✓ Versandkostenfrei innerhalb Deutschlands ✓ 30 Tage Widerrufsrecht ✓ Seit 1997 — über 25 Jahre Erfahrung Hotline: 037329 7153-0
Motorrad – Ratgeber im Magazin

190/55 ZR17: 96 Hinterreifen im Regal – und dreizehn Namen stehen doppelt darin

· 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 09.10.2026
Hinterreifen in 190/55 ZR17 an einem Supersport-Motorrad (KI-generiert, OpenAI)
Hinterreifen in 190/55 ZR17 an einem Supersport-Motorrad (KI-generiert, OpenAI)

Die Reifengröße 190/55 ZR17 steht auf dem Hinterrad vieler großer Sportmotorräder – vom Literklasse-Supersportler über bullige Naked Bikes bis zum sportlichen Reise-Tourer. In unserem Shop ist sie die neuntgefragteste Reifengröße überhaupt und – nach 120/70 R17, 180/55 R17 und der Enduro-Vorderradgröße 90/90 R21 – die viertgefragteste Motorradgröße. Wer hier sucht, hat die Qual der Wahl: Wir haben den kompletten lieferbaren Bestand in dieser Größe am 9. Oktober 2026 neu ausgezählt – 96 Ausführungen von 79 Reifenmodellen quer über neun Marken, die Hälfte davon zwischen 143 und 193 Euro. Dieser Ratgeber erklärt, was die Kennung bedeutet, welche Maschinen die Größe wirklich fahren dürfen, was der Markt hergibt, warum dreizehn Artikelnamen in dieser einen Größe doppelt im Regal stehen – und welche fünf dieser Reifen gar nicht auf die Straße gehören.

Was 190/55 ZR17 bedeutet – und was die 75W dahinter aussagt

Die vollständige Kennung lautet auf den meisten Reifen dieser Größe 190/55 ZR17 M/C 75W. Aufgeschlüsselt bedeutet das:

  • 190 – die nominelle Reifenbreite in Millimetern.
  • 55 – das Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent. Die Flanke ist also rund 55 % der Breite hoch, hier etwa 105 mm. Eine niedrigere Zahl wie „50“ steht für eine flachere Flanke.
  • ZR – Radialbauweise (R) mit vorangestelltem Z für eine Freigabe über 240 km/h. Praktisch alle modernen Reifen dieser Größe sind Radialreifen.
  • 17 – der Felgendurchmesser in Zoll.
  • M/C – „Motorcycle“, die ausdrückliche Kennzeichnung als Motorradreifen.
  • 75 – der Lastindex: 75 entspricht 387 kg Tragfähigkeit pro Reifen.
  • W – der Geschwindigkeitsindex für bis zu 270 km/h.

Der Blick auf unseren Bestand zeigt, wie einheitlich diese Größe ist: 89 der 96 lieferbaren Ausführungen tragen exakt die Kennung 75W. Nur zwei fallen mit 75V (bis 240 km/h) aus der Reihe – eine Ausführung des Bridgestone Battlax Adventure A41 und eine des Pirelli Diablo SuperCorsa V4. Die restlichen fünf tragen überhaupt keinen Geschwindigkeitsindex; dazu weiter unten mehr.

Praktisch heißt das: Bei dieser Größe müssen Sie sich um Last- und Geschwindigkeitsindex fast nie sorgen, weil der Markt ohnehin nur eine einzige Kombination anbietet. Wichtiger ist die Frage, ob die Größe selbst für Ihr Motorrad eingetragen ist. Ein zweites Detail stiftet bei der Suche mehr Verwirrung als der Index: 83 der 96 Artikel schreiben die Größe als „190/55 ZR17“, die übrigen 13 als „190/55 R17“ – gemeint ist in beiden Fällen dasselbe Rad. Wer nur nach einer der beiden Schreibweisen sucht, übersieht einen Teil des Angebots. Warum dieselbe Motorradgröße in mehreren Schreibweisen im Regal steht, schlüsselt der Beitrag ZR, R, B oder nur ein Strich auf; was das vorangestellte Z rechtlich überhaupt noch bedeutet, klärt ZR am Reifen. Wie Sie die komplette Flankenbeschriftung Schritt für Schritt entziffern, zeigt unser ausführlicher Ratgeber zum Lesen der Motorradreifen-Größe; was Last- und Geschwindigkeitsindex generell bedeuten, steht im Beitrag zum Lastindex und Geschwindigkeitsindex.

