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Motorrad – Ratgeber im Magazin

Pilot Power 2CT: In allen neun Größen der günstigste Michelin im Regal

· 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 27.09.2026
Sport-Hinterreifen eines Naked-Bikes auf sonniger Landstraße (Symbolbild, KI-generiert, OpenAI)
Sport-Hinterreifen eines Naked-Bikes auf sonniger Landstraße (Symbolbild, KI-generiert, OpenAI)

Es gibt Motorradreifen, die nach drei Jahren wieder aus den Preislisten verschwinden, und es gibt solche, die eine ganze Fahrergeneration begleiten. Der Michelin Pilot Power 2CT gehört unübersehbar zur zweiten Sorte: Sein Profil stammt aus dem Jahr 2006, und trotzdem steht er heute noch in neun Größen im Regal. Die spannende Frage ist deshalb längst nicht mehr, ob er gut ist — das hat die Fachpresse vor Jahren beantwortet. Die spannende Frage ist, was er heute noch kostet und was Sie dafür bekommen. Wir haben unseren kompletten Michelin-Bestand in genau den Größen ausgewertet, in denen es den 2CT gibt, und das Ergebnis ist eindeutiger als erwartet: In allen neun Größen ist der 2CT der günstigste Michelin, den wir führen — in einer Größe sogar der einzige. Dieser Beitrag erklärt, woher dieser Abstand kommt, wo er kleiner ist, als er aussieht, und für wen der Klassiker deshalb heute noch die richtige Entscheidung ist.

Was der 2CT ist — und warum 2006 für Michelin eine Zäsur war

Der Pilot Power 2CT ist ein Alltags-Sportreifen für die Straße: gedacht für sportlich bewegte Naked Bikes, Supersportler und sportliche Tourer, die den größten Teil ihrer Kilometer auf der Landstraße abspulen und nicht auf der Rennstrecke. Die Linie begann zwei Jahre früher, und die Fachzeitschrift MOTORRAD hat die Abfolge in ihrem Generationenvergleich von motorradonline.de klar festgehalten: „2004 erscheint der Pilot Power, noch ohne Zweikomponentenmix, 2006 schließlich die hier getestete 2CT-Version.“ Der Zusatz im Namen ist also kein Marketing-Anhängsel, sondern die eigentliche Neuerung.

Wichtig für die Einordnung: Der 2CT ist ein Straßenreifen mit sportlichem Charakter, kein Rennstreckenreifen mit Straßenzulassung. Für den gelegentlichen ambitionierten Ausritt taugt er hervorragend, für regelmäßige Trackdays ist ein trackbetontes Modell die bessere Wahl. Alle bei uns lieferbaren Ausführungen sind schlauchlose Radialreifen (Tubeless) für 17-Zoll-Gussräder, und alle tragen die ZR-Kennung, die den Reifen für mehr als 240 km/h ausweist. Der Geschwindigkeitsbuchstabe W steht darüber hinaus für die Freigabe bis 270 km/h — Werte, die für nahezu jedes seriennahe Sportmotorrad ausreichen. Was Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitskennzahl im Einzelnen bedeuten, führt unser Ratgeber Lastindex und Geschwindigkeitsindex erklärt aus.

Der 2CT ist damit genau das, was man vor zwanzig Jahren einen „Sport-Straßenreifen“ nannte: ein Reifen, der in Schräglage nicht nachgibt, aber trotzdem kalt losfährt und im Regen berechenbar bleibt. Dass er dieses Versprechen einhält, war 2006 keineswegs selbstverständlich — es war die Eigenschaft, die ihn von den damaligen Rennreifen-Ablegern unterschied.

Zwei Mischungen auf einer Lauffläche: wie die 2CT-Technik arbeitet

Das Kürzel 2CT steht für „Two Compound Technology“, also zwei Gummimischungen nebeneinander auf derselben Lauffläche. In der Mitte sitzt die härtere, verschleißfestere Mischung — dort läuft der Reifen beim Geradeausfahren, und dort entscheidet sich die Laufleistung. An den Schultern sitzt eine deutlich weichere, griffigere Mischung, die erst in Schräglage Bodenkontakt bekommt und dort den Kurvengrip liefert. Die Idee dahinter ist simpel und bis heute gültig: Man bekommt Haftung am Rand, ohne dass die Reifenmitte übermäßig schnell verschleißt.

