29 Lochkreise, 34 Nabenbohrungen: Woran die passende Felge wirklich scheitert
Wer eine einzelne Felge nachkaufen will, sucht meist zuerst nach dem Lochkreis. „5x112“, „4x100“ — die Zahl steht in den Fahrzeugpapieren oder auf der alten Felge, und passt sie, so die verbreitete Annahme, dann passt das Rad. Wir haben deshalb unser eigenes Stahlfelgen-Regal noch einmal vollständig ausgezählt: 612 bestellbare Stahlräder, Katalogstand 5. Oktober 2026. Sie verteilen sich auf 29 verschiedene Lochkreise — und auf 34 verschiedene Nabenbohrungen, die sich quer dazu legen. Das Ergebnis ist unbequem: Hinter dem häufigsten Lochkreis stecken Räder, die trotz identischer Lochzahl und identischem Lochkreisdurchmesser nicht gegeneinander tauschbar sind. Dieser Beitrag zeigt, wie weit die beiden anderen Maße auseinanderlaufen, warum das bei einem Lochkreis gar nicht passiert — und woran Sie die Fallen im Datenblatt erkennen.
Der Lochkreis ist nur die erste von drei Zahlen
Der Lochkreis beschreibt zwei Dinge: wie viele Radschrauben ein Rad hat und auf welchem Kreisdurchmesser sie sitzen. „5x112“ heißt also fünf Bohrungen auf einem gedachten Kreis von 112 Millimetern. Der Radhersteller ALCAR, dessen Markenname auf 597 der 612 Räder in unserem Sortiment steht, formuliert es im Räder-1x1 von ALCAR so: Der Lochkreisdurchmesser gibt an, „in welchem Durchmesser die Montagebohrungen an der Radnabe des betreffenden PKW bzw. wie viele angebracht sind“. Die restlichen Räder kommen von DOTZ (zwölf Geländewagen-Räder) und von ERION (drei Räder für junge Modelle wie BYD Dolphin, Hyundai Kona und Toyota Yaris).
Damit ist allerdings nur geklärt, ob sich das Rad überhaupt anschrauben lässt. Zwei weitere Maße entscheiden, ob es auch richtig sitzt. Die Nabenbohrung, auch Mittenloch genannt, trägt bei den meisten Personenwagen das Gewicht des Fahrzeugs und zentriert das Rad exakt auf der Nabe. Ist sie zu klein, geht das Rad gar nicht auf die Nabe; ist sie zu groß, fehlt die Zentrierung und das Rad hängt allein an den Schrauben. Die Einpresstiefe, abgekürzt ET, ist nach derselben Quelle „die Distanz von der Anlagefläche des Rades zur gedachten Mitte des Rades“ und „ausschlaggebend für die Lage des Rades am PKW“ — sie bestimmt, wie weit das Rad im Radkasten nach innen oder außen steht.
Wie diese Maße zustande kommen, wo sie auf der Felge stehen und wie man sie abliest, erklären wir im ausführlichen Ratgeber zu den Felgen-Anschlussmaßen. Hier geht es um die andere Seite der Sache: nicht darum, was die Maße bedeuten, sondern wie stark sie im realen Angebot auseinanderlaufen. Denn genau in dieser Streuung liegt der Grund, warum eine Felge mit nachweislich richtigem Lochkreis am Ende doch nicht ans Auto passt.
Ein Wort zur Grundgesamtheit, bevor die Zahlen kommen: Unser Produktkatalog wird mehrmals täglich neu erzeugt und schreibt sich selbst dazu, dass die Bestände sich täglich ändern. Diese Auszählung beruht auf der Katalog-Generierung vom 5. Oktober 2026, 17:08 Uhr, und zählt alle 612 Stahlräder, die dort als lieferbar geführt sind. Wer am selben Tag einige Stunden früher oder später zählt, kommt deshalb auf ein oder zwei Räder mehr oder weniger — die Verteilungen dahinter sind davon unberührt, die absoluten Stückzahlen nicht. Eine Grundgesamtheit ohne Zeitstempel ist bei einem lebenden Sortiment keine belastbare Angabe, und das gilt für jede Auszählung, auch für diese.