Welche Motorräder diese Größe fahren – und welche nicht

Die pauschale Antwort „alle großen Sportler“ greift zu kurz, wie ein Blick in unseren Motorradreifen-Konfigurator zeigt. Dort sind die vom Reifenhersteller freigegebenen Vorder-/Hinterreifen-Paarungen je Modell hinterlegt – und die Größe wechselt oft schon innerhalb einer Baureihe. Vier Beispiele aus den Freigabedaten (Stand August 2026):

  • BMW S 1000 RR (ab 2025): 19 freigegebene Paarungen, davon 14 mit 120/70 + 190/55 und fünf mit 200/55. Die Variante mit M-Paket hat dagegen ausschließlich Paarungen in 200/55 – gleiche Baureihe, gleiches Modelljahr, andere Hinterreifengröße.
  • Kawasaki: Die Z H2 fährt hinten 190/55, die Ninja 1000 SX desselben Baujahrs 190/50. Zwei starke Vierzylinder derselben Marke, zwei verschiedene Größen.
  • KTM: Die 1290 Super Duke R ist auf 190/55 freigegeben, die neue 1390 Super Duke RR (ab 2025) auf 200/55 – die Größe wandert mit der Modellgeneration.
  • Ducati: Die Multistrada V4 RS nutzt 190/55, die Multistrada V4 / S dagegen 120/70 R19 vorn und 170/60 R17 hinten. Auch hier trennt nur die Ausstattungsvariante die Größen.

Weitere Maschinen mit 190/55 hinten sind unter anderem die Yamaha MT-10 / SP (50 der 65 freigegebenen Paarungen), die Suzuki GSX-R 1000 / R (ab 2026) und, als Beispiel für ältere Superbikes, die Yamaha YZF-R1 der Baujahre 2007/2008 – für die sowohl 190/55 als auch 190/50 freigegeben sind. Die Honda CBR 1000 RR-R Fireblade fährt dagegen 200/55.

Dass die Größe längst nicht nur Supersportlern gehört, zeigt ein Blick auf die Rubrikzuordnung im Shop: 93 der 96 Ausführungen stehen bei den Straßenreifen, drei dagegen bei den Enduro-Reifen – der Bridgestone Battlax Adventure A41 für 142,37 Euro in zwei Ausführungen und der Continental TrailAttack 3 für 201,97 Euro. Das sind Reifen für schwere Reise-Enduros, die hinten dieselben 190 Millimeter Breite tragen wie ein Superbike, aber auf Laufleistung und Nässe ausgelegt sind statt auf Schräglagengrip.

Ein Detail, das viele überrascht: Die Felge ist bei all diesen Größen dieselbe. Ob 190/50, 190/55 oder 200/55 – die Serienfelge dieser Maschinen misst durchweg 6.00 x 17 Zoll hinten und 3.50 x 17 Zoll vorn. Die Felgenmaulweite entscheidet die Frage also nicht; entscheidend ist allein, was in Ihren Fahrzeugpapieren steht. Am schnellsten klären Sie das über die Modellsuche im Konfigurator – wie er entstanden ist und was er abdeckt, beschreibt der Beitrag 7.204 Motorradmodelle im Konfigurator ausgezählt.

190/55, 190/50 oder 200/55: Was Sie montieren dürfen

Der Unterschied zwischen den Querschnitten ist schnell erklärt: Bei gleicher Breite baut die 55er-Serie etwas höher als die 50er. Das Heck steht minimal höher, die Lenkgeometrie wird geringfügig steiler und das Einlenken tendenziell leichtgängiger. Das klingt nach einer Nuance – rechtlich ist es keine.

Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Deutschland eine wichtige Änderung: Eine Unbedenklichkeits- oder Herstellerbescheinigung des Reifenherstellers ist kein Nachweis mehr im Sinne von § 19 Abs. 3 StVZO. Ob Sie einen Reifen ohne weitere Schritte fahren dürfen, hängt heute allein davon ab, ob er der in den Fahrzeugpapieren eingetragenen Bereifung entspricht. Konkret:

  • Gleiche Größe, anderes Fabrikat: Hat Ihr Motorrad eine EU-/EG-Typgenehmigung (die Nummer beginnt mit „e“, in der Regel ab Erstzulassung um 2000) und entspricht der neue Reifen exakt der eingetragenen Größe, dürfen Sie jedes typgenehmigte Fabrikat mit ECE-R75-Kennzeichnung montieren – ohne Abnahme, ohne Eintragung.
  • Abweichende Größe: Wollen Sie statt 190/55 einen 190/50 oder 200/55 fahren, ist eine Abnahme durch eine Prüforganisation nach § 19 StVZO samt Eintragung nötig; die Kosten dafür liegen erfahrungsgemäß bei rund 70 bis 150 Euro. Die Herstellerbescheinigung ersetzt die Abnahme nicht mehr, dient dem Prüfer aber als anerkannte Begutachtungsgrundlage.
  • Maschinen ohne EU-Typgenehmigung: Hier führt jede Abweichung von den Papieren zur Abnahmepflicht. Steht zusätzlich eine Reifenfabrikatsbindung im Fahrzeugschein (Feld 22), gilt sie weiter, bis eine Prüforganisation sie austrägt.

Die Details zu dieser Rechtslage haben wir auf der Infoseite Reifenfreigaben für Motorradreifen zusammengefasst; dort und auf den Modellseiten des Konfigurators finden Sie auch die Herstellerbescheinigungen als PDF. Im Konfigurator kennzeichnen wir jede Paarung entsprechend als Seriengröße oder abweichende Größe und blenden die Auflagen des Herstellers ein – etwa den praktisch sehr relevanten Hinweis, dass eine Paarung „im Auslauf“ ist, der Nachschub also endet. Wer beim Kauf auf so eine Kombination stößt, sollte Vorder- und Hinterreifen besser gemeinsam bestellen.

Wie sich die Größenfrage auf die Auswahl auswirkt, zeigt ein Blick über den Zaun. Die Zahlen in Klammern sind die am 9. Oktober 2026 lieferbaren Ausführungen: 190/55 R17 (96) liegt klar vor der flacheren 190/50 R17 (57) und der breiteren 200/55 R17 (57); 190/60 R17 (12) und 200/50 R17 (6) sind Nischen, in denen Sie kaum eine echte Wahl haben. Die eine Nummer schmalere 180/55 R17 (118) ist die am besten bestückte Motorradgröße überhaupt – sie gehört den Mittelklasse-Sportlern und vielen Naked Bikes, für die wir einen eigenen Kaufratgeber zu 180/55 ZR17 haben. Wer von 190/55 auf eine dieser Größen wechseln möchte, braucht die oben beschriebene Abnahme – die größere Auswahl allein ist kein Grund, der vor dem Prüfer zählt.

96 Ausführungen, 79 Modelle, neun Marken: was die Größe hergibt

Wir haben den gesamten lieferbaren Bestand in 190/55 R17 markenweise ausgezählt (Stand 9. Oktober 2026). Das Ergebnis: 96 Ausführungen, 79 verschiedene Reifenmodelle, neun Marken. So verteilt sich das Angebot – in Klammern der Median der jeweiligen Marke, also der mittlere Preis:

  • Pirelli – 19 Ausführungen in 14 Modellen (Median 161,91 €)
  • Bridgestone – 17 Ausführungen in 11 Modellen (Median 161,10 €)
  • Dunlop – 15 Ausführungen in 13 Modellen (Median 183,99 €)
  • Metzeler – 13 Ausführungen in 10 Modellen (Median 177,36 €)
  • Michelin – 13 Ausführungen in 13 Modellen (Median 186,61 €)
  • Continental – 10 Ausführungen in 10 Modellen (Median 198,66 €)
  • Maxxis, Avon und Mitas – je drei Ausführungen, zwischen 106,27 und 257,50 €

Aussagekräftiger als die nackte Spanne ist, wo der Markt sich ballt: Der günstigste straßenzugelassene Reifen dieser Größe kostet 96,39 Euro, der Median liegt bei 172,59 Euro – und die mittlere Hälfte aller 91 straßenzugelassenen Ausführungen liegt zwischen 143 und 193 Euro. Nach unten reichen 29 Ausführungen unter 150 Euro und neun unter 120 Euro, nach oben kosten sieben mehr als 250 Euro. Weil Preise sich täglich ändern, ist das eine Momentaufnahme – die aktuelle Liste steht immer auf der Übersichtsseite zur Größe.