Beide Zonen enthalten einen hohen Silica-Anteil. Silica verbessert vor allem den Nassgrip und sorgt dafür, dass die Mischung schon bei niedrigeren Temperaturen arbeitet — der Reifen greift also früher, statt erst nach einigen Kilometern Aufwärmphase. Genau das macht ihn im Alltag berechenbar und kostet ihn am absoluten Limit Reserven: Wo ein moderner Sportreifen bei hoher Temperatur noch etwas zulegt, ist beim 2CT das Fenster früher ausgereizt.

Später hat Michelin die Anordnung weiterentwickelt: Die Variante 2CT+ legt unter die weichen Schultern eine härtere Stützschicht und macht den Hinterreifen dadurch stabiler, ohne den Schräglagengrip zu opfern. Der klassische 2CT bleibt bei der einfacheren, zweizonigen Anordnung — ein Unterschied, den man beim Beschleunigen aus der Kurve heraus am ehesten merkt. Wie Gummimischungen grundsätzlich wirken und was einen Single- von einem Dual-Compound trennt, vertieft unser Ratgeber zu Single- oder Dual-Compound bei Motorradreifen.

Was die Fachpresse gemessen hat — und wie alt dieses Urteil inzwischen ist

Der gute Ruf des 2CT ist belegbar und nicht nur Folklore. Im erwähnten Generationenvergleich, den MOTORRAD im Juni 2018 veröffentlichte, trat der damals zwölf Jahre alte 2CT gegen zwei deutlich jüngere Michelin an: den Sport-Tourer Road 5 und den Sportreifen Power RS. Das Ergebnis fiel für den Altmeister erstaunlich gut aus. Gegenüber dem Road 5 zeigte er sich agiler und lenkte leichter ein, bei Nässe lag er auf ähnlichem Niveau, und im direkten Nassvergleich mit dem Power RS trennten beide gerade einmal 0,15 Sekunden. Noch weiter zurück reicht der letzte große Erfolg: „2009 gewinnt der Power 2CT zum letzten Mal den MOTORRAD-Reifentest.“

Den entscheidenden Satz für unseren Zusammenhang schrieb die Redaktion allerdings ins Fazit — und er lautet wörtlich: „Würden wir den Sieger gemäß einer Preis-Leistungs-Note küren, hieße er ganz klar Michelin Pilot Power 2CT.“ Das ist die Aussage, die sich acht Jahre später im Regal nachrechnen lässt, und genau das tun wir weiter unten.

Zur Ehrlichkeit gehört der Rahmen dazu. Erstens ist dieses Urteil von 2018 und damit selbst schon in die Jahre gekommen; seither hat Michelin mit der Power-Reihe und dem Michelin Road 6 zwei komplette Generationen nachgeschoben. Zweitens war es ausdrücklich eine Preis-Leistungs-Wertung, keine Bestnote in der Sache: Für leistungsstarke Sportmotorräder empfahl derselbe Test den Power RS, weil dieser deutlich stabiler war. Und drittens gilt für den 2CT, was für jedes ältere Profil gilt — er profitiert nicht von den jüngsten Karkassen- und Mischungsentwicklungen. Wer die letzten Zehntel am Grip-Limit sucht oder oft bei hohem Tempo unterwegs ist, merkt das.