29 Lochkreise — und zwei tragen zusammen vier von zehn Rädern
Über alle 612 Räder verteilen sich 29 verschiedene Lochkreise, und sie sind extrem ungleich besetzt. Die beiden häufigsten liegen praktisch gleichauf und stellen zusammen schon 40,8 Prozent des gesamten Regals:
- 5x114,3 — 126 Räder (20,6 Prozent), verbreitet bei asiatischen Herstellern
- 4x100 — 124 Räder (20,3 Prozent), das Maß vieler Klein- und Kompaktwagen
- 5x112 — 85 Räder (13,9 Prozent), typisch für den VW-Konzern und Mercedes
- 4x108 — 50 Räder (8,2 Prozent), vor allem französische Modelle und Ford
- 5x108 — 41 Räder (6,7 Prozent), Citroën, Peugeot, Ford, Renault und Volvo
- 5x100 — 34 Räder (5,6 Prozent), Modelle des VW-Konzerns, dazu Subaru und Toyota
Die ersten sechs Lochkreise decken drei Viertel des Regals ab (75,2 Prozent). Am anderen Ende steht ein langer Schwanz aus Exoten: acht Lochkreise sind mit höchstens drei Rädern vertreten, zusammen bringen sie 15 Räder auf die Waage — und zwei davon existieren im ganzen Sortiment nur ein einziges Mal. Für die Praxis heißt das zweierlei. Wer ein gängiges Maß fährt, findet fast immer etwas. Wer ein seltenes fährt, sollte nicht davon ausgehen, dass kurzfristig überhaupt ein Rad verfügbar ist — und auch nicht, dass das eine vorhandene Rad dauerhaft im Regal bleibt. Wie stark der Bestand bei kleinen Stückzahlen schwankt, haben wir getrennt untersucht: jedes fünfte Stahlrad ist gerade nicht bestellbar, und die seltenen Maße trifft es zuerst.
Bei der reinen Schraubenzahl ist das Bild deutlich klarer als bei den Durchmessern. 369 Räder (60,3 Prozent) sind Fünflocher, 202 (33,0 Prozent) Vierlocher und 37 (6,0 Prozent) Sechslocher — letztere fast ausschließlich Transporter und Geländewagen. Dazu kommen vier Dreilocher, allesamt Räder für den Smart, der als einer der wenigen Personenwagen überhaupt mit drei Radschrauben je Rad auskommt. Die Schraubenzahl sieht man einem Rad an und kann sie nicht verwechseln. Alles Weitere steht nur im Datenblatt.
Hinter den 29 Lochkreisen stecken übrigens nur 20 verschiedene Lochkreisdurchmesser. Mehrere Durchmesser kommen mit zwei oder drei Lochzahlen vor: 114,3 Millimeter gibt es mit vier, fünf und sechs Bohrungen, 112 Millimeter mit drei und fünf, 108 und 139,7 Millimeter jeweils mit zwei Lochzahlen. Wer also einen Durchmesser für ein eindeutiges Kennzeichen hält, zählt eine Dimension zu wenig.
34 Schreibweisen für 29 Maße: die Falle sitzt schon im Lochkreis
Dass die Nabenbohrung in unterschiedlichen Schreibweisen auftaucht, ist ein bekanntes Problem — dazu weiter unten ein eigener Abschnitt. Weniger bekannt und deutlich tückischer ist, dass derselbe Effekt schon beim Lochkreis selbst auftritt. Roh gezählt enthält das Datenfeld 34 verschiedene Schreibweisen. Nur 29 davon sind eigene Maße. Die fünf übrigen entstehen auf drei Wegen, und jeder davon kann beim Vergleichen zweier Angebote eine Übereinstimmung verdecken:
- Führende Null. Zwei Räder tragen „4x098“ statt „4x98“ — darunter das Rad 4 Loch 098 ET43 für Fiat Stilo und Bravo zu 83,10 Euro. Dieselben 98 Millimeter wie bei den 21 Rädern, die das Maß ohne Null schreiben.
- Dezimalkomma statt Punkt. Sechs Räder notieren den Durchmesser mit Komma: „5x114,3“ statt „5x114.3“ und „6x139,7“ statt „6x139.7“. Für das Auge ist das derselbe Wert; für jede Sortierung und jede Suche ist es ein anderer Eintrag. Ein Beispiel ist das Rad 6 Loch 139,7x92,3 ET48 für den Hyundai Staria zu 97,40 Euro.
- Ausgeschriebenes Zollmaß. Sechs Räder stehen unter „107,95“ statt unter „108“ — drei mit vier und drei mit fünf Bohrungen, alle für Ford-Modelle. Das günstigste davon ist das Rad 4 Loch 107,95 ET37,5 für den Ford Ka zu 53,50 Euro. 107,95 und 108 Millimeter sind nicht zwei ähnliche Maße, sondern eines — warum, steht im nächsten Abschnitt.