Diese Spreizung ist kein reiner Qualitätsunterschied, sondern zu einem guten Teil eine Frage des Baujahrs: In dieser Größe stehen mehrere Modellgenerationen gleichzeitig im Regal. Continental führt allein drei SportAttack-Generationen – vom ersten ContiSportAttack für 106,32 Euro über den SportAttack 2 für 152,58 Euro bis zum aktuellen SportAttack 4 für 217,16 Euro. Bei Pirelli stehen vier Diablo-SuperCorsa-Generationen nebeneinander. Warum Hersteller ihre Vorgängermodelle so lange weiterlaufen lassen, haben wir am Beispiel der fünf gleichzeitig lieferbaren Metzeler-Roadtec-Generationen aufgeschrieben.

Für Sie als Käufer heißt das vor allem eines: Ein niedriger Preis bedeutet in dieser Größe nicht automatisch „Billigmarke“. Er bedeutet oft schlicht, dass Sie eine ältere Generation eines Premium-Herstellers kaufen – technisch solide, aber eben nicht auf dem Stand der aktuellen Mischungen und Karkassen. Umgekehrt gilt: Für unter 120 Euro bekommen Sie hier ausschließlich ältere Modelle oder kleinere Marken, nicht die aktuelle Spitze.

Breiter Motorrad-Hinterreifen auf schwarzem Gussrad in der Werkstatt (KI-generiert, OpenAI)
Breiter Motorrad-Hinterreifen auf schwarzem Gussrad in der Werkstatt (KI-generiert, OpenAI)

Derselbe Name, zwei Preise: warum Sie beide Angebote vergleichen sollten

Bei der Auszählung fällt etwas auf, das in einer langen Trefferliste leicht untergeht: 15 der 79 Reifennamen stehen in dieser einen Größe mehrfach im Regal, und bei 13 Artikelnamen ist die Bezeichnung sogar Zeichen für Zeichen identisch. Der Preis ist es nicht. Einige Beispiele mit dem Abstand zwischen dem günstigsten und dem teuersten Eintrag desselben Namens:

  • Pirelli Diablo SuperCorsa V3 – die beiden Einträge trennen 58,92 Euro.
  • Bridgestone Battlax T32 – 29,13 Euro Unterschied; beim Bridgestone Battlax S22 sind es 20,94 Euro, beim Metzeler Roadtec 02 20,28 Euro.
  • Bridgestone S 21 R – hier stehen gleich drei Einträge nebeneinander, allerdings nur 5,75 Euro auseinander.
  • In zwei Fällen liegen die beiden gleichlautenden Einträge sogar mehr als 130 Euro auseinander. Der günstigere ist hier der Metzeler Racetec RR für 191,38 Euro beziehungsweise der Metzeler Roadtec 01 für 158,26 Euro.

Woran die Unterschiede im Einzelfall liegen, lässt sich von außen nicht ablesen – die Artikeldaten geben dazu nichts her, und wir wollen hier nichts hineindeuten. Die praktische Folge für Sie ist aber unabhängig von der Ursache dieselbe: Scrollen Sie die Trefferliste zu Ihrer Größe komplett durch, statt den ersten passenden Namen anzuklicken. Steht ein Modell mehrfach da und stimmen Bezeichnung, Größe und Kennung überein, ist der günstigere Eintrag die naheliegende Wahl.

Zwei Ausnahmen von dieser Regel gibt es: Wenn die Namen sich um einen Zusatzbuchstaben unterscheiden, sind es keine Dubletten, sondern verschiedene Ausführungen – dazu unten mehr. Und wo zwei Einträge unterschiedliche Kennungen tragen, etwa 75W gegenüber 75V, kaufen Sie tatsächlich zwei verschiedene Reifen.

Fünf dieser Reifen gehören nicht auf die Straße

Bei der Auszählung ist uns ein zweites Detail aufgefallen, das im normalen Suchergebnis leicht untergeht: Fünf der 96 Ausführungen tragen statt eines Geschwindigkeitsindex die Kennung NHS. Das steht für „Not for Highway Service“ – diese Reifen sind ausschließlich für den Einsatz abseits öffentlicher Straßen bestimmt, also für Rennstrecke und Trackday. Betroffen sind vier Modelle: der Michelin Power Slick 2 für 236,91 Euro, der Metzeler Racetec TD Slick (192,16 €), der Continental RaceAttack Race (221,25 €) und der Dunlop SX GP Racer Slick D212 in zwei Ausführungen (178,60 und 194,37 €).