Neun Größen: vier für vorn, fünf für hinten

Unser Bestand umfasst neun Ausführungen des Pilot Power 2CT, alle lieferbar (Stand 20. September 2026, eigene Auswertung unseres Sortiments). Alle neun sind 17-Zöller in Radialbauart, alle sind schlauchlos, und alle tragen den Geschwindigkeitsbuchstaben W. Die Aufteilung nach Radposition ist eindeutig — sie steht als „TL Front“ beziehungsweise „TL Rear“ in den Produktdaten jeder einzelnen Ausführung und muss nicht aus der Kennzahl geraten werden:

  • Vorderreifen (vier Größen): 110/70 ZR17 54W für 86,46 Euro · 120/60 ZR17 55W für 79,59 Euro · 120/65 ZR17 56W für 95,66 Euro · 120/70 ZR17 58W für 89,60 Euro
  • Hinterreifen (fünf Größen): 150/60 ZR17 66W für 103,36 Euro · 160/60 ZR17 69W für 111,74 Euro · 170/60 ZR17 72W für 120,44 Euro · 190/50 ZR17 73W für 119,81 Euro · 190/55 ZR17 75W für 123,28 Euro

Diese Aufteilung hat einen praktischen Wert, den man leicht übersieht: Die Kennzahl verrät beim Motorradreifen die Radposition, nicht eine Ausstattungsstufe. Ein 58W gehört nach vorn, ein 75W nach hinten — wer die vom Auto gewohnte Logik „höhere Zahl gleich stärkere Ausführung desselben Rades“ überträgt, montiert im schlimmsten Fall einen Hinterreifen an die Vorderachse. Wie sich das im Sortiment konkret niederschlägt, haben wir am Beispiel des Metzeler ME 888 und seiner 82 Ausführungen im Detail aufgeschlüsselt.

Drei typische Ausführungen aus dem laufenden Bestand, damit Sie die Größenordnung sehen: der klassische Vorderreifen Michelin Pilot Power 2CT 120/70ZR17 58W, der breite Hinterreifen Michelin Pilot Power 2CT 190/55ZR17 75W und die Mittelklasse-Größe Michelin Pilot Power 2CT 160/60ZR17 69W. Sämtliche Maße bündelt die Modellübersicht zum Pilot Power 2CT; die mit Abstand häufigste Sportgröße vorn finden Sie auf der Größenseite 120/70 R17, die passende Sportgröße hinten auf der Größenseite 190/55 R17. Welche Maße an Ihrer Maschine gefahren werden, lesen Sie an der Flanke oder in den Papieren ab — wie das geht, zeigt der Ratgeber Motorradreifen-Größe von der Flanke ablesen.

Die eine Lücke, die viele Supersportler-Fahrer trifft

Neun Größen klingen nach einer breiten Auswahl, und für Naked Bikes und Mittelklasse-Maschinen sind sie das auch. Es fehlt aber ausgerechnet die Größe, die auf besonders vielen Supersportlern montiert ist: 180/55 R17. In dieser Dimension führen wir 13 Michelin-Ausführungen — und keine einzige davon ist ein Pilot Power 2CT (Stand 20. September 2026). Wer also eine Maschine mit dieser Hinterradgröße fährt, kann die 2CT-Rechnung gar nicht erst aufmachen.

Das hat Folgen für den Preis, und zwar unmittelbar. Der günstigste Michelin, den wir in dieser Größe führen, ist der Pilot Road 4 für 139,29 Euro. Zum Vergleich: Der teuerste 2CT überhaupt, der 190/55 ZR17, kostet 123,28 Euro. Die fehlende Größe verteuert den Hinterreifen also um rund 16 Euro gegenüber dem teuersten Klassiker-Maß — und das, bevor überhaupt über Sport- statt Tourenreifen gesprochen wurde. Einen Überblick über die dort lieferbaren Alternativen gibt die Größenseite 180/55 R17.

Der umgekehrte Fall existiert ebenfalls, und er ist die angenehmere Überraschung: In 120/65 ZR17 ist der 2CT der einzige Michelin, den wir führen. Wer diese eher seltene Vorderradgröße braucht, hat innerhalb der Marke schlicht keine Wahl — und bekommt mit dem Michelin Pilot Power 2CT 120/65ZR17 56W zugleich das günstigste Angebot der Marke in dieser Dimension. Bei allen Paarungen gilt unverändert: Vorder- und Hinterreifen gehören als abgestimmtes Paar desselben Modells ans Motorrad. Warum das technisch und rechtlich wichtig ist, erklärt der Beitrag Vorder- und Hinterreifen mischen.