Rechnet man diese fünf Schreibvarianten ihren eigentlichen Maßen zu, bleiben die 29 Lochkreise übrig, die in der Überschrift dieses Beitrags stehen. Die praktische Konsequenz ist unangenehm konkret: Wer im Fahrzeugschein „4x108“ liest und in einer Artikelliste nach genau dieser Zeichenfolge sucht, übersieht drei passende Räder. Wer „5x114,3“ mit Komma in ein Suchfeld tippt, findet die 121 Räder nicht, die den Punkt verwenden. Suchen Sie bei krummen Durchmessern deshalb nach der Zahl ohne die Dezimalstelle — „114“ findet beide Schreibweisen, „114,3“ nur eine.
Warum 107,95 und 114,3 so krumm aussehen: es sind Zollmaße
Die schiefen Dezimalzahlen in der Liste sind kein Messfehler und keine Produktionstoleranz. Sie sind Zollmaße, in Millimeter umgerechnet — und zwar exakt, weil ein Zoll genau 25,4 Millimeter sind. Nachrechnen lohnt, weil die Rechnung glatt aufgeht:
- 4¼ Zoll × 25,4 = 107,95 mm — in Katalogen meist auf 108 gerundet
- 4½ Zoll × 25,4 = 114,3 mm
- 5 Zoll × 25,4 = 127 mm
- 5½ Zoll × 25,4 = 139,7 mm
- 6½ Zoll × 25,4 = 165,1 mm
Damit ist die Frage „108 oder 107,95?“ endgültig geklärt: Es ist dasselbe Maß, einmal gerundet und einmal exakt umgerechnet. Ford schreibt traditionell den genauen Wert, andere Hersteller und die meisten Kataloge runden. Dasselbe gilt für 114,3 gegen „114“ und für 139,7 gegen „139“ — die kurzen Formen sind keine eigenen Maße, sondern verkürzte Schreibweisen des Zollwerts.
Wie verbreitet das ist, überrascht: 243 der 612 Stahlräder, also 39,7 Prozent, tragen einen zollbasierten Lochkreis. Fast vier von zehn Rädern in unserem Regal haben also ein Anschlussmaß, dessen Millimeterangabe nur eine Umrechnung ist. Das erklärt auch, warum gerade bei diesen Maßen so viele Schreibvarianten entstehen: Eine krumme Zahl verführt zum Runden, und jeder Katalog rundet ein bisschen anders. Bei den metrischen Lochkreisen, etwa 98, 100, 105, 110, 112, 115, 118, 120 oder 130, tritt das Problem nicht auf, weil dort nichts zu runden ist.
Für den Kauf heißt das: Ein Unterschied in der Dezimalstelle eines zollbasierten Maßes ist nie ein technischer Unterschied. 114,3 und 114 sind dasselbe, 107,95 und 108 sind dasselbe, 139,7 und 139 sind dasselbe. Wer dagegen 112 und 114,3 für „fast gleich“ hält, irrt — das sind 2,3 Millimeter Differenz auf dem Lochkreis, und das Rad lässt sich nicht aufschrauben.
Derselbe Lochkreis, sechs verschiedene Nabenbohrungen
Jetzt wird es interessant. Nehmen wir 4x100, den Lochkreis mit der saubersten Datenlage. Von den 124 Rädern nennen 98 die Nabenbohrung ausdrücklich im Artikelnamen, und diese 98 verteilen sich auf sechs verschiedene Nabenbohrungen: 54, 56, 56,5, 57, 59 und 60 Millimeter. Zwei Gruppen dominieren und sind dabei fast gleich groß: 54 Millimeter mit 37 Rädern (37,8 Prozent, darunter Hyundai Atos und Getz sowie Daihatsu Charade) und 60 Millimeter mit 36 Rädern (36,7 Prozent, darunter Dacia Logan und Lodgy sowie Nissan Micra). Dahinter folgen 56,5 Millimeter mit elf Rädern (Chevrolet Spark und Kalos, Fiat Grande Punto, Mitsubishi Colt), 57 Millimeter mit sieben (Seat Arosa und Ibiza, VW Up), 56 Millimeter mit sechs (Mini One und Cooper, Honda Jazz, Rover 300 und 400) und schließlich ein einzelnes Rad mit 59 Millimetern.
Sechs Millimeter Unterschied zwischen 54 und 60 klingen nach wenig. Am Rad sind sie der Unterschied zwischen „passt“ und „geht nicht auf die Nabe“. Ein Rad mit 54er Bohrung lässt sich auf eine 57er Nabe schlicht nicht aufstecken, obwohl beide denselben Lochkreis haben und sogar dieselben Radschrauben nehmen würden. Umgekehrt sitzt ein Rad mit 60er Bohrung auf einer 54er Nabe zwar auf — es wird dann aber nicht mehr von der Nabe zentriert, was sich im Fahrbetrieb als Unrundlauf bemerkbar macht.