Der Name verrät es meist schon – vier der fünf tragen „Slick“ oder „Race“ in der Bezeichnung –, doch verlassen sollten Sie sich darauf nicht. In derselben Größe gibt es nämlich auch straßenzugelassene Rennstreckenreifen mit sehr ähnlichen Namen: den Dunlop SX GP Racer D212 (204,66 €) mit regulärer 75W-Kennung, den Continental RaceAttack 2 Street für 186,55 Euro oder den Bridgestone Battlax RS 11 R (275,83 €). Der Unterschied steht nicht im Modellnamen, sondern in der Kennung auf der Flanke: 75W oder 75V heißt straßenzugelassen, NHS heißt es nicht.

Wer mit einem NHS-Reifen im öffentlichen Verkehr unterwegs ist, fährt ohne die dafür nötige Zulassung – mit allen Folgen für Versicherungsschutz und Hauptuntersuchung. Welche Reifenpunkte beim TÜV sonst noch geprüft werden, steht in unserem Beitrag zu Motorradreifen bei der Hauptuntersuchung.

Welcher Reifen zu Ihrem Fahrprofil passt

Anders als bei Autoreifen gibt es für Motorradreifen kein EU-Reifenlabel – in unserer Erhebung trägt keine einzige der 96 Ausführungen eine Label-Klasse für Nasshaftung oder Rollwiderstand. Sie können also nicht über genormte Buchstaben vergleichen. Woran Sie sich stattdessen orientieren, haben wir im Beitrag Warum Motorradreifen kein EU-Label haben beschrieben. Umso wichtiger ist es, den Reifentyp zum eigenen Fahrprofil zu wählen. In 190/55 ZR17 lassen sich drei Schienen unterscheiden.

Sport-Touring – für Vielfahrer und jedes Wetter. Wer viel und weit fährt, gerne auch bei Nässe, ist mit einem Sport-Touring-Reifen am besten bedient: hohe Laufleistung, gutmütiges Handling, verlässlicher Grip auf feuchter Fahrbahn. Aktuelle Vertreter dieser Klasse sind der Bridgestone Battlax T33 für 165,46 Euro und der Michelin Road 6 für 188,95 Euro. Wie sich die aktuellen Sport-Touring-Modelle untereinander schlagen, vergleicht unser Beitrag Sport-Touring-Reifen im direkten Vergleich.

Sport – maximaler Grip für Landstraße und gelegentliche Rennstrecke. Für ambitionierte Fahrer stehen die Hypersport-Reifen mit haftstarken Mischungen und schneller Aufwärmphase bereit. Ein bewährter Vertreter ist der Metzeler Sportec M9 RR für 165,48 Euro; die Vorgängergeneration Sportec M7 RR gibt es für 122,44 Euro – ein gutes Beispiel dafür, was ein Generationswechsel im Preis ausmacht. Wichtig bei dieser Gattung: Sportmischungen brauchen Temperatur. Warum die ersten Kilometer die kritischsten sind, erklärt der Ratgeber Kalte Motorradreifen.

Preisbewusst – solide Basis ohne sportlichen Anspruch. Für gemischte Nutzung genügt oft ein robuster Straßenreifen. Der Continental Road für 96,39 Euro ist derzeit der günstigste straßenzugelassene Reifen der Größe, der Pirelli Diablo Rosso II für 109,09 Euro und der Maxxis Supermaxx Sport für 106,27 Euro liegen ebenfalls am unteren Ende, ohne kleine Marke zu sein. Ein Hinweis dazu aus unserer Erhebung: Zum Diablo Rosso II ist in 120/70 ZR17 aktuell kein gleichnamiger Vorderreifen lieferbar, sondern nur die Varianten Rosso II D und Rosso II K. Das komplette Angebot finden Sie auf der Übersichtsseite zur Größe 190/55 R17 sowie in der Kategorie Motorrad-Straßenreifen.

Worauf Sie beim Kauf noch achten sollten

Kaufen Sie den Satz, nicht nur den Hinterreifen. Vorder- und Hinterreifen werden als abgestimmtes Paar entwickelt und freigegeben. Der passende Partner in 120/70 ZR17 kostet je nach Modell zwischen 75,58 Euro (Continental SportAttack) und rund 136 Euro (Pirelli Diablo Rosso IV); beim Battlax T33 sind es 126,26 Euro, beim Michelin Road 6 129,23 Euro und beim Sportec M9 RR 114,04 Euro. Rechnen Sie also grob mit dem doppelten Betrag für den kompletten Satz. Welche Vorderreifen es in dieser Größe gibt, zeigt der Ratgeber zu 120/70 ZR17; warum Mischen problematisch ist, erklärt Motorradreifen mischen.