Was der Klassiker im eigenen Regal wirklich spart

Jetzt die Nachrechnung zum Zitat von 2018. Wir haben für jede der neun 2CT-Größen alle Michelin-Ausführungen erhoben, die wir in derselben Dimension führen, und den 2CT gegen den jeweils nächstgünstigeren Michelin gestellt. In acht der neun Größen gibt es überhaupt eine Alternative; in der neunten ist der 2CT allein. Das Ergebnis (Stand 20. September 2026, eigene Sortimentsauswertung, Preise pro Reifen):

  • 110/70 ZR17: 86,46 Euro gegen 102,49 Euro (Pilot Road 3) — 16,03 Euro Aufschlag, 18,5 Prozent
  • 120/60 ZR17: 79,59 Euro gegen 113,66 Euro (Road 5) — 34,07 Euro, 42,8 Prozent
  • 120/70 ZR17: 89,60 Euro gegen 104,63 Euro (Pilot Road 4) — 15,03 Euro, 16,8 Prozent
  • 150/60 ZR17: 103,36 Euro gegen 169,22 Euro (Road 6) — 65,86 Euro, 63,7 Prozent
  • 160/60 ZR17: 111,74 Euro gegen 124,51 Euro (Pilot Road 4) — 12,77 Euro, 11,4 Prozent
  • 170/60 ZR17: 120,44 Euro gegen 156,45 Euro (Pilot Power) — 36,01 Euro, 29,9 Prozent
  • 190/50 ZR17: 119,81 Euro gegen 152,54 Euro (Pilot Road 4) — 32,73 Euro, 27,3 Prozent
  • 190/55 ZR17: 123,28 Euro gegen 137,99 Euro (Pilot Road 4) — 14,71 Euro, 11,9 Prozent

Über diese acht Größen liegt der Median-Aufschlag bei 24,38 Euro je Reifen oder 22,9 Prozent; die Spanne reicht von 12,77 bis 65,86 Euro. Auf den Satz gerechnet wird daraus eine Zahl, die man beim Nachbestellen spürt: Ein 2CT-Satz aus 120/70 ZR17 vorn und 190/55 ZR17 hinten kostet bei uns 212,88 Euro, derselbe Satz als Pilot Road 4 242,62 Euro und als Road 6 319,64 Euro — also bis zu 106,76 Euro mehr, ein Aufschlag von gut 50 Prozent. Für die Mittelklasse-Paarung 120/70 vorn und 160/60 hinten stehen 201,34 Euro gegen 291,39 Euro beim Road 6. Das Preis-Leistungs-Urteil von 2018 hat den Preisteil also bis heute auf seiner Seite. Alle Preise sind unser Stand vom genannten Tag, kein allgemeiner Marktpreis, und sie ändern sich laufend.

Wo der Preisvorteil kleiner ist, als er aussieht

So deutlich die Zahlen sind, so wichtig ist die Einordnung — sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen. Der nächstgünstigere Michelin ist in sieben von acht Fällen ein Sport-Touring-Reifen, nämlich ein Pilot Road 3, ein Pilot Road 4, ein Road 5 oder ein Road 6. Diese Reifen verfolgen ein anderes Ziel als der 2CT: mehr Laufleistung, mehr Nassreserven, weniger Schärfe. Wer von einem 2CT auf einen Michelin Pilot Road 4 wechselt, zahlt also nicht einfach Aufpreis für „neuer“, sondern kauft eine andere Reifenphilosophie. Was diese Gattung ausmacht und wie eng ihr Größenangebot ist, haben wir im Sport-Touring-Reifen im großen Größenvergleich untersucht.