Noch breiter streut der häufigste Lochkreis überhaupt. Bei 5x114,3 nennen 101 der 126 Räder ihre Nabenbohrung, und diese verteilen sich auf sieben verschiedene Durchmesser von 60 bis 71,6 Millimetern. Die mit Abstand größte Gruppe ist 67 Millimeter mit 54 Rädern (53,5 Prozent, viele Hyundai- und Kia-Modelle), gefolgt von 66 Millimetern mit 19 Rädern (Dacia Duster, Nissan Qashqai und Juke, Renault Laguna) und 60 Millimetern mit 18 Rädern (Toyota Corolla Verso und RAV4, Suzuki). Am Rand stehen Einzelfälle: 64 Millimeter für mehrere Honda Civic, Accord und CR-V, 71,6 Millimeter für den Jeep Cherokee, 65 Millimeter für die jüngste Gruppe um Peugeot 3008, Opel Grandland und Citroën C5 Aircross, 61,5 Millimeter für einen Elektro-Transporter. Wer also nur „5x114,3“ in ein Suchfeld tippt, bekommt Räder für sieben unterschiedliche Nabendurchmesser angezeigt — und sechs davon passen nicht an sein Auto.
Hinweis: Bei Alufelgen lässt sich eine zu große Nabenbohrung mit Zentrierringen an das Fahrzeug anpassen; worauf dabei zu achten ist, steht in unserem Ratgeber zum richtigen Auswählen von Zentrierringen. Bei fahrzeugspezifischen Stahlrädern ist die Bohrung dagegen von vornherein auf das jeweilige Modell ausgelegt — hier gibt es nichts anzupassen, weder nach oben noch nach unten.
127 Räder nennen ihre Nabenbohrung gar nicht
Bevor es um die Schreibweisen geht, eine Lücke, die beim Vergleichen noch häufiger stört: Von den 612 Stahlrädern nennen nur 485 ihre Nabenbohrung im Artikelnamen. Bei 127 Rädern — also bei jedem fünften — fehlt sie. Man erkennt diese Einträge an der Schreibweise: Statt „5 Loch 112x57 ET47“ steht dort nur „5 Loch 112 ET43“, also Lochkreis und Einpresstiefe ohne das Maß dazwischen. Ein Beispiel ist das Rad 5 Loch 112 ET43 für den Golf VIII zu 60,30 Euro.
Das ist kein Mangel des Rades, sondern eine Lücke in der Artikelbezeichnung — die Bohrung ist natürlich vorhanden und passt zum angegebenen Fahrzeug. Für die Suche hat es trotzdem Folgen, und sie gehen in beide Richtungen. Wer über das Maß filtert, verliert diese 127 Räder aus dem Blick, obwohl eines davon genau das richtige sein kann. Und wer zwei Angebote vergleicht, von denen nur eines die Bohrung ausschreibt, kann aus den Titeln allein nicht schließen, ob es dasselbe Rad ist.
Der Ausweg ist derselbe wie an mehreren Stellen dieses Beitrags: über das Fahrzeug suchen, nicht über das Maß. Bei den 127 Rädern ohne Bohrungsangabe ist der Fahrzeugname im Titel die vollständigere Information — er legt die Bohrung eindeutig fest, auch wenn die Zahl nicht dasteht. Umgekehrt nützt die Zahl allein nichts, wie der Rest dieses Beitrags zeigt.
57 oder 57,1: dieselbe Nabe, zwei Schreibweisen
Auch bei der Nabenbohrung gibt es die Variantenfalle, und sie ist dort sogar noch dichter gesät als beim Lochkreis. Roh gezählt enthält das Stahlregal 40 verschiedene Werte für die Nabenbohrung. Zwölf davon bilden sechs Paare, die gar keine eigenen Maße sind, sondern Schreibvarianten desselben Maßes: 56,5 und 56,6 · 57 und 57,1 · 63,3 und 63,4 · 65 und 65,1 · 71 und 71,1 · 71,5 und 71,6. Rechnet man diese Paare zusammen, bleiben 34 tatsächlich unterschiedliche Nabenbohrungen übrig. Genau deshalb steht in der Überschrift dieses Beitrags 34 und nicht 40. Betroffen sind davon nur 29 der 485 Räder mit Bohrungsangabe — die abweichende Schreibweise ist also selten, aber sie sitzt an entscheidenden Stellen.
