon kostet 33,12 Euro. Ein Beispiel aus dem Ganzjahresregal ist der GT-Radial 4Seasons 165/70 R14 85H für 46,74 Euro mit Nasshaftungsklasse B.
Vier Reifen bleiben unter dem T. Drei tragen ein R und sind damit bis 170 km/h freigegeben, einer trägt ein Q und endet bei 160 km/h. Wer eine solche Ausführung kauft, muss wissen, worauf er sich einlässt: Ein Reifen mit zu niedrigem Index ist keine Kleinigkeit, sondern ein Zulassungsthema. Ein höherer Index als gefordert ist dagegen immer zulässig.
Die wichtigste Zahl dieses Abschnitts betrifft das Winterregal. Von den 72 Winterreifen in dieser Größe trägt genau einer ein H – der Radar Dimax Winter Sport in 81H für 72,16 Euro. Verlangt Ihr Fahrzeugschein für den Winter eine Freigabe über 190 km/h, schrumpft Ihre Auswahl also von 72 auf eine einzige Ausführung. Für genau diesen Fall gibt es allerdings eine gesetzliche Ausnahme: Nach Paragraf 36 Absatz 5 der StVZO dürfen Sie Winterreifen mit Alpine-Symbol auch dann fahren, wenn ihre zulässige Höchstgeschwindigkeit unter der Bauartgeschwindigkeit Ihres Fahrzeugs liegt – vorausgesetzt, ein Schild oder Aufkleber im Blickfeld des Fahrers nennt die Grenze und Sie halten sie ein. Was der Buchstabe dagegen im Sommerregal preislich ausmacht, haben wir im Beitrag 91V oder 94W im Preisvergleich nachgerechnet.
Winterreifen kosten hier genauso viel wie Sommerreifen
Die zweite Besonderheit dieser Dimension steckt in den Preisen. Getrennt nach Jahreszeit liegen die Mediane bei 48,62 Euro für Sommerreifen, 48,79 Euro für Winterreifen und 51,72 Euro für Ganzjahresreifen. Der Winterreifen ist damit gerade einmal 17 Cent teurer als der Sommerreifen, ein Aufschlag von 0,3 Prozent. Auf den Satz gerechnet sind das 194,48 gegen 195,16 Euro, also keine 70 Cent Unterschied.
Das ist keineswegs der Normalfall. Über dieselben 80 gut bestückten Pkw-Größen liegt der mediane Winteraufschlag bei 10,5 Prozent, in großen und flachen Dimensionen fällt er noch deutlich kräftiger aus. In 165/70 R14 gibt es ihn faktisch nicht, und das hat eine schlichte Ursache: Das gesamte Preisniveau der Größe ist so niedrig, dass für die Aufschläge, die sonst auf Wintermischungen entfallen, kaum Spielraum bleibt. Wer hier über den Schritt von einem Ganzjahressatz zu zwei Sätzen nachdenkt, rechnet also nicht gegen einen Winterzuschlag an, sondern nur gegen den Montageaufwand.
Günstig heißt dabei nicht beliebig. Im Winterregal beginnen die Preise bei 35,69 Euro, und schon für 40,63 Euro bekommen Sie mit dem Sailun Ice Blazer Alpine2 165/70 R14 81T die im Winter beste hier erreichbare Nasshaftungsklasse B. Am oberen Ende der Markenskala steht der Dunlop Winter Response 2 165/70 R14 81T für 60,70 Euro, der als einziger Winterreifen dieser Größe die Effizienzklasse C mit Nasshaftung B und 69 Dezibel verbindet; wie dieses Profil in unabhängigen Tests abgeschnitten hat, steht im ausführlichen Porträt des Dunlop Winter Response 2. Warum der Markenname beim Winterreifen so unterschiedlich viel kostet, zeigt unsere Auswertung zu den Zweitmarken der großen Konzerne.
Beim Verbrauchslabel endet diese Größe bei B
Beim EU-Reifenlabel zeigt 165/70 R14 eine klare Grenze. Unter allen 253 Ausführungen trägt keine einzige die Kraftstoffeffizienzklasse A. Die beste vorkommende Klasse ist ein B, und das gibt es genau achtmal: siebenmal im Sommer- und einmal im Ganzjahresregal. Im Winterregal hört die Skala noch früher auf. Dort ist C die Spitze, erreicht von 9 der 72 Reifen, während 32 Ausführungen und damit fast die Hälfte mit der schlechtesten Klasse E eingestuft sind.
Diese Dimension ist damit kein Einzelfall, aber auch keine Selbstverständlichkeit: Von den 80 gut bestückten Pkw-Größen kommen 13 ganz ohne ein Effizienz-A aus, und es sind durchweg kleine oder sehr flache Formate. Der Zusammenhang zwischen Größe und Labelklasse ist systematisch und in unserem Beitrag Kleine Reifengröße, kleine Auswahl über das Sommersortiment hinweg nachgezählt.