Interessanter ist deshalb der Vergleich innerhalb der Sportlinie. Den Michelin Power 5 führen wir in vier der neun 2CT-Größen, und dort fällt der Abstand deutlich größer aus: in 120/70 ZR17 kostet er 114,56 statt 89,60 Euro (plus 27,9 Prozent), in 160/60 ZR17 151,37 statt 111,74 Euro (plus 35,5 Prozent), in 190/55 ZR17 170,71 statt 123,28 Euro (plus 38,5 Prozent) und in 190/50 ZR17 sogar 207,28 statt 119,81 Euro — ein Aufschlag von 73 Prozent. Der echte sportliche Nachfolger kostet also im Extremfall fast das Doppelte.

Und es gibt den Gegenbeweis zur beliebten Faustregel „älter gleich billiger“, direkt im selben Regal: In 170/60 ZR17 kostet der noch ältere Pilot Power ohne 2CT-Zusatz 156,45 Euro — also 36,01 Euro oder 29,9 Prozent mehr als der neuere 2CT in exakt derselben Dimension. Ein abgelöstes Profil ist eben nicht automatisch ein Schnäppchen; oft ist es schlicht Restbestand, dessen Preis niemand mehr pflegt. Genau dieses Muster haben wir schon bei einer anderen Michelin-Familie gefunden und ausführlich belegt — nachzulesen in unserem Vergleich der Michelin-Commander-Generationen.

Für wen der 2CT heute die richtige Wahl ist — und für wen nicht

Aus all dem ergibt sich ein ziemlich klares Bild. Der Pilot Power 2CT ist heute die preisbewusste Vernunftentscheidung für alle, die viele Landstraßenkilometer bei wechselndem Wetter fahren, ein agiles, leicht einlenkendes Motorrad schätzen und auf die letzten Zehntel am Grip-Limit verzichten können. Für diese Fahrer stimmt das Paket: bewährte Mischungstechnik, gutmütiges Nassverhalten, kalkulierbares Aufwärmen — und ein Preisabstand, den die nächste Michelin-Alternative je nach Größe mit 11 bis 64 Prozent Aufschlag bezahlt.

Er ist nicht die richtige Wahl, wenn Sie regelmäßig auf die Rennstrecke gehen, ein sehr leistungsstarkes Sportmotorrad bewegen oder Wert auf maximale Stabilität bei hohem Tempo legen. Dafür gibt es den Michelin Power GP 2 mit klarem Track-Fokus. Wer dagegen ein modernes Straßenpaket mit mehr Nassreserven und Laufleistung sucht, ist beim Michelin Power 6 besser aufgehoben — und zahlt dafür bewusst den Aufpreis, den wir oben ausgerechnet haben. Welcher Reifentyp generell zu welchem Einsatz passt, ordnet unsere Kaufberatung zum passenden Motorradreifen für Ihren Fahrstil ein. Wer sich für die Standardgröße vorn ohnehin gerade umsieht, findet im Ratgeber zur Sportgröße 120/70 ZR17 den Marktüberblick über alle Hersteller.

Tipp: Rechnen Sie beim Vergleich immer den kompletten Satz, nicht den einzelnen Reifen. Der Preisabstand zwischen zwei Modellen fällt vorn oft harmlos aus und hinten deutlich — erst die Summe zeigt, worüber Sie tatsächlich entscheiden.

Lagerzeit, DOT und Einfahren: worauf Sie beim Kauf achten

Bei einem Profil, das seit 2006 gebaut wird, ist das Reifenalter die wichtigste Zusatzfrage. Je länger ein Modell im Programm ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Ausführungen länger gelagert haben — und ausgehärtetes Gummi verliert Grip, ganz unabhängig von der Profiltiefe. Prüfen Sie deshalb nach der Montage die vierstellige DOT-Nummer auf der Flanke, die Woche und Jahr der Herstellung nennt, und bestehen Sie auf möglichst frischer Ware. Welche Fristen hier vernünftig sind, klärt der Ratgeber Wie alt darf ein Motorradreifen sein?. Wenn die Maschine ohnehin länger gestanden hat, lohnt zusätzlich ein Blick auf das Thema Standplatten nach langer Standzeit.