Besonders sauber lässt sich das an 5x112 zeigen. Dort nennen 71 Räder ihre Bohrung, und zwar in vier Varianten: 57 Millimeter bei 42 Rädern, 66,5 bei 18, 57,1 bei zehn und 67 bei einem. Die Räder mit 57,0 sind die älteren Einträge — Audi A3 Typ 8P, A4 Typ 8E, A6 Typ 4B. Die mit 57,1 sind durchweg die jüngeren: Passat und Škoda Superb III, Škoda Kamiq und Scala, VW T-Cross und Taigo, MG 4 und MG ZS EV, ein Ford auf MEB-Plattform. Es ist dieselbe Nabe des VW-Konzerns, in zwei Katalog-Generationen unterschiedlich notiert. 5x112 hat damit nicht vier, sondern drei verschiedene Nabenbohrungen.
Zwei weitere Lochkreise zeigen dasselbe in Reinform. Bei 5x105 nennen sieben Räder ihre Bohrung, drei als 56,5 und vier als 56,6 Millimeter — zusammen also ein einziges Maß, nicht zwei. Bei 5x118 stehen ein Rad mit 71 und drei mit 71,1 Millimetern; auch hier bleibt nach dem Zusammenlegen ein Wert übrig. In beiden Fällen würde eine Auszählung ohne Normalisierung die Vielfalt genau verdoppeln.
Unser Alufelgen-Regal umfasst 3.525 Artikel; dort steht die Nabenbohrung nicht im Artikelnamen, weshalb dieser Vergleich auf die Stahlräder beschränkt bleibt. Die praktische Lehre daraus ist wichtig: Verwerfen Sie ein Rad nicht, weil im Datenblatt 57,1 statt 57 steht — und halten Sie umgekehrt 56,5 und 57 nicht für dasselbe, nur weil die Zahlen ähnlich aussehen. Ein Zehntelmillimeter Differenz ist eine Schreibweise. Ein halber Millimeter ist ein anderes Maß.
Die Einpresstiefe streut am weitesten — und verrät das Fahrzeugsegment
Das dritte Maß ist jenes mit den größten Unterschieden und zugleich jenes, das man einem Rad am wenigsten ansieht. Innerhalb von 5x114,3 reichen die Einpresstiefen in unserem Sortiment von ET5 bis ET55, also über 50 Millimeter. Am flachen Ende steht ein Geländewagen-Rad von DOTZ, das Rad 5 Loch 114,3x71,6 ET5 für den Jeep Cherokee zu 140,90 Euro; am anderen Ende das Rad 5 Loch 114,3x64 ET55 für den Honda Civic zu 99,50 Euro. Beide haben denselben Lochkreis. Würde man sie vertauschen, stünde das Rad fünf Zentimeter weiter außen oder innen im Radkasten — mit Folgen für Lenkverhalten, Radlager und Freigängigkeit.
Auch hier lohnt der Blick auf die Gegenbeispiele, und er bestätigt das Muster von oben. Die ET-Spanne je Lochkreis beträgt bei 5x114,3 50 Millimeter, bei 6x139,7 44, bei 5x120 40, bei 5x130 35 und bei 4x108 34,5 — bei 4x98 dagegen nur 14 Millimeter (ET30 bis ET44) und bei 5x98 sogar nur 10,5. Dieselbe Regel also: Wo ein Lochkreis einem Hersteller gehört, bleibt auch die Einpresstiefe in einem engen Korridor.
Ein weiterer Punkt verdient Vorsicht beim Vergleichen, und er ist ein Lehrstück über Spannweiten. Über das gesamte Regal reicht die ET von minus 12 bis plus 132. Beide Extremwerte gehören aber nicht zum Pkw-Alltag: ET-12 trägt ein DOTZ-Rad für den alten Jeep CJ, bei dem die Anlagefläche hinter der Radmitte liegt, und alle neun Räder mit einer ET über 100 sind Räder schwerer Transporter — Mercedes Sprinter, VW Crafter, MAN TGE, Iveco Daily, Ford Transit, Renault Master und Nissan Interstar. Eines davon heißt im Katalog ausdrücklich Sprinter Zwillingsrad mit ET117 und kostet 79,50 Euro. Solche Werte beschreiben nicht die Radstellung eines Pkw, sondern die Geometrie einer zwillingsbereiften Hinterachse. Wer die ET-Spanne eines Lochkreises interpretiert, muss also zuerst prüfen, ob darin ein völlig anderes Fahrzeugsegment sitzt — sonst hält man einen Transporter-Effekt für eine Eigenschaft des Maßes. Welche Rolle Felgenhorn und Hump dabei spielen, dass ein solches Rad den Reifen überhaupt sicher hält, zeigt der Beitrag zu Tiefbett, Felgenhorn und Hump.