Achten Sie auf Zusatzbuchstaben im Modellnamen. In unserer Erhebung tauchen mehrfach Varianten mit angehängtem Buchstaben auf – Pirelli Diablo Rosso III D, Pirelli Angel GT A, Dunlop SportMax Roadsmart III SP, Metzeler Roadtec 01 SE oder Bridgestone Battlax RS 11 R E. Diese Ausführungen sind vom Reifenhersteller für bestimmte Motorräder oder Einsatzzwecke abgestimmt und nicht automatisch mit der Basisversion identisch. Hier gilt die Regel aus dem Abschnitt oben also gerade nicht: Ein anderer Buchstabe ist keine Dublette, sondern ein anderer Reifen. Welche Variante für Ihr Modell freigegeben ist, zeigt die Paarungsliste im Konfigurator. Ebenso eigenständig sind Ausführungen mit dem Zusatz REAR im Namen, etwa der Bridgestone Battlax RS12 Rear (196,64 €) oder der Metzeler Sportec 01 Rear (177,36 €) – sie sind ausdrücklich als Hinterreifen ausgewiesen.

Verstehen Sie die Gummimischung. Viele Sport- und Sport-Touring-Reifen dieser Größe sind als Multi-Compound aufgebaut: härtere Mitte für Laufleistung, weichere Schultern für Schräglagengrip. Was das für Grip und Haltbarkeit bedeutet, vertieft der Ratgeber Single- oder Dual-Compound; warum die Reifenkontur dabei mindestens so wichtig ist wie die Mischung, beschreibt Motorradreifen in Schräglage.

Profiltiefe, Alter und Luftdruck. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt auch beim Motorrad 1,6 mm (§ 36 StVZO) – Sportreifen sollten Sie aus Sicherheitsgründen deutlich früher tauschen. Genauso wichtig ist das Reifenalter: Warum es beim Motorrad oft vor dem Profil zählt, steht im Beitrag Wie alt darf ein Motorradreifen sein?. Wie Sie Verschleiß früh erkennen, zeigt Motorradreifen-Verschleiß erkennen; zum richtigen Druck und zum Einfahren neuer Reifen lesen Sie Motorrad-Reifendruck und Einfahren.

Montage vom Profi. Breite Sportreifen verlangen sauberes Auswuchten und die korrekte Laufrichtung; auf den Gussrädern moderner Sportmaschinen werden sie schlauchlos gefahren. Was der Wechsel kostet und wie er abläuft, steht in Motorradreifen wechseln lassen. Einen allgemeinen Überblick zu Reifenwahl und Vorschriften bietet außerdem der ADAC zum Thema Motorradreifen.

Häufige Fragen

Darf ich statt 190/55 auch einen 190/50 montieren?

Nur mit Eintragung. Seit dem 1. Januar 2025 ersetzt die Herstellerbescheinigung die Abnahme nicht mehr: Weicht die Größe von der Eintragung in der Zulassungsbescheinigung ab, brauchen Sie eine Abnahme nach § 19 StVZO bei einer Prüforganisation und die anschließende Eintragung. Entspricht der Reifen dagegen exakt der eingetragenen Größe, dürfen Sie das Fabrikat bei EU-typgenehmigten Maschinen frei wählen.

Woran erkenne ich, dass ein Reifen nur für die Rennstrecke bestimmt ist?

An der Kennung auf der Flanke: Steht dort NHS statt eines Geschwindigkeitsindex wie 75W, handelt es sich um „Not for Highway Service“ – ohne Zulassung für den öffentlichen Verkehr. Der Modellname allein genügt als Erkennungsmerkmal nicht, weil es in dieser Größe auch straßenzugelassene Reifen mit „Racer“ oder „Race“ in der Bezeichnung gibt.

Was tun, wenn ein Modell mehrfach mit verschiedenen Preisen gelistet ist?

In 190/55 R17 betrifft das 13 Artikelnamen – von knapp 6 Euro Abstand bis über 130 Euro. Die Ursache ist aus den Artikeldaten nicht erkennbar. Vergleichen Sie die Trefferliste deshalb komplett und nehmen Sie bei identischer Bezeichnung, Größe und Kennung den günstigeren Eintrag; unterscheiden sich die Namen um einen Zusatzbuchstaben, handelt es sich dagegen um verschiedene Ausführungen.

Schlagwörter: Motorradreifen 190/55 ZR17 Hinterreifen Kaufberatung Superbike Sport-Touring

Das könnte Sie auch interessieren