Die Einfahrphase ist beim 2CT so wichtig wie bei jedem anderen Motorradreifen: Fahren Sie die ersten rund 100 bis 200 Kilometer bewusst zurückhaltend und steigern Sie die Schräglage schrittweise. Frische Laufflächen tragen noch feine Trennmittelreste aus der Produktion und müssen sich erst einschleifen, bevor sie den vollen Grip aufbauen — gerade an den weichen Schultern, auf die es bei diesem Reifen ankommt. Den Luftdruck prüfen Sie grundsätzlich kalt und nach Herstellervorgabe; schon kleine Abweichungen verändern Handling, Verschleiß und Aufwärmverhalten spürbar. Beides im Detail steht im Ratgeber zu Reifendruck und Einfahrphase am Motorrad.

Zwei praktische Punkte zum Schluss. Erstens tragen Motorradreifen kein EU-Reifenlabel — Nasshaftung, Rollwiderstand und Rollgeräusch lassen sich hier also nicht per Etikett vergleichen, weshalb Testberichte, Herstellerangaben und Erfahrungswerte umso mehr zählen; die Hintergründe dazu stehen unter Warum Motorradreifen kein EU-Label tragen. Zweitens gehört die Montage in die Werkstatt: Auswuchten, Laufrichtung und korrektes Anziehen sind nichts für den Hof — was der Reifenwechsel in der Werkstatt kostet, haben wir separat aufgeschlüsselt. Und falls es Sie unterwegs doch einmal erwischt, hilft der Beitrag Reifenpanne am Motorrad weiter.

Unterm Strich: Der Michelin Pilot Power 2CT ist zwanzig Jahre nach seiner Vorstellung kein Spitzenreifen mehr, aber er ist im Michelin-Programm der klare Preisanker: in allen neun Größen unseres Bestands die günstigste Ausführung der Marke, im Median 24,38 Euro je Reifen unter der nächsten Alternative und auf den Satz gerechnet bis zu gut hundert Euro. Wer seine Kilometer auf der Landstraße macht, kauft damit erstaunlich viel Reifen für wenig Geld. Wer 180/55 ZR17 fährt oder auf die Rennstrecke will, greift zu einem der Nachfolger. Die komplette Auswahl für beide Fälle finden Sie in unserer Kategorie Motorrad-Straßenreifen im Shop.

Häufige Fragen

Ist der Pilot Power 2CT wirklich noch zeitgemäß?

Als Straßenreifen für die Landstraße ja, als Spitzenreifen nein. Im Generationenvergleich von MOTORRAD aus dem Juni 2018 lenkte er leichter ein als der damals neue Road 5 und lag bei Nässe auf ähnlichem Niveau. Dieses Urteil ist inzwischen selbst acht Jahre alt, und modernere Profile bieten bei hohem Tempo und am Grip-Limit mehr Reserven.

Welchen Michelin nehme ich, wenn mein Motorrad hinten 180/55 fährt?

Dann scheidet der 2CT aus, weil wir ihn in dieser Dimension nicht führen. Von den 13 Michelin-Ausführungen, die wir dort anbieten, ist der Pilot Road 4 mit 139,29 Euro die günstigste (Stand 20. September 2026). Sportlich orientierte Fahrer schauen sich in dieser Größe eher bei der Power-Reihe um.

Warum ist der ältere Pilot Power teurer als der neuere 2CT?

Weil ein abgelöstes Profil nicht automatisch günstiger wird. In 170/60 ZR17 kostet der Pilot Power ohne 2CT-Zusatz bei uns 156,45 Euro und damit 29,9 Prozent mehr als der 2CT in derselben Größe. Auslaufende Ausführungen sind oft Restbestände, deren Preis nicht mehr nachgepflegt wird — ein Vergleich lohnt sich deshalb immer.

Schlagwörter: Michelin Pilot Power 2CT Motorradreifen Sportreifen Preisvergleich Reifengrößen

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