Warum 4x98 die Ausnahme ist: ein Lochkreis, ein Hersteller
Die Streuung ist allerdings kein Naturgesetz des Lochkreises, und das ist der aufschlussreichste Befund dieser Auszählung. Es gibt Lochkreise, bei denen die Rechnung glatt aufgeht. 4x98 ist mit 23 Rädern der siebthäufigste in unserem Regal, und alle 22 Räder, die das Maß im Namen nennen, haben exakt dieselbe Nabenbohrung: 58 Millimeter. Keine Ausnahme, keine zweite Gruppe. Bei 5x98 mit neun Rädern ist es genauso, ebenfalls durchweg 58 Millimeter.
Der Grund liegt auf der Hand, wenn man sich die Fahrzeuge ansieht. Hinter 4x98 stehen Fiat Cinquecento, Seicento, Panda, Punto, Bravo, Stilo und Idea, hinter 5x98 Alfa Romeo 147, Fiat Doblò, 500L und Tipo; dazu kommen einige Modelle von Lancia, Alfa Romeo, Peugeot und Ford, die technisch von Fiat-Modellen abgeleitet sind. Es ist praktisch der Hauslochkreis eines einzigen Konzerns — und dieser Konzern baut seine Naben mit einem Durchmesser. Dasselbe gilt am anderen Ende der Gewichtsskala: Bei den sechs Rädern mit 6x130 (Mercedes Sprinter, Ineos Grenadier) steht überall, wo das Maß genannt wird, 84 Millimeter, bei den fünf Rädern mit 5x160 für den Ford Transit durchgehend 65 Millimeter.
Die Mehrdeutigkeit des Lochkreises wächst also mit der Zahl der Hersteller, die ihn benutzen. 5x114,3 teilen sich Hyundai, Kia, Nissan, Renault, Toyota, Honda, Suzuki, Mazda und Jeep — und jeder davon hat seine eigene Nabe. 4x98 benutzt im Wesentlichen einer, und deshalb ist dort der Lochkreis tatsächlich aussagekräftig. Praktisch heißt das: Je verbreiteter Ihr Lochkreis ist, desto weniger verlässlich ist er als Suchkriterium. Ein Beispiel für den eindeutigen Fall ist das Rad 4 Loch 98x58 ET35 für den Fiat Cinquecento zu 51,10 Euro, bei dem Lochkreis und Bohrung zusammen nur noch die Einpresstiefe offenlassen.
Vorn ET32, hinten ET42: wenn ein Auto zwei verschiedene Räder braucht
Dass die Einpresstiefe innerhalb eines Fahrzeugs mit der Felgenbreite wandert, ist bekannt: Je breiter das Rad, desto stärker muss die ET gegensteuern, damit es an derselben Stelle im Radkasten landet. Welche Reifenbreite dabei zu welcher Maulweite gehört, steht im Ratgeber zur Felgenmaulweite.
Es gibt im Regal aber vier Räder, bei denen etwas Grundsätzlicheres passiert: Dort nennt der Artikelname die Achse. Für den Smart ForTwo führen wir das Rad 4 Loch 100 ET32 für die Vorderachse in 5Jx15 zu 71,00 Euro und daneben das Rad 4 Loch 100 ET42 für die Hinterachse in 5,5Jx15 zu 60,70 Euro. Beim Renault Twingo III ist es dasselbe Prinzip mit umgekehrtem Vorzeichen: vorn ET38 in 5Jx15, hinten ET36 in 5,5Jx15. Beide Fahrzeuge haben hinten das breitere Rad und vorn und hinten eine andere Einpresstiefe.
Das ist für die Suche von erheblicher Bedeutung, denn es heißt: Bei einem Satz von vier Rädern sind nicht zwangsläufig alle vier gleich. Wer hier zwei Räder nachkauft, muss wissen, für welche Achse — und darf die beiden Artikel nicht als Dublette desselben Rades missverstehen. Der Fall ist selten, aber er existiert, und beide Varianten stehen im Regal direkt nebeneinander. Vier von 612 Rädern betrifft das; wer einen Smart ForTwo oder einen Twingo III fährt, gehört dazu.
Was aus dem Golf-Beispiel geworden ist
Dieser Beitrag erklärte bislang an der Golf-Reihe, warum das Automodell allein nicht genügt: Der Golf II fuhr 4x100, der Golf IV 5x100, ab dem Golf V gilt 5x112, und beim Golf III standen beide älteren Maße im Regal. Diese Darstellung lässt sich heute nicht mehr am Bestand belegen, und das gehört offengelegt. Im aktuellen Sortiment stehen nur noch fünf Räder mit „Golf“ im Namen — für Golf V Caddy, zweimal Golf VII und zweimal Golf VIII — und alle fünf haben denselben Lochkreis 5x112. Die Räder für die älteren Generationen sind ausgelistet. Die Aussage war im Juli richtig; heute ist der Beleg verschwunden, und damit fällt sie aus dem Beitrag.