Bei der Nasshaftung, der sicherheitsrelevanteren der beiden Klassen, sieht es etwas freundlicher aus. Sieben Ausführungen tragen ein A, ausnahmslos Sommerreifen. Im Winter ist B die beste erreichbare Klasse, vergeben an 16 der 72 Reifen, im Ganzjahresregal an 29 der 79. Wie viel Bremsweg zwischen den einzelnen Klassen liegt, steht im Beitrag zur Bremswirkung der Nasshaftungsklassen. Praktisch heißt das: In dieser Größe sortieren Sie sinnvoll nach Nasshaftung, nicht nach Effizienz – dort ist ohnehin nichts zu holen.
73 Marken, und keine beherrscht das Regal
Die dritte Eigenheit von 165/70 R14 ist die Marktstruktur. 73 Marken teilen sich 253 Ausführungen, und die größte davon kommt auf ganze acht Einträge, also 3,2 Prozent. Die fünf stärksten Marken zusammen stellen 36 Ausführungen und damit 14,2 Prozent des Regals. Über die 80 gut bestückten Pkw-Größen liegt dieser Wert im Median bei 24,4 Prozent, die Konzentration ist hier also deutlich geringer als üblich.
Das hat zwei Seiten. Die angenehme: Sie sind nicht auf wenige Anbieter angewiesen, und der Preiswettbewerb in dieser Dimension ist entsprechend hart. Die unangenehme: Viele dieser 73 Marken sagen den meisten Käufern nichts, und zu den wenigsten davon gibt es unabhängige Testergebnisse. Wie dünn die Testabdeckung gerade im 14-Zoll-Winterregal ist, haben wir in der Auswertung zu den Winterreifen in 14 Zoll gezeigt. Wo kein Test vorliegt, bleibt das EU-Label die einzige vergleichbare, unabhängig geprüfte Angabe – und genau deshalb ist es in dieser Größe wichtiger als in vielen anderen.
Zur Tragfähigkeit noch eine Einordnung, weil sie beim Sortieren regelmäßig für Verwirrung sorgt: 176 der 253 Ausführungen tragen die Tragfähigkeitszahl 81 und damit 462 Kilogramm je Reifen, 76 tragen die 85 mit 515 Kilogramm. Welche Zahl Ihr Fahrzeug mindestens braucht, steht in den Fahrzeugpapieren; die Begriffe rund um Kennzeichnung und Label erklärt unser Reifen-Wiki.
Was Sie beim Kauf in dieser Größe tun sollten
Die Auszählung führt zu einer kurzen Reihenfolge. Prüfen Sie zuerst in den Fahrzeugpapieren, welche Tragfähigkeitszahl und welche Geschwindigkeitsfreigabe für Ihr Auto mindestens gefordert sind. Steht dort ein T oder etwas Niedrigeres, haben Sie praktisch das gesamte Regal zur Verfügung und können diesen Punkt für den Rest des Kaufs vergessen. Steht dort ein H, sind Sie im Sommer- und Ganzjahresbereich auf eine Handvoll Modelle beschränkt und im Winter auf ein einziges – dann lohnt sich der Blick auf die Schildregelung aus der StVZO.
Danach sortieren Sie nach Nasshaftung und erst zum Schluss nach Preis. Weil der Winteraufschlag in dieser Dimension bei null liegt, kostet Sie ein guter Wintersatz kaum mehr als ein guter Sommersatz. Die Entscheidung zwischen zwei Sätzen und einem Ganzjahresreifen fällt hier also nicht am Kaufpreis, sondern an Ihrem Fahrprofil. Das lieferbare Angebot finden Sie bei den Winterreifen für Pkw und den Ganzjahresreifen für Pkw.
Häufige Fragen
Darf ich einen Reifen mit höherer Freigabe als gefordert montieren?
Ja. Ein Geschwindigkeitsindex über dem in den Fahrzeugpapieren geforderten Wert ist immer zulässig. Unzulässig ist nur der umgekehrte Fall, und dafür gibt es eine Ausnahme: Für Winterreifen mit Alpine-Symbol gilt die Schildregelung des Paragrafen 36 Absatz 5 StVZO.
Warum gibt es in dieser Reifengröße keine Effizienzklasse A?
Der Rollwiderstand hängt unter anderem an Reifenbreite, Flankenhöhe und Konstruktion. Schmale Reifen auf kleinen Felgen erreichen die für ein A nötigen Werte in der Praxis kaum, und für ein derart preissensibles Segment lohnt sich der Entwicklungsaufwand für die Hersteller selten. In 165/70 R14 ist B die beste vorkommende Klasse, im Winterregal C.
Lohnt sich in 165/70 R14 ein Ganzjahresreifen?
Die Auswahl spricht nicht dagegen: 79 Ganzjahresreifen stehen 72 Winterreifen gegenüber. Der Medianpreis liegt mit 51,72 Euro allerdings über dem der Winterreifen, ein Ganzjahressatz ist also nicht automatisch der günstigere Weg. Die Entscheidung sollten Sie an Ihrer Fahrleistung und Ihrer Region festmachen, nicht am Preisunterschied.