Das Prinzip selbst stimmt weiterhin, es braucht nur ein anderes Beispiel — und das liefert jetzt die Nabenbohrung statt des Lochkreises. Nehmen Sie den VW-Konzern-Lochkreis 5x112: Für Audi A3 Typ 8P, A4 Typ 8E und A6 Typ 4B steht 57,0 Millimeter, für A4 Typ B8 und A6 Typ 4G dagegen 66,5 Millimeter. Das ist derselbe Hersteller, dieselbe Fahrzeugklasse, derselbe Lochkreis — und 9,5 Millimeter Unterschied an der Nabe, also der harte Fall von „passt nicht“. Zwischen dem A4 Typ 8E und dem A4 Typ B8 liegt nichts als ein Generationswechsel. Die Baureihe sagt es nicht, der Lochkreis sagt es nicht; nur der genaue Typ sagt es.
Genau darum tragen diese Stahlräder im Titel nicht den Namen eines Designs, sondern den des Fahrzeugs: „GOLF VIII“, „Astra-K“, „Kamiq/Scala“. Ein Stahlrad ist im Nachrüstmarkt kein Zubehörteil, das man nach Optik aussucht, sondern der Nachbau des Serienrads für genau ein Fahrzeug. Die drei ERION-Räder treiben das auf die Spitze: Sie listen im Artikelnamen gleich mehrere Fahrzeuge samt Typkürzel auf, weil ein und dasselbe Rad für BYD Dolphin und Suzuki SX4 S-Cross passt oder für Hyundai Kona, Hyundai i30, Kia Ceed und Mazda. Wie schmal die Auswahl deshalb je Fahrzeug ausfällt und warum der Preisvergleich trotzdem lohnt, haben wir eigens ausgewertet: Beim Stahl-Komplettrad haben Sie meist keine Wahl. Welche Automarken überhaupt vertreten sind, zeigt die Auszählung Stahlräder für 66 Automarken.
Was ein Stahlrad kostet — Einstieg und Mittelfeld
Der Lochkreis beeinflusst den Preis durchaus, allerdings indirekt: über die Fahrzeugklasse, die dahintersteht. Wichtig ist dabei, nicht nur den Einstiegspreis zu betrachten — ein „ab“-Preis beschreibt den Rand des Angebots, nicht das Mittelfeld. Beides nebeneinander, als Einstiegspreis und Median je Stück:
- 4x98 — ab 51,10 Euro, Median 69,75 Euro (Fiat-Kleinwagen)
- 4x108 — ab 53,50 Euro, Median 71,10 Euro
- 4x100 — ab 52,50 Euro, Median 75,10 Euro
- 5x100 — ab 51,70 Euro, Median 76,00 Euro
- 5x108 — ab 58,50 Euro, Median 78,70 Euro
- 5x112 — ab 60,30 Euro, Median 84,80 Euro
- 5x114,3 — ab 54,80 Euro, Median 89,90 Euro
- 5x120 — ab 69,10 Euro, Median 96,35 Euro (BMW, VW-Transporter)
- 6x139,7 — ab 77,10 Euro, Median 140,90 Euro (Geländewagen und Pick-ups)
Über alle 612 Räder liegt der Einstieg bei 50,20 Euro und der Median bei 82,05 Euro. Der Abstand zwischen beiden Kennzahlen ist der eigentliche Hinweis für die Kalkulation: Zwischen dem billigsten Rad eines Lochkreises und dem mittleren liegen in dieser Liste 33 bis 83 Prozent. Wer nach dem Einstiegspreis plant, plant am unteren Rand des Angebots.
Zwei Dinge gehören zu diesen Zahlen dazu. Erstens haben wir für die Mediane je Lochkreis 16 Einträge ausgenommen, deren Preis mehr als das Doppelte des Medians ihrer Zollklasse beträgt — darunter ein 16-Zöller für den BMW 3er zu 1.344,80 Euro, also mehr als das Fünfzehnfache des 16-Zoll-Medians von 86,50 Euro. Solche Einzelpreise entstehen bei Auslaufmodellen und kleinen Restmengen; sie würden den Median verzerren, ohne das Angebot zu beschreiben. Über das ganze Regal gerechnet macht das wenig aus: ohne diese 16 Räder liegt der Median bei 80,75 statt 82,05 Euro. Zweitens sind die kleinen Durchmesser nicht automatisch die günstigsten — warum das so ist und wo die Größengrenze des Stahlrads verläuft, zeigt der Beitrag dazu, warum Stahlfelgen fast nur bis 16 Zoll reichen.
So finden Sie das passende Rad
Aus den Zahlen ergibt sich eine klare Reihenfolge für den Kauf:
- Fahrzeugschein zur Hand nehmen. Die zulässigen Rad-Reifen-Kombinationen stehen in den Feldern 15.1 und 15.2 sowie in den Herstellerunterlagen.
- Alle drei Maße vergleichen — Lochkreis, Nabenbohrung und Einpresstiefe. Zwei von dreien genügen nicht, und der Lochkreis allein ist das schwächste der drei Kriterien.
- Dezimalstellen richtig lesen. 108 und 107,95 sind derselbe Lochkreis, 114,3 und 114 ebenfalls; 57 und 57,1 sind dieselbe Nabe, 56,5 und 57 nicht. Im Zweifel die Fahrzeugangabe vergleichen, nicht die Zahl.
- Über das Fahrzeug suchen, nicht über den Lochkreis. Bei fahrzeugspezifischen Stahlrädern ist der Modellname im Artikeltitel der zuverlässigere Filter — und bei weit verbreiteten Lochkreisen der einzige brauchbare. Bei den 127 Rädern ohne ausgeschriebene Bohrung ist er ohnehin die vollständigere Angabe.
- Generation und Baujahr beachten. „Golf“ oder „A4“ reicht nicht; der Typ (8E oder B8) entscheidet.
- Bei Smart ForTwo und Twingo III die Achse prüfen — vorn und hinten sind unterschiedliche Räder.
- Radschrauben nicht vergessen. Beim Wechsel von Alu auf Stahl ändert sich oft die benötigte Länge, und die Bundform muss zum Rad passen: dazu Kugelbund oder Kegelbund und die Auswahl von Radschrauben und Radmuttern. Passende Radschrauben finden Sie im Shop.
Ein letztes Beispiel, an dem sich die Logik nachvollziehen lässt: das Rad ALCAR 4 Loch 100x57 ET35 UP 5Jx14 zu 57,50 Euro und das oben genannte Golf-VIII-Rad zu 60,30 Euro — preislich fast identisch, beide für Fahrzeuge desselben Konzerns, und dennoch in allen drei Maßen verschieden. Das gesamte Angebot finden Sie unter Stahlfelgen; wer Rad und Reifen fertig montiert bevorzugt, wird bei den Kompletträdern fündig. Wollen Sie vom Werksmaß abweichen, klären Sie vorher die Eintragung: dazu ABE, Teilegutachten und Einzelabnahme, was das Amt bei Felgen wirklich prüft und die Grenzen beim Plus-Sizing. Begriffe zum Nachschlagen sammelt unser Reifen-Wiki, und ob Stahl oder Aluminium für Sie die bessere Wahl ist, wägt der große Vergleich der beiden Materialien ab.
Häufige Fragen
Ist 4x108 dasselbe wie 4x107,95?
Ja. 107,95 Millimeter sind exakt 4¼ Zoll (4,25 × 25,4), und 108 ist der auf den ganzen Millimeter gerundete Wert desselben Maßes. In unserem Regal stehen drei Räder unter der ausgeschriebenen Form und 47 unter der gerundeten. Dasselbe Prinzip gilt für 114,3 gegen 114 (4½ Zoll) und 139,7 gegen 139 (5½ Zoll). Wer nach der Zeichenfolge sucht statt nach dem Maß, übersieht die jeweils andere Schreibweise.
Passt ein Rad mit 57,1 Millimeter Nabenbohrung auf eine 57-Millimeter-Nabe?
Ja — das ist dieselbe Nabe in zwei Schreibweisen. In unserem Stahlregal steht derselbe VW-Konzern-Durchmesser bei älteren Fahrzeugeinträgen als 57,0 und bei jüngeren als 57,1. Ein echter Unterschied beginnt erst bei einem halben Millimeter, etwa zwischen 56,5 und 57.
Kann ich das Hinterradmaß meines Smart auch vorne montieren?
Nein. Beim Smart ForTwo unterscheiden sich Vorder- und Hinterrad in Breite und Einpresstiefe (5Jx15 mit ET32 gegenüber 5,5Jx15 mit ET42). Die Räder sind achsspezifisch ausgelegt und nicht gegeneinander tauschbar; dasselbe gilt für den Renault Twingo III.
Woran erkenne ich die Einpresstiefe an meinem alten Rad?
Sie ist meist auf der Innenseite eingeprägt, als „ET“ mit Zahl oder zwischen zwei Pfeilen. Fehlt die Prägung, hilft der Fahrzeughersteller oder die Werkstatt weiter — schätzen sollten Sie den Wert nicht, denn schon zehn Millimeter verändern die Radstellung sichtbar.